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Der Dritte Weltkrieg in Mitteleuropa - Update: 29.08.2015

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Der Dritte Weltkrieg in Mitteleuropa

1985 - 1989

 

Vorwort

Der sogenannte Kalte Krieg ist seit gut 25 Jahren beendet. Insbesondere die US-Amerikaner berühmen sich selbst eines "Sieges" über den Ostblock. Es ist jedoch verblüffend, wie wenig die breite Öffentlichkeit bis heute über den wahren Charakter eines dritten Weltkriegs in Mitteleuropa weiß. Die verbreiteten Fehlvorstellungen reichen von völliger Unwissenheit bis zu regelrechter Panik vor dem unausweichlichen Atomtod. Dieses Phänomen beruht zweifelsohne auf verschiedenen Ursachen. Viele Aspekte einer kriegerischen Auseinandersetzung im Herzen Europas wurden vereinfacht, vergessen, verschleiert, übertrieben, beschönigt oder nie der breiten Öffentlichkeit bekannt. Den einzelnen Ursachen wollen wir an dieser Stelle aber nicht weiter nachgehen. In der historischen Wissenschaft ist jedenfalls gesichert, dass die Aufarbeitung des kalten Kriegs noch lange nicht beendet ist.

 

Die historische Unsicherheit stellt den interessierten Wargamer bei der Darstellung eines möglichen Konflikts vor große Schwierigkeiten. Was wäre wirklich passiert, wenn der kalte Krieg heiß gelaufen wäre? Welche wahren Gegebenheiten sind in einem What-if-Scenario maßgeblich? Welche realen Bedingungen sind für einen realistischen und glaubwürdigen alternativen Handlungsstrang von Bedeutung?

 

Auf solche Fragen gibt es naturgemäß keine ultimativen Antworten. Anhand der verfügbaren Quellen lassen sich jedoch im begrenzten Maße schlüssige und vernünftige Folgerungen ableiten, die einem historischen Wargame zugrunde gelegt werden können. Hierbei ist die Realitätstreue nicht der wie auch immer gearteten historischen Wahrheit als Selbstzweck geschuldet. Realitätstreue ist vielmehr die Wasserscheide, die alternative Geschichte von Fantasy und Science Fiction trennt. Dieser Trennung dient der nachfolgende Strang. Er soll historischen Spielen "Fluff" bieten.

 

Zukünftig werde ich an dieser Stelle in loser Folge Aufsätze zum Thema "Der Dritte Weltkrieg in Mitteleuropa" veröffentlich. Die einzelnen Aufsätze werden jeweils einen klar umrissenen Schwerpunkt haben und das jeweilige Thema im Detail beleuchten. Ich erhebe hierbei weder einen Anspruch auf unumstößliche Allgemeingültigkeit noch auf strikte Wissenschaftlichkeit. Die angegebenen Literaturfundstellen sollen lediglich aufzeigen, wie ich auf den jeweiligen Gedanken komme und zugleich dem interessierten Leser die Möglichkeit eröffnen, weiterführende Texte zu lesen und für sich selbst zu bewerten. Ich behalte mir das Recht auf Irrtum vor - alles andere wäre vermessen.

 

Der erste Artikel befasst sich mit einem Thema, der für den Wargamer naturgemäß von großem Interesse ist: Die operative Kommandostruktur der Streitkräfte des Warschauer Pakts im Kriegsfall. Der Artikel steht im zweiten Feld des Strangs. Sobald der nächste Artikel erscheint, wird der Vorgänger im dritten Feld des Strangs archiviert. Auf Änderungen oder Ergänzungen weise ich gesondert hin.

 

 

1: Teil Die operative Kommandostruktur der Streitkräfte des Warschauer Pakts im Kriegsfall

Bei der Erfassung und Betrachtung der operativen Kommandostruktur der Streitkräfte des Warschauer Pakts müssen wir uns mehrere Gegebenheiten von Anfang an bewusst machen. Zum einen unterscheidet sich die Kriegsstruktur erheblich von der Friedensstruktur der Streitkräfte. Zum anderen ist die operative Struktur von der Verwaltungsstruktur der Truppen zu trennen. Das ganze wird dadurch weiter erschwert, dass sich die operative Struktur über die Jahre selbst ständig geändert hat und dass Namen nicht immer das bedeuten, was sie suggerieren. Die folgenden Ausführungen gelten für die frühen 1980er Jahre.

 

 

I. Die Friedensstruktur der Truppen des Warschauer Pakts

Die sowjetischen Truppen, in ihrer Gesamtheit Rote Armee genannt, untergliedern sich in fünf Teilstreitkräfte, und zwar in die

 

- Strategischen Raketentruppen

- Landstreitkräfte

- Luftverteidigungsstreitkräfte

- Frontfliegerkräfte

- Seestreitkräfte.

 

Mit Ausnahme der Raketentruppen gliedern sich die Teilstreitkräfte weiter in verschiedene Waffengattungen (Artillerie, Panzer, Schnellboote, Kreuzer, Jagdbomber, Abfangjäger usw.). Dieser Aspekt bleibt vorerst außer Betracht.

