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Kuanor

Skelett-Rekombination: Krieger und Schützen ohne Rückenleiden…

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…und die Gruftkönige von Cathay!

00016-2.jpg

Ich wurde in der Khemri-Malrunde darum gebeten, hierfür ein Tutorial zu schreiben, also machen wir mal.

Ausgangssituation:

– Es gibt schöne, neue und wohlproportionierte Skelette für Vampire

– Es gibt Khemri-Bodenschützen auf Basis der alten Dinger mit Rückenproblemen und was sonst noch so üblich war.

Ziel 1:

– Khemrianer mit vernünftigen Skelett-Kriegern und Bogenschützen ausrüsten.

Problem:

– Vampir-Skelette haben rennende Beine. Klebt man ihnen Bögen an, die man erst noch haben muss, sehen sie aus wie Marathonläufer.

– Oberkörper der alten Skelette sehen noch mit etwas gutem Willen angemessen an Kriegern aus, die sich hinter einem Schild verstecken, aber gehen für Schützen mal gar nicht.

Ziel 2:

Für mein künftiges Projekt der Gruftkönige von Cathay werden einige Modifikationen vorgenommen und hier mitdokumentiert.

Gliederung:

1.  Krieger
1.1 Rekombination
1.2 Schuppenrüstung und rote Büschel

2. Schützen
2.1 Rekombination
2.2 Strohhüte

Die einzelnen Kapitel sind natürlich modular: Man kann Strohhüte auf beliebige Einheiten kleben, nicht nur Skelette. ;)

Es werden ganz unterschiedliche Techniken für unterschiedliche Zwecke verwendet, die ihrerseits optional sind, und lediglich das Beispiel der Skelettkrieger gemeinsam haben.

bearbeitet von Kuanor

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1.1 Rekombination

Für Krieger nehmen wir die dynamischen Beine der neuen Skelette und die gebückten Oberkörper der alten.

Da in der neuen Box ein volles Set Köpfe mit Helmen sind und ein volles ohne, können wir beide Regimenter (Schützen und Krieger) mit zeitgemäßen Köpfen ausrüsten. Das ist schon ein sehr großer Vorteil. Für Krieger nehmen wir solche mit Helmen.

Bestandteile:

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(+ Köpfe, sind nicht drauf)

Wir sehen als erstes dieses hässlichen dicken Oberkörper. Ich hatte die Dinger außerdem gebraucht bekommen, entfärbt und auseinander gebrochen, sie sahen dann z.T. so aus:

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Es muss daran getan werden:

– Das dicke Rückgrat zurecht schnibbeln, bei Gelegenheit Hohlraum im Brustkorb (von unten) etwas vertiefen,

– den nach vorne ragenden Stift, der ein Hals sein soll, entfernen und kurz und schön schneiden,

– Knochen im Halsbereich etwas verfeinern, auch wenn es bei mir nicht naturlastisch geworden ist.

Das Ergebnis kann dann so aussehen:

post-10324-13949175069307_thumb.jpg

(Mit ordentlichem Ausgangsmaterial natürlich auch viel schöner, aber da bei mir sowieso Rüstung drauf kommt, habe ich zur Demonstration den verunstaltetsten Torso gewählt.)

Nun können die Torsi an die Beine gestiftet werden. Unsere Skelette sehen inzwischen so aus (diesmal auch mit Köpfen daneben liegen):

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In die beim Auseinanderbrechen abgebrochenen Schultergelenke habe ich vorsorglich Löcher gebohrt, man weiß ja nie.

Jetzt muss nur noch der Draht mit einer Wirbelsäule zumodelliert werden und wir sind fertig:

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Der Helmschmuck gehört schon zu 1.2, dort mehr dazu.

Alles andere ist gewohntes Zusammenkleben des restlichen Skeletts, wenn man einfach nur ein nacktes Skelett wollte.

