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Darius Dunkelmond

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Über Darius Dunkelmond

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  1. Nein: Moderne Wissenschaft setzt auf Falsifikation anstelle von beweisen - das mag spitzfindig klingen ist im konkreten aber ein sehr wichtiger unterschied, da sie (im Gegensatz zu Religion oder veralteten Wissenschaftskonzepten) nicht mehr von einem absoluten Konzept der Wahrheit ausgeht. Dementsprechend gelten Wissenschaftliche Modelle auch nicht als ansich wahr sondern lediglich als derzeit bestes bzw. elegantestes Modell - der unterschied zur Religion ist aber dass sich der (gute bzw. redliche) Wissenschaftler zum einen des Modellcharakters und dessen Grenzen bewusst ist und es dementsprechend nur situativ verwendet und zum anderen kein Problem hat es einzuschränken oder zu verwerfen, wenn ein besseres Modell "auf den Markt kommt", während der stark Religiöse oftmals gerade besonders stolz darauf ist die Gültigkeit seines Glaubens universalistisch zu vertreten und auch gerade dort an ihm festzuhalten, wo er falsifiziert oder ernsthaft in frage gestellt wird - das ist Loyalität und nicht kritisches Denken...
  2. Scientismus also der Glaube an wissenschaftliche Erkenntnisse nicht als Modelle sondern als Wahrheiten, ist doch selbst eine Pseudoreligion... Womit wir zu einem wesentlichen Punkt meiner Argumentation kommen: Die Aussage "Wenn der Faschismus zurückkommt, wird er nicht sagen "ich bin der Faschismus" sondern, "ich bin der Antifaschismus"" ist ja hinreichend bekannt; wenn ich die Religion aufs Korn nehme und nicht den Essentialismus selbst, wird dieser "sagen": "ich bin nicht die Religion, ich bin der Umweltschutz, oder die Ernährung o.ä." -> wenn das Kostüm des Mörders Ächtet nicht aber den Mörder selbst, so braucht er sich halt nur umzuziehen um weiter machen zu können. Wenn ich den Islam verteile z.B. weil dort gesteinigt wird, werde ich im Erfolgsfall islamische Steinigung unterbinden können, aber nicht Steinigung ansich; wenn ich genauso erfolgreich mit der Verurteilung der Steinigung selbst wäre, hätte ich am Ende zwar immer noch einen Islam, bei dem die Steinigung fürderhin, höchstens symbolisch stattfindet; dass kann man dann auch verurteilen ist, aber auf jedenfall besser als wenn ich lediglich die Steinigung entislamisiert, aber ansonsten beibehalten hätte...
  3. Der Unterschied zwischen Faschismus und Islam ist, dass es mWn zumindest hierzulande so gut wie keinen "gemäßigten Faschismus" gibt - d.h. Faschismus der sich wirklich auf Sozialversicherungen, Autobahnbau usw. konzentriert und mit den Anderen Aspekten ansich nichts zu tun haben will. In Südostasien ist das z.t. anders, dort muss man bei dritte Reich Anhängern genauer nachhaken; dort sind auch Possitionen zu dem Thema verbreitet, die ich ebenfalls als Unterkomplex, vereinfachend und in vielerlei Hinsicht problematisch geißeln würde, die aber nicht ausgeprägt rassistisch oder in dem ausmaß inhuman sind wie es der Faschismus hierzulande ist... ...beim Islam gibt es wiederum sehr große Gruppierungen, welche die von dir genannten Punkte weitgehend auszuklammern bzw. sehr weit einzuschränken versuchen - was überbleibt ist etwas, was ich zwar ebenfalls nicht gut heiße, aber nichts was aus anderen (konservativen) Religionen groß heraus sticht; andere Autoren wiederum sehen den unterschied auch nicht als so wesentlich an, werfen die von dir genannten Punkte aber auch dem Christentum etc. vor -> siehe hier Michael Schmidt-Salomon den ich sehr schätze, der aber mAn in seinem Religionshass ebenfalls knapp daneben liegt, da vieles was er der Religion anlastet mAn eher im Konservativismus/Partikularismus und Kollektivismus begründet liegt und die Religion nur mittel ist - hier gibt es diverse Parallelen zu Islamgegnern, nur dass er es auf alle Religionen ausweitet... ...umgekehrt wird die Religion ohne diese punkte natürlich ebenfalls nicht absolut toll, sondern bleibt in vielen fällen eine essentialistische Konstruktion, mit starkem Autoritätsglauben usw. usf. - das Judentum ist hier vielleicht in sofern nen Ticken besser, als dass Juden wenigstens einen Vertrag mit "Gott" haben und nicht völlig dessen Willkür/Gnade ausgeliefert sind, aber ansich zeigt sogar dieser Punkt besonders wie abstrus und essentialistisch das ganze ist.