 

Für das weitere Verständnis ist es jedoch von Bedeutung, dass wir uns die Unterscheidung von Luftverteidigungsstreitkräften und Frontfliegerkräfte vor die Augen führen.

 

Die Luftverteidigungsstreitkräfte umfassen alle Einrichtungen, die zur Verteidigung des sowjetischen Luftraums von Nöten sind, also im Wesentlichen Flugabwehrtruppen, Abfangjäger und Radareinrichtungen. Dem entgegen stellen die Frontfliegerkräfte diejenigen Einrichtungen, die zur allgemeinen Luftunterstützung der Landstreitkräfte nötig sind, also im Wesentlichen Jäger, Jagdbomber, Aufklärer usw.. Die Frontfliegerkräfte heißen nicht Frontflieger, weil sie an der "Front" kämpfen, sondern weil sie - im Gegensatz zu den Luftverteidigungsstreitkräften - im Kriegsfall auf höherer Ebene operativ fest in die Befehlsstruktur der Landstreitkräfte eingebunden werden. Sie unterstehen im Kriegsfall direkt dem Befehl des jeweiligen Frontkommandeurs.

 

Die Landstreitkräfte der Sowjetunion unterteilen sich ihrerseits zu Friedenszeiten in sechzehn Militärbezirke auf sowjetischen Boden und vier sogenannte "Gruppen", eine jeweils auf dem Gebiet der DDR, der CSSR, Polens und Ungarns. Diese Gruppen sind faktisch die Nachfolger der früheren Besatzungstruppen in Osteuropa.

 

Die Truppenstärken in den Militärbezirken der Sowjetunion und die Stärken der sowjetischen Gruppen in Osteuropa sind im Detail sehr unterschiedlich. So gehören bspw. zur GSSD, der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (sprich DDR) fünf Armeen mit insgesamt 20 Divisionen, zur Nordgruppe in Polen zwei Divisionen und zur Zentralgruppe in der CSSR fünf Divisionen. In jedem Militärbezirk und auf dem Gebiet jeder Gruppe ist darüber hinaus auch eine sowjetische Luftarmee der Frontfliegerstreitkräfte stationiert.

 

 

sMD.gif

 

Übersicht über die Militärbezirke und Streitkräfte-Gruppen der Sowjetunion.

 

 

Die Seestreitkräfte bilden vier Flotten. Die Nordmeerflotte, die Ostseeflotte, die Schwarzmeerflotte und die Pazifikflotte.

 

Hinzukommen die nationalen Streitkräfte der osteuropäischen Bündnisstaaten. Da hier im Wesentlichen eine Auseinandersetzung in Mitteleuropa zur Rede steht, beschränken wir uns zunächst auf die sogenannte Nördliche Säule. Die nördliche Säule des Warschauer Pakts (offiziell WP abgekürzt, der Begriff "Warpac" ist eine Erfindung der westlichen Pop-Kultur) besteht aus der DDR, Polen und der CSSR.

 

Die einzelnen Unterstellungsverhältnisse der Roten Armee und der osteuropäischen Verbündeten in Friedenszeiten sind vielschichtig, bürokratisch geprägt, auf Verschleierung ausgelegt und kaum zu durchblicken. Sie interessieren uns aber auch nicht weiter, denn entscheidend ist, was im Spannungs- bzw. Kriegsfall geschieht.

 

 

II. Die Kriegsstruktur der Truppen des Warschauer Pakts

Die nationalen Kontingente der Sowjetunion und der nördlichen Säule werden über den Warschauer Vertrag "vereint". Hierbei muss klar betont werden, dass das Oberkommando der vereinigten Streitkräfte der Warschauer Vertragsstaaten nur politische und administrative Aufgaben erfüllt. Es hat keine operative Befehlsgewalt. Diese liegt ausschließlich bei der Roten Armee bzw. bei der sowjetischen Führung.

 

 

warpakt.jpg

 

Typische Propaganda des Kalten Kriegs: Das Schaubild vermittelt den Eindruck, die Befehlsgewalt über die Vereinten Streitkräfte läge beim Oberkommandierenden des Warschauer Pakts. Das ist falsch. Die operative Befehlsgewalt liegt ausschließlich bei der Roten Armee bzw. der politischen Führung der Sowjetunion. Die Position des Oberkommandierenden des Warschauer Pakts gehört vielmehr zu den sogenannten "Elefantenfriedhöfen", Stellen mit Verwaltungsaufgaben, auf die hochrangige Militärs mit aussichtloser Karriere abgeschoben werden können.

 

 

Oberster Befehlshaber ist der Generalsekretär der KPdSU. Ihm zur Seite steht der Verteidigungsrat. Zum Verteidigungsrat gehören neben dem Generalsekretär und dem Verteidigungsminister typischer Weise die drei einflussreichsten Mitglieder des Politbüros. Der Verteidigungsrat wird seinerseits von den wichtigsten Vertretern aus der Verwaltung, Partei und den Streitkräften beraten. Zusammen bilden sie das "Stavka". Der Begriff ist kein Akronym und bedeutet "Zelt", er steht sinnbildlich für "Hauptquartier".