Option 1.1.1

Betrachten wir aber mal die Arme genauer:

Eigentlich sind die neuen doch viel zu schade, um sie hinter Schilden versauern zu lassen. Vielleicht können wir sie eher für Schützen gebrauchen, die sie an sichtbarerer Stelle tragen, und nehmen hier die Schildarme der alten Skelette:

post-10324-13949175072668_thumb.jpg

Nimmt man Khemri-Schilde, die die armen Skelette unsinniger Weise senkrecht zum Unterarm tragen, kann man sie so verwenden, und sollte es vielleicht sogar auch, weil die Halterung darauf ausgelegt ist.

Nimmt man neue (Vampir-)Rundschilde, werden sie zwar parallel zum Unterarm getragen aber nur locker seitwärts am Körper. Unsere Motivation zur Verwendung der buckeligen Skelett-Torsi ist aber, dass sie sich hinter den schützenden Schild ducken. Das passt also nur mit gutem Willen wirklich. Das Problem ist, dass der Handrücken zum Schild zeigen muss statt nach oben, aber genau dahin zeigt er, wenn man den Unterarm vor dem Körper positioniert.

Oh, Moment, ich habe da was:

post-10324-13949175073066_thumb.jpg

Wem fällt was auf?

Die Faust ist gedreht. So kann der Handrücken vom Körper weg zeigen, während der Arm vor der Brust gehalten wird, und der Schild sitzt richtig.

Wie habe ich das gemacht?

Ich hoffe, ihr habt einen Gasherd zu Hause.

Der Arm wird mit dem handrücken nach unten mit einer Flachzange an der Faust festgehalten, dabei übers Feuer gehalten und mit einem anderen Werkzeug gibt man leichten Druck von unten nach oben auf die Schulter.

Das Vorgehen verzeiht allerdings keine Fehler: Erhitzen an der falschen Stelle führt zu verbogenen Knochen; etwas zu lang/zu nah am Feuer gehalten und die Details zerlaufen… Man sieht auf den Bildern ja Defekte.

Zum Glück kommt das alles eh hinter den Schild bzw. in meinem (Cathay-)Fall die Schulter auch noch unter Schulterpanzer.

Achtung: Die Schultern zwischen alt und neu sind sehr unterschiedlich dick. Möchte man also keine Schulterpanzer verwenden oder die alten Schultergelenke jedes einzeln per Hand zurecht schleifen, sollte man sich für eine Modell-Generation entscheiden.

Ich Folgenden habe ich die vier misslungensten Arme verwendet, um zu demonstrieren, dass unter Schild und Schulterschutz man nachher sowieso nicht viel von den zerlaufenen Details sieht.

1.2 Schuppenrüstung und rote Büschel

Drei Sachen wurden gemacht:

1) Haarbüschel an den Helmen

2) Armeespezifische Schilde.

3) Zerfaserte Schuppenrüstung an den Körpern

Fangen wir mit den Helmen (1) an, die sind einfach:

Oben ein Loch bohren (Bohrer müsste so 0,7–0,8 mm sein), Stecknadel in passender Länge abkneifen, auf GS dort rein stiften, GS dran und mit einer anderen spitzen Stecknadel das Haarmuster ziehen. Ab und zu von unten nachstochern, damit es wieder die richtige Form annimmt. Das sieht man ja, wenn man das erstmal in der Hand hat und selbst knetet.

Ergebnis:

Buh! post-10324-13949175073543_thumb.jpg

Und die anderen sind ja oben in den Bildern mit den Wirbelsäulen zu sehen.

Schilde (2):

Hierzu möchte ich auf das [thread=109630]Stempel-Tutorial von Shitzzo[/thread] verweisen, wo u.A. auch ich bereits Erfahrungen mit einer zweiteiligen Form für die Schilde meiner Dunkelelfen dokumentiert habe. Die einteiligen Dinger hier sind wesentlich einfacher.

Hier die Form:

[attach]137586[/attach]

Oben Form, unten der Master. Für die Schilde wurde offensichtlich die rechte verwendet.

Da die Technik dort bereits beschrieben ist, hier ein paar selbsterklärende Bilder:

post-10324-1394917507371_thumb.jpg

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Erklärungen zu den selbsterklärenden Bildern (;)):

Die Deckel dieser Töpfe haben für die vorliegende Form genau die passende Wölbung. Der Stein was eine Sch…pontane Idee, von ihm war der Schild hinterher kaum abzukratzen.