  4. Ist es "ja" oder "nein" wenn die "Zusammenfassung" zwar richtig aber in weiten teilen unvollständig ist? Selbst im konkreten Punkt, ging es z.B. nicht mal nur darum, dass die Familie der Schädigenden haftet, sondern dass sie zudem gegenüber der Familie des Geschädigten und nicht nur dem geschädigten selbst haftet... ...ersteres ist zwar in meinen Augen ziemlich ungerecht, zweiteres aber noch deutlich problematischer -> wenn ein Angriff auf einen einzelnen als Angriff auf seine Primärgruppe uminterpretiert wird, bedeutet das auf Stammesebene erst mal einen erhöhten Schutz für den einzelnen ("wenn du dich mit mir Anlegst, legst du dich mit meinem gesamten Clan an!"), aber über genau so was eskalieren Konflikte, entstehen Vendettas und Ehrenmorde, ja ausgewachsene Kriege (der erste Weltkrieg ist glaub ich ausgebrochen weil irgend so nen österreichischer Transferleistungsempfänger ermordet wurde - sicher tragisch, aber einen Weltkrieg wert? Und Österreich ist weder Arabisch noch übermäßig islamisch...)
  5. Jain, der zweite Punkt ist tatsächlich um die "Unredlichkeit" mit der bestimmte Sachverhalte zu Grundlage (meinetwegen auch gerechtfertigter) Kritik werden, während gleichzeitig recht ähnliche Sachverhalte aber im eigenen Lager verteidigt werden, mit Hilfe von "wesentlichen unterschieden" die die Verteidiger selbst nie und nimmer als wesentlich erachten würden, wenn sie nicht ihre Sache stützen (als Beispiel kann man auf der anderen Seite auch Linke "Gewalt gegen Dinge" nehmen)... ...der andere Punkt um den es im Kollektivismus/Individualismus-Beispiel ging ist, das eigentliche Problem zum Symptom zu erklären und zu Instrumentalisieren um es dem "Feindbild" anzulasten - vieles was dem Islam oder der arabischen Welt vorgeworfen wird, ist z.B. ein Kollektivismusproblem; wenn Amokläufe aber über Killerspiele oder ein zu Lachses Waffenrecht erklärt werden, geht das in die selbe Richtung; genauso wie Kritik an Drogen z.B. Alkohol: Wie viele Prozent der Alkoholkonsumenten, haben kein ernsthaftes Alkoholproblem? Und dennoch wiederholt die Prohibitionslobby, dass es der Alkohol wäre, der am Alkoholismus schuld sei (ja, Alkohol ist wegen seinem Suchtpotential ein Risikofaktor, genauso wie Sturmgewehre durch ihr Schnellfeuerpotential einer sind etc. - wären sie aber die Ursache dürfte es ja ansich reichen einer beliebigen ein Sturmgewehr in die Hand zu drücken um ein Massaker aus zu lösen - tatsächlich ist es aber eher so, dass sich eine Person mit bereits vorhandener Massakerneigung ein Sturmgewehr organisiert und das Trinkverhalten dann Pathologisch wird, wenn es die restliche Umwelt begünstigt - Alkohol und Sturmgewehr sind hier lediglich Mittel, nicht Ursache). Nen schöner Witz der in die Richtung geht ist auch:
  6. "Multikulti" halte ich als Transkulture-Anhänger ebenfalls für ein Abwegiges wenn nicht gar rassistische Konzept: sehe das Problem aber bereits beim geschlossenen Kulturmodell (aber nicht nur auf Seiten der Aufnehmenden als auch der einwandernden Kultur)... ...dabei ist es mAn eben auch zu vereinfachend es immer auf den Islam oder den Arabischen Raum selbst zu reduzieren - hatte erst letztens eine Szene wo mein Gerechtigkeitsverständnis sehr diverse zu dem eines Migranten war (im wesentlichen ging es darum, wer wem gegenüber Schadensersatz Pflichtig ist - nur der