 

In militärischen Fragen steht dem Stavka der Generalstab zur Seite. Die Sowjets folgen hierbei strikt dem preußischen Vorbild. Der Generalstab hat - anders als bei den Amerikanern und den Briten - keine operative Befehlsgewalt, sondern arbeitet in militärischen Fragen dem Stavka nur zu. Die vom Stavka vorgegebene militärische Entscheidung wird ihrerseits vom jeweiligen Kommando der Strategischen Richtung, dem Oberbefehlshaber eines Kriegsschauplatzes, umgesetzt. Insgesamt gibt es drei solcher Stäbe, und zwar

 

- die strategische Richtung West mit dem Hauptquartier in Wünsdorf/DDR und der Stoßrichtung Mitteleuropa,

- die Strategische Richtung Süd-West mit dem Hauptquartier in Kiew und der Stoßrichtung Südeuropa sowie

- die Strategische Richtung Fern-Ost mit dem Hauptquartier in Chita/Transbaikal mit der Stoßrichtung China.

 

Diese Stäbe bestehen zu Friedenszeiten offiziell nicht. Die dafür nötige Infrastruktur und das Personal werden aber vorgehalten.

 

Dem Befehlshaber der Strategischen Richtung West unterstehen die Truppen der sowjetischen Streitkräfte in der DDR, Polen und der CSSR. Hinzu kommen die Truppen des Militärbezirks Weißrussland sowie die Ostseeflotte. Die Nordflotte und die Fallschirmjäger unterstehen Stavka direkt. In die Struktur der sowjetischen Truppen werden die nationalen Kontingente der DDR, Polens und der CSSR "integriert".

 

Die Marinen der DDR und Polens bilden mit der sowjetischen Ostseeflotte die "Vereinte Ostseeflotte". Die Divisionen der DDR, Polens und der CSSR werden zusammen mit sowjetischen Divisionen zu gemeinsamen Truppenverbänden (Armeen). Das jeweilige Armeekommando liegt ausschließlich bei den Sowjets. Begriffe wie "5. Armee der NVA" sind irreleitend und haben nur Bedeutung für die Verwaltung der Truppen in Friedenszeiten. Es ist nicht vorgesehen, dass die "Vereinten Streitkräfte" vereint geführt werden. Die so vereinten Armeen werden ihrerseits in Fronten gegliedert, die jeweils durch eine "vereinte" Luftarmee, bestehend aus den Frontfliegerkräften der UDSSR und der Bündnisstaaten, unterstützt werden. Neben den Fronten wird in der Sowjetunion, genauer gesagt in Weißrussland, eine Gruppe von Panzerarmeen gebildet.

 

 

III. Die Truppengliederung im Allgemeinen

Bevor wir uns der operativen Gliederung der Truppen des Warschauer Pakts in Mitteleuropa im Detail zuwenden, sollen die dahinterstehenden Grundsätze der sowjetischen Militärorganisation im Allgemeinen beleuchtet werden.

 

Die Rote Armee gliedert ihre Streitkräfte auf allen organisatorischen Ebenen nach einem einfachen Prinzip. Eine Führungsstelle ist in der Regel für drei bis fünf gleichartige Einheiten verantwortlich. Dieser Kern aus gleichen Einheiten wird je nach Organisationsebene um Unterstützungskräfte ergänzt. Das beginnt auf niedrigster Ebene und soll anhand der Gliederung einer Motorisierten Schützendivision (MSD) kurz erläutert werden.

 

Der Keim einer MSD ist die motorisierte Schützengruppe auf einem  Schützenpanzer des Typs BMP-1/-2 oder auf einem Schützenpanzerwagen des Typs BTR-60/-70/-80. Der Zugführer befehligt drei Gruppen mit drei Fahrzeugen. Auf nächsthöherer Ebene befehligt der Kompaniechef drei dieser Züge. Im Gegensatz zu den drei Zugführern hat der Kompaniechef ein eigenes Fahrzeug. Weiterhin unterstehen dem Kompaniechef neben den drei Schützenzügen auch noch ein oder zwei Gruppen mit schweren Infanteriewaffen. Drei dieser Schützenkompanien bilden ihrerseits ein Schützenbataillon. Der Bataillonskommandeur verfügt daneben über zusätzliche  Bataillonstruppen, im Regelfall ein Panzerabwehr- und ein Fliegerabwehrzug sowie eine Mörserbatterie. Das motorisierte Schützenregiment besteht wiederum aus drei Schützenbataillonen. Das Regiment wird seinerseits durch ein Panzerbataillon und ein Artilleriebataillon ergänzt. Drei Schützenregimenter bilden gemeinsam mit einem Panzerregiment und einem Artillerieregiment eine MSD.

 

 

BTR.gif

 

Gliederungsskizze aus einem amerikanischen Truppenhandbuch. Das "Drei-plus-System" ist wunderbar zu erkennen.