Als Trennmittel erweist sich Spucke als sehr effektiv, einmal fest draufdrücken, die Form, und sofort entfernen.

Den Deckel unten vorher leicht feucht machen hilft beim Abkratzen des Schilds nach dem Trocknen.

Nun zur Rüstung (2), dem aufwändigsten Teil.

Es wurde diesmal die linke Form verwendet.

Der Prozess geht so:

Form gut ansabbern und ein Stück GS drauf platt drücken.

post-10324-13949175075587_thumb.jpg

Gut reindrücken, bis die Struktur der Form durchscheint, damit es nachher schön zerfasert.

Gleich danach mit einem passenden Werkzeug (Stecknadel ist immer und für alles ein passendes Werkzeug!) von der Form lösen:

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Und dann dem Skelett anlegen:

post-10324-1394917507723_thumb.jpg

In diesem Fall war der Streifen so lang, dass er noch für ein Stück Hüftpanzer gereicht hat, das ich vorher davon abgeschnitten und separat aufgeklebt habe, wie man sieht.

Bei künftigen Skeletten werde ich eine andere Technik verwenden, nämlich zweiteilige statt durchgehende Panzer mit Riemen dazwischen, die vorher ans Modell angebracht werden. Aber die hier bleiben erstmal so.

Hüftpanzer:

post-10324-13949175077717_thumb.jpg

Und aufkleben. Bei kleiner Klebefläche hilft ein Tropfen Sekundenkleber, um nicht durch notwendiges Festdrücken des Stücks die Oberfläche zu zerstören.

Und da sind die vier hübschen:

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post-10324-13949175078566_thumb.jpg

Hier sogar mit Schildarm (nach Option 1.1.1):

post-10324-13949175079063_thumb.jpg

Für die Schulterpanzer habe ich des Experiments wegen eine andere Technik verwendet:

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Man erkennt vielleicht ein Stückchen Folie da in der Ecke. Und zwar kann man beim Plattdrücken des GS auf der Form von der anderen Seite ein Stück weichen Polyethylen oder whatever nehmen (Einweg-Tütchen aus dem Gemüseregal von der Rolle), an dem das GS dann klebt, und die passenden Teile hinterher zusammen mit der Folie ausschneiden und aufkleben.

Zu beachten ist, dass die elastische Folie sich beim Plattdrücken streckt und hinterher wieder zusammenzieht, sodass das Rüstungsstück auf der Folie feinmaschiger ist, als das per Hand aufgetragen aber auch auf die schöne Zerfaserung und Löcher leider verzichten muss.

Und wie heißt es so schön: Der Rest ist trivial. :)

Am Schild vor dem Ankleben noch 2 Ansätze für den Riemen anbringen und nach dem Aufkleben die abstehenden Enden in die Faust… sieht man hier erstmal nicht.

Hier ein Foto zweier der Skelette nebst dem Prototyp:

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Aufwand für diese 4 Knochis: 3 Tage, weil das GS 3 mal trocknen muss (1. Wirbelsäule, 2. Rüstung, 3. Schultern). Allerdings hätten auch 10 von ihnen nur 3 Tage gebraucht und 20 vielleicht 4.

Also durchaus als Regiment machbar. :)

bearbeitet von Kuanor

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Platzhalter für später mal.

Aus genau den anderen Hälften, nämlich den stehenden (nicht rennenden!) Beinen der alten Skelette und den Torsi der neuen ergeben sich Schützen (mit entsprechenden Armen und Köchern aus dem Khemri-Gussrahmen).

Dafür muss dem alten Beipaar der Ansatz der Wirbelsäule weggeschnitten werden und schon ist man praktisch fertig. Man kann darüber diskutieren, ob die Hüften nicht unangenehm breit sind.

Bilder und genaue Dokumentation, wenn ich selbst etwas mehr als halb fertiges und Fotos habe.

bearbeitet von Kuanor

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Sehr sehr geil! Vielen Dank für dieses sehr schöne Tutorial! Werde das wohl kaum in dem Mße umsetzen können (Zeit), aber schön zu sehen, was so alles geht!