Schädiger, gegenüber dem geschädigten oder die ganze Familie des Schädigers gegenüber der Familie des geschädigten) - das ist aber kein spetzifischer Konflikt zwischen Islam und nicht Islam oder zwischen Arabern und nicht Arabern sondern einer zwischen Individualismus und Kollektivismus und könnte sich auch zwischen anderen Gruppen ereignen (ist wenn man sich unser Sozailrecht ansieht sogar in DE salonfähig) - dennoch kann ich mir vorstellen, dass einige diesen Konflikt als "Islam gegen das Westliche Abendland" o.ä. erklären würden, hier findet nicht nur eine zu starke Vereinfachung statt, sondern auch eine gewisse Unredlichkeit, weil die Islamgegner oftmals an anderen stellen ähnlich kollektivistische Gesellschaftsauffassungen protegieren, wie sie als Beispiel dafür verwenden, warum Islam o.ä. böse sei...
  7. Sehe ich genauso - 20% wollen vielleicht Merkel nicht, das bedeutet aber nicht, dass sie alle die gleiche Merkelalternative unterstützen würden... Bei der US-Wahl gehe ich auch davon aus, dass die Mehrheit der Amerikaner Trump eigentlich nicht wollte... ...nur wollte eben die Mehrheit auch Clinton nicht (die Wahlbeteiligung in den USA lag glaub ich bei etwa 59% und einige % gingen auch an die Drittparteien).
  8. Chlorhühnchen und Genfood würden sich aber genauso wie Genfood verkaufen, wenn man sie vernünftig vermarkten könnte - die starke Antichlorhühnchen-Lobby entstand ja eben daraus, dass davon auszugehen war, dass relevante Teile des Geflügelmarktes davon übernommen werden könnten (weil Chlorhühnchen in der Produktion günstiger sind da bei den Haltungsbedingungen gespart werden kann, weil die Nachbehandlung frühere Sünden zu korrigieren vermag) und viele Hersteller insbesondere von Geflügelprodukten natürlich früher oder später auf ein qualitativ gleichwertiges Produkt zu niedrigerem Preis wechseln würde und die "Church of Moralic eating" zwar laut aber dennoch nicht die mehrheit der Kunden darstellt. Die nachfrage wäre hier also durchaus vorhanden gewesen nur eben nicht im Sinne von "ich muss das unbedingt essen!" sondern im sinne von, "sobald es angeboten wird und billiger ist, werde ich es essen!"... ...und genau dort versagt das Prinzip einer nachfrageorientierten Marktregulierung: Die Nachfrage ist zwar Vorhanden, aber ist eben keine "dringende Nachfrage" (der Kunde ist mit dem bisherigen Anbieter nicht Perse unzufrieden, aber auch nicht so zufrieden, dass dieser sicher seiner Marktanteile sicher sein kann), während auf der Anbieterseite ein dringendes Bedürfnis besteht Konkurrenten die einen echten Vorteil hätten, auf einem ansich schon gesättigtem Markt nicht zuzulassen (schlussendlich kann hier nur noch verdrängt werden). Konkurrenten die wirklich das gleiche anbieten können da sicher nicht so einfach von den etablierten blockiert werden; aber wenn ich auch geschichtlich überlege wie Inovationen die den Statusquo des herrschenden Establishments gefährden konnten stets behandelt wurden obwohl ein ausreichender bedarf bestand oder sich gebildet hätte, wenn sie zugelassen werden; würde ich durchaus von einer regulation durch die bestehenden Anbieter sprechen (seien es alternative Religionen, alternative Herrschafftssysteme bzw. alternativer Herrscher, Schusswaffen in Japan, neue Möglichkeiten der Fortbewegung, neue Möglichkeiten das Patentrecht umzuinterpretieren usw. usf. )...