 

 

Nachdem die Rote Armee Anfang der 1950er Jahre die Organisationsebene des Armeekorps weitgehend aufgegeben hat, ist die nächsthöhere Organisationsebene nach der Division die Armee. Eine Armee besteht aus mindestens drei und höchstens fünf Divisionen. Für die genaue Untergliederung einer Armee gibt es keine dogmatische Vorgabe. Ihre konkrete Zusammenstellung hängt von dem Gelände des Operationsgebiets und dem jeweiligen Auftrag ab. Gleichwohl lassen sich im mitteleuropäischen Raum zwei Prototypen unterscheiden. Es gibt zum einen die "einfache" Armee der verbundenen Waffen und zum anderen die Panzerarmee. Eine Armee der verbundenen Waffen (im Folgenden nur noch Armee genannt) besteht in der Regel aus vier Motorisierten Schützendivisionen, einer Panzerdivision, einer Artilleriebrigade und einer Raketenbrigade. Dem entgegen besteht eine Panzerarmee typischer Weise aus vier Panzerdivisionen, einer Artilleriebrigade und einer Raketenbrigade. Weitere Kampfunterstützungstruppen, die direkt der jeweiligen Armee unterstellt sind, bleiben hier vorerst außer Betracht.

 

An dieser Stelle ist jedoch streng zu betonen, dass der Name einer Armee keinen zwingenden Aufschluss über ihre Struktur oder Funktion zulässt. So untergliedern bspw. Hoffman/Stoof die in der DDR stationierte 2. Garde-Panzerarmee für den Zeitraum zum Ende der 1980er Jahre in eine Panzerdivision, drei Motorisierte Schützendivisionen, eine Artilleriebrigade und zwei Raketenbrigaden (Hoffman/Stoof, Die sowjetischen Truppen in Deutschland und ihr Hauptquartier in Wünsdorf, Berlin 2013, S. 216 f.). Was auch immer man von dieser Untergliederung oder dem zitierten Buch hält, die 2. Garde-Panzerarmee ist unter diesen Umstände mit Sicherheit keine Panzerarmee, sondern eine Armee der verbundenen Waffen. Da die Namensgebung der Roten Armee vielfach auf Verschleierung ausgelegt war, sei insoweit zu größter Vorsicht geraten. Ehrennamen, wie etwa "Garde-Armee", "Stoßarmee" oder "Schockarmee" haben selbstverständlich auch keine weitere Aussagekraft für die tatsächliche Struktur oder Fähigkeit einer Armee.

 

Doch kommen wir zurück zur allgemeinen Truppengliederung. Die nächsthöhere Truppenformation im Verhältnis zur Armee ist die Front. Eine Front besteht typischer Weise aus zwei Armeen, einer Panzerarmee und einer Frontfliegerarmee. Auf gleicher Gliederungsebene wie die Front steht die Panzerarmeegruppe. Eine Panzerarmeegruppe besteht aus zwei Panzerarmeen und bildet die dritte strategische Staffel eines Kriegsschauplatzes.

 

 

IV. Die Gefechtsordnung in Mitteleuropa

Die anzunehmende Gefechtsordnung des Warschauer Paktes ist nach wie vor unbekannt. Soweit die DDR-Führung oder die anderen Regierungen Osteuropas jemals tatsächlich Kenntnis davon hatten, was stark zu bezweifeln ist, wurden die entsprechenden Dokumente an die Rote Armee zurückgegeben. Die Unterlagen sind bis heute Verschlußsache. Im Internet und in vereinzelten Publikationen sind unlängst sogenannte OOBs ("Orders of Battle", sprich Gefechtsordnungen) erschienen. Diese Auflistungen halte ich allesamt für nicht überzeugend. Zum einen stehen sie nicht im Einklang mit der sowjetischen Doktrin, zum anderen widersprechen sie dem gesunden Menschenverstand. Beispielhaft sei hier auf Lautsch, Kriegsschauplatz Deutschland, Potsdam 2013, S. 96, verwiesen. Lautsch, immerhin ein renommierter Historiker und Diplom-Militärwissenschaftler am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaft der Bundeswehr, untergliedert die in der DDR präsenten Truppen des Warschauer Pakts im Jahre 1983 in eine Front mit sieben(!) Armeen. Das halte ich für nicht nachvollziehbar. Ich kann mir keinen Grund vorstellen, der es rechtfertigen würde, dass ein Frontkommando entgegen der sowjetischen Doktrin auf einem Gefechtsfeldabschnitt mit mehr als 500 km Breite insgesamt sieben Armeen mit 31 Divisionen kommandiert. Eine solche Handhabung wäre äußerst kompliziert, unnötig komplex und schwerfällig, unübersichtlich und ineffektiv. Ein Frontstab könnte die anfallende Arbeit nicht sachgerecht erledigen. Eine solche Struktur widerspricht sowohl der sowjetischen Führungsphilosophie als auch der militärischen Erfahrung. Darüber hinaus wäre die gesamte Operation für den Fall eines erfolgreichen Kernwaffenschlags gegen das einzige Frontkommando gefährdet. Da Lautsch seinerseits keine plausible Erklärung für seine Annahme aufbieten kann, halte es für bedeutend wahrscheinlicher, dass die Truppen in der DDR in Übereinstimmung mit der oben aufgezeigten sowjetischen Doktrin geführt worden wären. In Ermangelung eines besseren Erklärungsmusters halte ich mich auch weiterhin an die Schilderung von Suvorov (Suvorov, Inside the Soviet Army, New York 1982, S. 125 f.).