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Was soll sich in den 3 1/2 Jahren an den Formen denn geändert haben? ^^

Ich hatte allerdings noch welche aus diesem schmelzbarem chinesischen Zeug gemacht statt aus GS, sehen natürlich genau so aus.

Was aus dem Bemalen geworden ist:

Theoretisch wäre das durchaus drin - deswegen ja die ganze Vorbereitung mit den Formen. Die Idee war, damit ein ganzes Regiment oder mehrere in wenigen Schritten und schnell umgestalten zu können.

Praktisch ging das Projekt natürlich den meiner anderen Vorhaben und, sobald es in der Theorie funktionierte, verblieb es so lange in der langen Schublade, bis das Interesse an WHFB gänzlich weg war.

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Na ja evt. wie du die Formen gemacht hast oder wie die Formen ausschauen die Bilder fehlen nämlich leider. :D

Und mit einem anderem System Saga etc. Muss ja nicht unbedingt WHFB sein 

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Achso, aber die Form für die Schuppenrüstung ist doch bei "Der Prozess geht so:" nochmal zu sehen.
Wenn du mir sagst, was genau fehlt und du sehen möchtest, mache ich gern mehr Fotos.

Was mich angeht:
Bin die letzten Jahre mit Pen-&-Paper gut ausgelastet. TT bleibt als Option in der Schublade, aber der Trend geht mehr in Richtung Dark Heresy oder WHFRP testen als ein anderes TT beginnen. ^^

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Super Tutorial! Kann nur noch eine kleine Empfehlung als Trennmittel abgeben:

Vaseline - lässt sich nach durchhärten einwandfrei mit heißem Wasser und etwas Pril abwaschen

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Schönes Tutorial...kannst du mir vielleicht sagen wie du die Form für die Schuppenrüstung gemacht hast?

Würde das vielleicht klauen wollen um meine Klanratten zu Sturmratten aufzupanzern... :naughty:

Grüße

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Wie du siehst, ist das Tut etwas älter, d.h. ganz genau werde ich mich nicht mehr dran erinnern. ^^

Damals habe ich IIRC einfach auf einem Untergrund (Plasikdeckel von irgendwas) eine Fläche mit diesem Schuppenmuster aus Green Stuff bedeckt – es einmal zu modellieren ist ja mit einem Skalpell o.Ä. kein Problem – und dann ein Negativ erstellt.

Damals war auch das Negativ aus GS, inzwischen würde man eher Oyumaru/Blue Stuff/irgenwas-Mould oder unter welchem Markennamen das Zeug sonst so vertrieben wird stattdessen für ein Negativ vorziehen.

 

Wenn es wirklich hilft, kann ich ja nach dem Originalstück mal suchen und es fotografieren.

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Brauchst du glaube ich nicht raus suchen...denke ich hab das schon verstanden, Danke.

Ob man es wohl hin bekäme gleich das negativ zu modellieren? :???:

Ich denke ich behaltedas tut einfach im Hinterkopf (hoffentlich) und Kram es bei Bedarf wieder raus...die Skaven stehen in meinem planungsprozess nicht sonderlich weit vorne...

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vor 8 Stunden schrieb Landi:

Ob man es wohl hin bekäme gleich das negativ zu modellieren? :???:

 

Würde ich nicht zu raten. Die Struktur eines Schuppenpanzers selbst ist schon im Negativ aufwändiger, als im Original, und dann hast du zusätzlich auch noch weniger Kontrolle über das Ergebnis.

Ein Negativ anfertigen ist hingegen eine sehr leichte Übung.

 

Alternativ zum Modellieren kannst du natürlich auch einen Hochelfen o.Ä. mit passend gestaltetem Schuppenmantel nehmen, dann ist die Form allerdings gerundet. Dagegen wiederum kannst du versuchen, sie mit evtl. Erwärmen (bei Oyumaru & Co.) wieder flach zu bekommen, aber wie gut das funktioniert, möchte ich nicht vermuten.

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