  9. z.B. Chlorhühnchen, Genfood, in Zukunft Atomstrom, Fugu (japanischer Kugelfisch) und wie ich lesen musste - Tomaten: http://www.zeit.de/2017/37/tomaten-supermarkt-geschmack Staatliche Einfuhrverbote oder hochschwellige Zulassungsbeschränkungen entstehen dabei aber eben nicht einfach aus staatlicher Willkür, sondern in enger zusammenarbeite mit diversen Lobbyverbänden (die staatliche Willkür besteht hier primär darin, welche Lobby das sagen hat und welche gerade "böse" ist) - das Chlorhühnchenverbot ist mWn nicht auf Fachliche Gründe sondern primär auf die Intitiative der europäischen Geflügelzüchterverbände zurück zu führen und stellt ein klassisches Beispiel für Marktprotektionismus der Hersteller dar; ähnlich sieht es beim laufenden versuch des Glyphosphatverbots aus, wobei es sich um eine Initiative der Bio-Lobby handelt nur dass es dort eine starke Gegenlobby im europäischen Raum gibt, die dass hoffentlich verhindern kann... Anderes Beispiel ist die Drogenpolitik (Alkohol ist ok, andere leichte Drogen aber verboten) - der Markt wird da nicht über die Nachfrage reguliert sondern über die Einflussnahme der Anbieter von Konkurrenzprodukten, die in Kollaboration mit meist mehr oder weniger Konservativen Regierungsvertretern, entweder Verbote durchsetzen oder zumindest so auf die Marktbedingungen einwirken, dass es Kleinanbieter schwer haben indem sie z.B. im Namen des "Verbraucherschutzes" viele Hürden nehmen müssen, die für Kleinstbetriebe unattraktiv sind... Einfach mal das Angebot unserer Wochenmärkte und das eines Südostasiatischen Wochenmarkts vergleichen - da entspricht vieles sicher nicht deutschen Hygiene Standards, aber ich habe selbst die Wahl, welche Anforderungen ich in dem Bereich an die Ware stelle und meine Sicherheit wird nicht wieder als Vorwand verwendet um meine Freiheit zu beschränken (beim Pilze Sammeln muss ich doch auch selbst entscheiden, wie gut ich diesen oder jenen kenne und ob ich es riskieren kann ihn zu essen - auf dem Markt darf ich das aber nicht...)
  10. Aye, ist nen zweischneidiges Schwert, da ich durchaus auch der Ansicht bin dass bestimmte "Ästhetische" Vorgaben existieren sollten - sonst schaut ein Hausbesitzer aus dem Fenster sehr schnell auf die Wand, seines neuen Nachbarn bzw. die Terrasse liegt durch dessen Haus plötzlich im Schatten oder es gibt solche Bausünden wie in unserer Gegend wo Häuser von Manchen Seiten wie Islamische Hauptheiligtümer aussehen (also nen fensterloser Betonklotz), andererseits folge ich bei "Ästhetik" aber auch dem Bauhausmotto "Schönheit ist die Einheit von Form und Funktion" - besagte Spitzdächer, Jugendstil (endlos hohe decken, welche die Heizkosten und Gebäude in die Höhe treiben), Lange Flure (die man nicht vernünftig Nutzen kann, aber viel Platz wegnehmen) etc. fallen bei mir alle nicht unter "Ästhetik"... ...umgekehrt wird weder meine Vorliebe für moderne Architektur nur für Säulen von jedem geteilt (Säulen sind toll, weil sie es vermögen Bereiche klar abzugrenzen ohne sie abzuriegeln).