 

 

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Cover der gebundenen Ausgabe. Ein gebrauchtes Taschenbuch ist bei Amazon für weniger als einen Euro zu haben. Jeder, der sich für das Thema "Cold War gone hot!" ernsthaft interessiert, sollte sich das Buch unbedingt kaufen.

 

 

Suvorov, ein ehemaliger sowjetischer Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes GRU, der in den Westen übergelaufen ist und heute abstruse Theorien zu einem drohenden sowjetischen Erstschlag im Jahre 1941 propagiert, schildert in seinem dreißig Jahre alten Buch sehr plausibel, wie die Truppen des Warschauer Paktes im Detail aufgestellt worden wären. Insoweit gehe ich davon aus, dass sein später entwickelter Hang zur abstrusen Geschichtsdeutung keinen Einfluss auf sein damaliges Werk hatte. Diese Wertung stütze ich darauf, dass der von Suvorov geschilderte Übergang der Truppen des Warschauer Pakts zur Kriegsgliederung in Übereinstimmung mit den sonstigen Erkenntnissen zur sowjetischen Doktrin steht, einfach ausgeführt werden kann, nicht dem gesunden Menschenverstand widerspricht, aus militärstrategischer Perspektive erfolgsversprechend wirkt und die aus der sowjetischer Sicht bestehende Unzuverlässigkeit der osteuropäischen Bündnisstaaten hinreichend berücksichtigt.

 

Suvorovs Betrachtung geht grundlegend von den in Osteuropa und in Weißrussland stationierten Truppen aus. Gliedert man die Anfang der 1980er Jahre präsenten Stäbe der Roten Armee und die Haupteinheiten der Bodentruppen nach Divisionstyp, Nationalität und Territorium auf, so ergibt sich  das folgende Lagebild (Schlüssel: MSD = Motorisierte Schützendivision, PD = Panzerdivision, AD = Artilleriedivision, AAD = Amphibische Angriffsdivision, LLD = Luftlandedivision, GHQ = Stab der Gruppe der Streitkräfte im Ausland, DHQ = Stab des russ. Militärdistrikts, AHQ = Armeestab, LHQ = Armeestab der Frontflieger):

 

Deutsche Demokratische Republik

Stäbe (RA): 1 GHQ, 5 AHQ, 1 LHQ

Rote Armee: 10 MSD, 9 PD, 1 AD

NVA: 4 MSD, 2 PD

 

Tschechoslowakische Sozialistische Republik

Stäbe (RA): 1 GHQ, 2 AHQ, 1 LHQ

Rote Armee: 3 MSD, 2 PD           

ÄŒSLA: 5 MSD, 5 PD

 

Volksrepublik Polen

Stäbe (RA): 1 GHQ, 1 LHQ

Rote Armee:  2 PD

PVA: 8 MSD, 5 PD, 1 AAD, 1 LLD

 

Weißrussischer Militärbezirk

Stäbe (RA): 1 DHQ, 3 AHQ, 1 LHQ

Rote Armee: 2 MSD, 9 PD           

 

Diese Aufstellung ist völlig willkürlich und ergibt keinen organisatorischen Sinn. Der Nebel lichtet sich erst, wenn man die von Suvorov stammenden Zusatzinformationen berücksichtigt (Suvorov, Inside the Soviet Army, S. 123, 125 f.): Die Artilleriedivision und die Frontfliegerarmee in der DDR haben nahezu 100% Überstärke. Der Stab der Nordgruppe der sowjetischen Streitkräfte in Polen kann sich in ein Fronthauptquartier und drei Armeehauptquartiere teilen. Der Stab der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in der DDR (GSSD) kann sich in zwei Fronthauptquartiere und Hauptquartier der Strategischen Richtung teilen. Der Stab der Zentralgruppe der sowjetischen Streitkräfte in der CSSR und der Stab des Militärbezirks Weißrussland können jeweils ein Fronthauptquartier bilden. Hebt man sodann die nationale Unterteilung der Divisionen auf und verlegt man den Stab der 8. Gardepanzerarmee (der im Friedensfall keine Truppen unterstehen) von der Ukraine in die CSSR sowie den Stab der 1. Luftarmee und den Stab der 28. Armee mitsamt einer Panzerdivision und zwei  MSD von Weißrussland in die DDR, so ergibt sich ein ganz anderes Bild (Schlüssel: MSD = Motorisierte Schützendivision, PD = Panzerdivision, AD = Artilleriedivision, AAD = Amphibische Angriffsdivision, LLD = Luftlandedivision, TvD = Hauptquartier der Strategischen Richtung, FHQ = Fronthauptquartier, AHQ = Armeestab, LHQ = Armeestab der Frontflieger):