  11. Im Grunde stimme ich dir in vielem zu, aber bei dieser stelle muss ich nochmal einhaken: Angebot und Nachfrage bedingen sich wechselseitig, d.h. nicht nur die Nachfrage bestimmt was angeboten wird sondern auch das Angebot bestimmt was nachgefragt wird (Hans Albert hatte dazu glaub ich auch was geschrieben) - d.h. auch der Produzent hat sehr direkten Einfluss darauf was nachgefragt wird. Damit ist nicht nur gemeint, dass es überhaupt verfügbar ist (ich kann im Restaurant nun mal nur bestellen was auf der Karte steht); sondern auch ob es im Mainstream verfügbar ist oder nicht - "Indiprodukte" u.ä. werden z.t. Qualitätsunabhängig nicht nachgefragt, einfach weil ihnen das Label "nicht der Platzhirsch" zu sein Anhaftet (hat man bei Lebensmitteln wie Cola etc. ganz gerne mal im Blindtest, wo billig-Colas oftmals nicht schlechter abschneiden; aber kaum ein Restaurant o.ä. es sich dennoch leisten kann sie anstelle dem Marktführer anzubieten - noch ausgeprägter bei Markenklamotten usw. und viele unternehmen können es sich oftmals nicht leisten z.B. erkennbar Opensource-Lizenzen zu verwenden anstelle die sackteuren "Professionell"-Versionen, auch wenn sie die an sich nicht bräuchten, einfach weil das für den Kunden Unprofessionell wirkt)... Der Hersteller bestimmt was nachgefragt wird oftmals allein durch seine Marktposition und auch wenn jeder Kunde für sich gerne in einigen Bereichen auf günstigere, bessere, abwechslungsreichere o.ä. Alternativen ausweichen würde, kann er das nicht, wenn er in seiner "Gruppe" bleiben will und so bestimmen das Angebot die Nachfrage und die nachfrage maximal dort das Angebot wo sie aus Mode und Tradition bereits auszubrechen vermochte und diese keine große Autorität mehr besitzen...
  12. @Eldanesh: @Bedürfnispyramide: Die Bedürfnispyramide gilt in ihrer klassischen Form mWn als widerlegt; vielmehr ist es so (wenn ich das richtig verstanden habe), dass die verschiedenen Bedürfnisse zu jeder zeit parallel vorliegen; aber unterschiedlich priorisiert werden. D.h. der hungernde will zwar primär was zu essen, wenn er aber die Wahl zwischen was Leckerem und was nicht Leckerem hat, wird er sich dennoch für das Leckerere entscheiden, obwohl es ihm ja ansich egal sein könnte, wenn er doch so hungrig ist; auch muss er nicht erst vollkommen satt sein um borstiges essen zu verschmähen; es reicht also auch wenn ein Bedürfnis nur zum Teil befriedigt werden konnte, damit ein ansich in der Pyramide weiter oben stehendes wichtiger wird... ...hinzu kommt natürlich das Problem antrainierter Wertvorstellungen und Erwartungshaltungen - so kann es passieren das jemand den verzehr eines Kameraden ablehnt, obwohl er am Verhungern ist und das Menschen, die es gewohnt sind in einem stark Überwachten Gebiet zu leben, sich Anfangen unsicher zu fühlen sobald nicht überall Polizeistreifen und Überwachungskameras zu finden sind (Unsere Staat spart 1-2x im Jahr die Straßenbeleuchtung ein und da kenne ich schon einige Damen die es gruselig finden vor die Tür zu gehen, wenn es so Dunkel ist - in anderen Gegenden gibt es keine kaum Straßenbeleuchtung, ohne dass da Jede*r ne Angststörung hat). @Wirtschafft: Stimme ich zum Teil zu, aber das Problem ist auch Hausgemacht die Wirtschaftsliberalen und Neokons die hierzulande als "liberale" wahrgenommen werden, merken zwar Goldrichtig an, dass der Staat weniger ein Einnahmen als ein Ausgabenproblem hätte; ihr praktisches Programm besteht aber meist darin, aus dem nicht vorhandenen Einnahmenproblem eins machen zu wollen, indem sie erst mal kräftig steuern senken und dem Ausgabenproblem begegnen sie tendenziell nicht mit Strukturreformen sondern einfach nur mit Kürzungen ("das System ist zu teuer weil es Scheiße strukturiert