 

Deutsche Demokratische Republik

Stäbe: 1 TvD, 2 FHQ, 6 AHQ, 2 LHQ

Divisionen: 16 MSD, 12 PD, 2 AD

 

Tschechoslowakische Sozialistische Republik

Stäbe (RA): 1 FHQ, 3 AHQ, 1 LHQ

Divisionen: 8 MSD, 7 PD           

 

Volksrepublik Polen

Stäbe (RA): 1 FHQ, 3 AHQ, 1 LHQ

Divisionen: 8 MSD, 7 PD, 1 AAD, 1 LLD

 

Weißrussischer Militärbezirk

Stäbe (RA): 1 FHQ, 2 AHQ

Divisionen: 8 PD  

           

Aus diesen Truppenteilen läßt sich dann mit mathematischer Präzision folgende Gefechtsordnung aus Großverbänden in Mitteleuropa bilden:

 

TvD - Hauptquartier der Strategischen Richtung West / DDR

 

1. Westfront / DDR                       

Fronthauptquartier

2 Armeen mit jeweils 4 MSD und einer Panzerdivision

1 Panzerarmee mit 4 Panzerdivisionen

1 Frontfliegerarmee

1 Artilleriedivision

 

2. Westfront / DDR                       

Fronthauptquartier

2 Armeen mit jeweils 4 MSD und einer Panzerdivision

1 Panzerarmee mit 4 Panzerdivisionen

1 Frontfliegerarmee

1 Artilleriedivision

 

Zentralfront / CSSR                       

Fronthauptquartier

2 Armeen mit jeweils 4 MSD und einer Panzerdivision

1 Panzerarmee mit 4 Panzerdivisionen

1 Frontfliegerarmee

1 Panzerdivision (Frontreserve)

 

Nordfront / Küstenfront / Polen       

Fronthauptquartier

2 Armeen mit jeweils 4 MSD und einer Panzerdivision

1 Panzerarmee mit 4 Panzerdivisionen

1 Frontfliegerarmee

1 Panzerdivision (Frontreserve)

 

Panzerarmeegruppe / Weißrussischer Militärbezirk

Hauptquartier der Panzerarmeegruppe

2 Panzerarmeen mit jeweils 4 Panzerdivisionen

 

Vereinte Ostseeflotte / DDR / Polen / UdSSR

Flottenverbände

1 AAD / Polen

1 LLD / Polen

Sowjetische Truppen / Militärbezirke Riga und Leningrad

 

Der von Suvorov geschilderte Übergang von der Friedensgliederung zur Kriegsgliederung setzt neben der Aufspaltung bestehender Kommandostellen in Polen und der DDR lediglich die Verlegung von drei Armeestäben und drei Divisionen voraus. Die daraus erwachsende Kriegsgliederung entspricht dem Bild, das ich aufgrund der sonstigen Erkenntnisse zur sowjetischen Militärdoktrin und aufgrund der Erkenntnisse aus dem zweiten Weltkrieg von den Sowjets erwarten würde. Die Gliederung entspricht auch dem voraussichtlichen Operationsziel. Es stehen sofort drei Fronten für den unmittelbaren Angriff gegen Zentraleuropa bereit. Hierbei hätte jede Front in Übereinstimmung mit der sowjetischen Doktrin einen Gefechtsfeldabschnitt von ca. 250 - 300 Km Breite und eine natürliche Angriffsrichtung, die mit den geographischen Gegebenheiten in Mitteleuropa vereinbar wäre. Eine der Westfronten kann über die norddeutsche Tiefebene vorgehen, die andere gegen den Raum Frankfurt. Die Zentralfront hätte die Stoßrichtung Bayern. Diese Aufstellung halte ich für schlüssig, nachvollziehbar und sinnvoll. Sie trägt dem Umstand Rechnung, dass die Sowjets seit jeher simple Strukturen bevorzugt haben, da simple Strukturen die Zentrale Führung erleichtern.

 

Auf der anderen Seite muss man aber festhalten, dass Suvorovs Schilderung auch Schwachstellen hat. Zum einen würden fast ausschließlich polnische Truppen die Nordfront/Küstenfront bilden. Diese Konzentration steht im Widerspruch zum Sowjetischen Führungs- und Kontrollanspruch auf allen Ebenen. Darüber hinaus erscheint mir ein Hauptquartier der Strategischen Richtung in der DDR ungünstig platziert. Zwar wird das Risiko von Kernwaffenschlägen gegen das Hauptquartier aufgrund der unmittelbaren Nähe zu Westberlin reduziert; anderseits ist die Hauptkampflinie so nahe, dass NATO-Bomber die Führungseinrichtungen in nur wenige Flugminuten erreichen können. Aus meiner Sicht erscheint es plausibler, wenn die Führungsstelle der Strategischen Richtung in Polen oder im Süden der Sowjetunion liegen würde. Für die Mitte der 1980er Jahre gibt es daher auch entsprechende Literaturfundstellen und abweichende Schilderungen, auf die ich im nächsten Teil eingehen werde.