ist, also geben wir nur noch so viel Geld aus, wie wir bräuchten wenn es gut strukturiert wäre..." <- Ergebnis: Das ganze ist immer noch scheiße und muss nun über die Bereiche mitfinanziert werden, die ansich ok sind)... ...die Behauptung Steuersenkungen würden zu Wirtschaftswachstum führen und wenn das nicht der Fall ist, lege es nur daran das die Steuern nicht ausschließlich bei den ganz reichen gesenkt wurden (Lafterkurve), halte ich auch für falsch; Investiert wird weil es attraktiv ist (vom Standort her, von den Bedingungen her usw.) Steuern und Sozialauflagen sind dabei nur ein Stellrad unter vielen (sonst könnte man jedes beliebige Pampagebiet zu einem Wirtschaftsmeka machen, solange dort nur die steuern schön günstig sind etc.)... Als Problem sehe ich hier, dass diese Typen steuern und soziales als einzigen oder primären Bereich an zu sehen scheinen, wo man sinnvoll deregulieren könnte und das macht sie selbst bei Leuten wie mir, die vielen ihrer Grundannahmen zustimmen, unbeliebt...
  13. Ne, das wurde bereits vor mehr als einem Jahr zu ihrer Strategie erklärt: https://www.novo-argumente.com/artikel/cdu_die_dekonstruierte_partei
  14. Perferktion ist relativ und könnte man eigentlich als Vollkommene Rationalität im sinne Max Weber definieren: "Zweckrational handelt, wer sein Handeln nach Zweck, Mitteln und Nebenfolgen orientiert, und dabei sowohl die Mittel gegen die Zwecke, wie die Zwecke gegen die Nebenfolgen, wie endlich auch die verschiedenen Zwecke gegeneinander rational abwägt.“ WuG Also Perfektion wäre dementsprechend wenn das Paretooptimum zwischen obengenannten Kriterien zu erreichen. Dies ist jedoch ist unabhängig von der Größe der Auswahl - was du meinst ist vermutlich eher Perfektion entsprechend des sog. absoluten kKriteriums; darüber sagte mein Prof. für SM (sozial Management) aber gleich zu beginn, dass das in den Bereich der Religionswissenschaft und nicht der Betriebswirtschaft gehöre - wer beim Einkaufen nach einer Erleuchtungserfahrung strebt ist da mAn selbst schuld und nicht die fieße große Auswahl... ...bin ich mit einer Entscheidung überfordert (was öfters mal vorkommt), ist dass auch nicht auf die Größe der Auswahl sondern vielmehr auf einen Mangel an persönlicher Kompetenz zurück zu führen, das Problem ist also nicht, dass die Auswahl zu groß ist, sondern dass mir die Mittel fehlen den Sachverhalt in einer ihm angemessenen Art und Weise zu beforschen. Bei einem größeren Angebot zu wählen, ist darüber hinaus nicht schwieriger sondern höchstens langwieriger als bei einem kleinen, wenn man halbwegs methodisch vorgeht (einfach immer nur zwei Optionen vergleichen, davon die beste wählen und diese mit der nächsten vergleichen bis man alle durch hat - so ist die Wahl aus 100 Produkten am ende nur 99 Wahlen aus jeweils 2 Produkten - kann man eine Vorauswahl treffen, wird es dadurch nicht leichter, sondern geht nur schneller)... Der Vorteil der Wahl hingegen ist, wie schon ausgeführt, nicht die positive- sondern die negative Freiheit* (also nicht das Produkt wählen zu müssen, was man nicht haben will/mit dem man schlechte Erfahrungen gemacht hat); selbiges geht unter wenn man nur mit der positiven Freiheit argumentiert, wenn man nicht die negative Freiheit in den Fokus nimmt, ist relativ klar warum man die Stärken liberaler und libertärer Ansätze nicht erkennt... *Positive Freiheit ist das Vermögen zu tun was man tun will, negative- hingegen die Option nicht tun zu müssen was man nicht tun will (die Freiheit von Zwang) <- liberale und vor allem libertäre Ansätze konzentrieren sich in aller Regel primär auf diese Freiheit, während Soziale Ansätze sich auf die positive Freiheit einschießen; was dann bisweilen zu Missverständnissen führen kann...
  15. Naja, neben dem Marktführer oder dem Lokalen ist hier auch durchaus was mit Bio-Siegel, was Veganes und was teureres in der Verpackung durch die es irgendwie "Pseudo-Handgemacht" ausschaut vorstellbar... Ernährung dient mWn schon immer der Distinktion, d.h. Menschen haben seit jeher (oder zumindest fast seit jeher - was ist ein bisschen kürzer als "seit jeher"?) versucht über die Ernährung Gruppenidentität zu generieren und sich von anderen Gruppen abzugrenzen... ...das ist auch in sofern fürs Thema interessant, als dass das oft (mAn fälschlicherweise) dem Kapitalismus vorgeworfen wird; allerdings ist ökonomische Ungleichheit* nicht das eigentliche Problem, sondern lediglich dass diese sich im besonderen Maße dafür anbietet darüber Distinktion zu betreiben und Statuskonflikte auszutragen, was aber, was aber bereits bei Rudeltieren zu finden und viel primitiver als der Kapitalismus ist... ...aus sozialliberaler bzw. Linkslibertärer ist das ganze übrigens nen Zweischneidiges Schwert; erlaubt es doch zum Einen ansich nahezu gleichwertige Waren Armen und Reichen zu sehr verschiedenen Preisen zu verkaufen, indem man das eine nen bisschen auf schäbig macht und das andere als "Luxus-Item" anbietet, womit Minderbegünstigte an sich nicht schlechter wegkommen als der neureiche Obermaker der hier völlig freiwillig das tut, worüber er sich bei den Steuern aufs ärgste empört (deutlich mehr Zahlen für (fast) die gleiche Leistung)... ...andererseits ist es halt ein Grundmechanismus der Gesellschaft und funktioniert nur, weil die Armen den neureichen "RoXxor-Pimp" um seinen fetten BMW und seine Markenklamotten beneiden und er dadurch zu Privilegien Zugang hat, die den Anderen verwehrt bleiben - hätte der Unterprivilegierte mit seinen C&A Klamotten, seinem alternden Golf beim von ihm begehrten Geschlecht, beim Vorstellungsgespräch und beim Zugang zu exklusiven Clubs die gleichen Chancen wie "Ferrari Fredi" im Designeranzug, würde das ganze nicht mehr funktionieren; weshalb es eben nur eine Linkslibertäre Utopie ist an eine materiell relativ egalitäre Welt zu glauben, die von den Reichen freiwillig bezahlt wird, nur weil sei dafür "ne überlebensgroße Bronzestatue ihrer selbst" bekommen: Denn würde der soziale Vergleich im allgemeinen derart belächelt werden, wie es in der Szene zum teil Usus ist, würde das ganze Konzept nicht mehr funktionieren und wo es nicht derart belächelt wird, sind Statussymbole eben nicht nur kitschiges Bling Bling sondern bringen echte Vorteile und können echte Diskriminierung erzeugen... *(die es im Übrigen auch schon vor dem Kapitalismus gab, nur dass sie da mit Göttlicher Fügung, Karma o.ä. und nicht mit Individueller Leistung begründet wurde - letzteres fällt aber ebenfalls unters beschriebene...)