 

- wird fortgesetzt  -

 

V. Alternative Gliederung des Strategischen Richtung West

VI. Fazit

 

2. Teil: Die operative Befehlsstruktur der NATO

3. Teil: Der Dritte Weltkrieg im Film und in der Literatur

4. Teil: Operationsplanung des Warschauer Pakts

5. Teil: Die Verteidigung Westeuropas

 

 

Empfehlenswerte Literatur (Auswahl):

Donnelly, Christopher, Red Banner, The Soviet Military System in Peace and War, Coulsdon 1988.

Gribkow, Anatoli I., Der Warschauer Pakt, Geschichte und Hintergründe des östlichen Militärbündnisses, Berlin 1995.

Johnson, A. Ross et al., Die Streitkräfte des Warschauer Pakts in Mitteleuropa: DDR, Polen und CSSR, Stuttgart 1982.

Magenheimer, Heinz, Die Verteidigung Westeuropas, Koblenz 1986.

Suvorov, Viktor, Inside the Soviet Army, New York 1982.

Umbach, Das rote Bündnis, Berlin 2005.

Wenzke, Rüdiger, Hrsg., Die Streitkräfte der DDR und Polens in der Operationsplanung des Warschauer Paktes, Potsdam 2010.

Zaloga, Steven J., Tank War - Central Front: NATO vs. Warsaw Pact, London 1989.

bearbeitet von Ex Officio

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Klingt interessant. Ich bleibe mal am Ball. Mit "Team Yankee" sprießt ja bald wieder ein neues "Cold War gone hot" Wargame aus dem Boden. Die Thematik kommt langsam in "Mode".

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Die Thematik ist immer in Mode, gibt ja genug Regelwerke für so ein Szenario, wie FoF, World at War, AK 47 Republic,  oder Cold War Commander nur um eini paar zu nennen. Spannend auf jeden Fall und völlig unverfänglich :D

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Die Thematik ist immer in Mode

Seit ich "Red Storm Rising" gelesen habe bei mir ein echter Dauerbrenner!

 

Ich habe noch kein sinniges System für ein Update gefunden. Daher habe ich die Ergänzung erst einmal stumpf oben eingefügt :buch:

bearbeitet von Ex Officio

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Sehr fein, ich versuche seit einiger Zeit die beiden literarischen "Hauptwerke" Team Yankee und Red Army in die finger zu bekommen ;)

Ich hab vor einiger Zeit angefangen eine 1980er-Mod für den Kriegsfilmsimulator zu schreiben, aber nur so nebenher. Also ist das hier 100% interessant für mich :ok:

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Sehr fein, ich versuche seit einiger Zeit die beiden literarischen "Hauptwerke" Team Yankee und Red Army in die finger zu bekommen ;)

Ich hab vor einiger Zeit angefangen eine 1980er-Mod für den Kriegsfilmsimulator zu schreiben, aber nur so nebenher. Also ist das hier 100% interessant für mich :ok:

Eine Rezension der "Hauptwerke", insbesondere der von Dir genannten Bücher, habe ich als 3. Teil geplant. In Kurzform: beide sind lesenswert, TY ist uneingeschränkt zu empfehlen. RA merkt man an, dass der Author ein US-amerikanischer Chauvinist ist. Beide Bücher sind bei Amazon gebraucht für einen Appel und ein Ei zu haben. Wirklich empfehlen kann ich Dir: Sir John Hackett, The Third World War: August 1985. Team Yankee ist ein Spin-off dieses Buchs. bearbeitet von Ex Officio

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Ich finde den super! Auch wenn das Regelwerk nicht so gut funktioniert hat wie erhofft, eine sehr schöne kleine Armee für den Schaukasten! Und der "Style" des Projekts ist auch Bombe, BESONDERS die Bilder und die Musik. Da hast Du aber stramm 2 Monate gearbeitet. Respect!

bearbeitet von Ex Officio

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In den 80ern unterhielt die GSSD 11 Panzerdivisionen, Anfang 1991 noch 9 sowie Hauptquartiere für 2 Panzer- und 3 allgemeine Armeen.

Westberlin galt nie als Problem; es gab einen inzwischen wohlbekannten und sehr detaillierten Plan, wie Westberlin mit Kriegsbeginn schnell eingeschlossen (= neutralisiert) und dann binnen weniger Tage erobert werden sollte. Plus Listen, welche Kader danach welche Einreichtungen in Westberlin übernehmen und leiten sollten, welche Personen zu verhaften und internieren seien, zur Verodgung etc. pp.

Das vorderste Armee-HQ befand sich übrigens in Magdeburg. Frontnähe galt in der Sowjetischen Doktrin nie als Manko, sondern als Standard. Führung von vorn. Der Verlust von Generälen dadurch wurde in Kauf genommen.

 

Gruß NogegoN

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Bezüglich der Divisionsstärke der GSSD habe ich andere Informationen. Im Jahr 1976 zählte die GSSD 10 MSD, 10 PD und 1 AD. Bis 1982 gab es keine Änderungen mehr. Zwischen '82 und '83 wurde dann die 6. Garde-PD in Wittenberg aufgelöst (Gerät verblieb in der DDR).

bearbeitet von Ex Officio

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Schaun wir mal:

1. Gardepanzerarmee, Dresden

9. Panzer

11. Gardepanzer

20. GardeMSD

 

2. Gardepanzerarmee, Fürstenberg

16. Gardepanzer

21. MSD

94. GardeMSD

207. MSD

 

3. Armee, Magdeburg

7. Gardepanzer

10. Gardepanzer

12. Gardepanzer

47. Gardepanzer

 

20. Gardearmee, Eberswalde

25. Panzer

32. Gardepanzer

90. Gardepanzer

35. MSD

 

11 Panzerdivisionen. Zu den MSDs habe ich keine durchgängigen Infos.

Die "unregelmäßige" Struktur der Panzerarmeen macht auch Sinn, wenn man sich die Dislozierung ansieht: Magdeburg ist per Panzer nur eine Stunde von der Grenze entfernt, außerdem einer der wenigen Elbübergnge, die für massive Truppenkörper passierbar sind. Die anderen Brücken in Sachsen-Anhalt waren zu WARPAC-Zeiten dafür nicht geeignet. Zu eng und zu marode. Egal ob im Angriff oder in der Defensive: So weit vorn möchte man wenn dann ein massives Element haben, das entweder sofort Verteidigungsoperationen gegen angreifende NATO-Verbände ausführen kann oder sofort erheblich in die Tiefe des NATO-Gebietes vorstoßen kann, ehe sich dort die Verteidiger konsolidiert haben.

Gruß NogegoN

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Ich gehe mal davon aus das Desaster auf die Einteilung der Infantrietrupps anspielt.

Eine Squad hat 3 Fire Teams a 4 Mann plus einen Squadleader und nen RTO.

Ein Platoon hat dann meine ich 3 Squads plus Platoonleader und Schreiber usw...

Es gibt noch diverse Unterschiede zwischen der Aufstellung bei Army und USMC... aber sind eher Details.

Ein Fireteam besteht halt aus nem Teamleader mit M16 / M4

Soldat mit M16/M4 Plus Unterlaufgranatwerfer

Soldat mit SAW Leichtem MG

Soldat mit M16/M4

Dies kann je nach Auftragslage noch in der Bewaffnung variieren.

Aber keine Ahnung wie die Sowjets das gehandhabt haben.

MfG Terrorbär

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Meine Frage bezog sich auf das routinemässige Aufteilen von Trupps in kleinere Teams. Im englischsprachigen Raum ist es üblich, Trupps in 4-Mann-Teams aufzuspalten, die dann als taktische Einheit dienen (Fireteam, Stick, Assault Group...).

Gab es so eine Doktrin im WarPac auch?

 

Edit: Da war der Terrorbär schneller ,)

bearbeitet von Desaster

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Mit 11 PD gehe ich ab 1985 konform. Mein Artikel bezieht sich auf die Zeit davor. Auf welche Zeitspanne bezieht sich Deine Liste?

bearbeitet von Ex Officio

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@Desaster, Terrorbär: Ah! Ich war mir nicht sicher. Von Infanterietaktik habe ich keine Ahnung :blush:

EDIT: Ein schnelles Querlesen hilft auch nicht. Ich finde keine Hinweise auf eine Unterteilung einer Mot. Schützengruppe in Feuerelemente. Ich würde aber stark vermuten, dass zumindest Luftsturm- und Luftlandeeinheiten vergleichbar kämpfen. Das müßte ich aber erst einmal recherchieren.

bearbeitet von Ex Officio

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Terrorbär ist leider nicht korrekt. Nur das USMC hat die 13-Man-Gliederung (Leader und 3x4 Mann) (und da sind die echt stolz drauf und lachen über die Army). Die US Army hat 8 Mann. Die sowjetische Gliederung ist eine Fahrzeugbesatzung = 1 Gruppe, also 6-7 Mann. Soweit ich mich an den infanteristischen Teil meiner Grundausbildung erinnere, ging es auch immer in Gruppe, nie um Viererteams. Die Tschetschenen in Grosny haben das Viererteam aus RPG, Sniper, LMG und Träger erfunden.

 

Gruß NogegoN

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Mit 11 PD gehe ich ab 1985 konform. Mein Artikel bezieht sich auf die Zeit davor.

Dann ist die Frage ja geklärt.

 

Gruß NogegoN

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@ NogegoN:

Also ich hab folgendes gefunden:

Mot-Rifle Platoon = HQ + 3 Squads + 3 Fahrzeuge

Ist das korrekt?

Und Platoon-Leader und Stellvetreter fahren standardmässig in unterschiedlichen Fahrzeugen?

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