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Tutorial:

True Metalic Metal (TMM) - Schnell und nass

 

Mehrere Leser hier haben mich gebeten zu beschreiben, wie ich mein Metall male.
In letzter Zeit habe ich da etwas mehr Augenmerk drauf gelegt, nachdem das viele Jahre lang für mich ein Buch mit sieben Siegeln war. Im Punkt Metall haben mir selbst 2 Workshops bei Jarhead kaum weitergeholfen.

Der eigentliche Groschen fiel schließlich bei der Betrachtung von Luferox' Zwergen und seiner NMM Ausführung.
Da beschloss ich zu experimentieren.

Klar für mich war, dass kein NMM malen würde.
NMM ist nur etwas für SiFi Minis oder für Fotos, meiner Meinung nach.
Life sieht es eben ... nicht metallisch aus.
Und da ich meine Mortheim Miniaturen zum Spielen und Betrachten male und nicht für Fotos, war NMM eigentlich nie ein Thema.

Doch die wichtigsten Techniken der Metallbemalung (Schatten/Licht, Objektform) sind im NMM viel wichtiger als in TMM, damit es auch nur im mindesten gut aussieht.
TMM kommt im Zweifel auch mit weniger aus; vermutlich auch mit ein Grund wieso gute Maler sich davon entfernen und gleich mit NMM versuchen, anstatt die neuen und richtigen Erkenntnisse auf TMM anzuwenden

Mein Ergebniss daraus war einfach, vor einigen Monaten begann ich, für TMM zwei recht einfache Techniken zu übernehmen:

 

1. Objektform und passende Schatten und Lichtverläufe.
Da gibt es im Internet viele Beispiele, hier nur ein Paar:

Die Kugel
Z.B. Helme, Schulterplatten, Wadenbereich von Beinschienen
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Zylinder
z. B. Gewehr- und Pistolenläufe, Bein und Armschienen, Spitzen von Bögen.
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Der Würfel
Sicher am weitesten verbreitet: Visiere, Knie- und Ellenbogenschoner, Brustplatten und, am allerwichtigsten, Klingen.

Hire beachten wir besonders den Farbverlauf auf der Oberseite. Von weiss zu grau.
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Kurven
Oft in Kombination mit anderen Elementen, wie bei Brustplatten, Beinschienen und komplizierten oder geflammte Waffen.

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2. helle Kanten
Eine helle Kante hebt die Facetten einfach schön voneinader hervor und verstärkt den Eindruck von Schärfe in Klingen.

 

So, genug geschwätzt.
Jetzt wollen wir ein Schwert bemalen.

Ein Schwert ist also eine Box, vir versuchen uns entsprechend daran.
 

Schritt 1: Die Farben

1- Glänzend Schwarz -  von Hobbyline (Baumarkt; finde ich gut weil es durch den Glanz sich prima mit dem Melatt ergänzt)
2- Boltgun metal
3- Mithril silver
4- Silvergrey von Vallejo Model colour

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Alle Farben auf die Nasspalette. (Bei mir fehlt noch das silbergrau):

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Die Nasspalette ist für die Technik essentiell, denn direkt aus dem Pot wird das Nass in Nass um ein Vielfaches komplizierter.

Anschließend wird das komplette Metall mit Glänzend Schwarz (1) grundiert.
Von GW habe ich als erstes gelrnt, dass Metall auf Schwarz am besten aussieht.

Schritt 2: Die Verläufe festlegen.
Meiner Meinung nach der wichtigste Schritt.
Hier lohnt es sich, ein bisschen nachzudenken, wie man schöne Kontraste auf Facetten schafft, welche Formen an der Miniatur vorliegen und wie man sie bemalen will.
5-10 Min Betrachtung zahlen sich hier gut aus.


Ich beschließe als erstes, wo meine Lichtpunkte liegen und bemale sie in Mithril Silver:
Die Klinge eines Schwertes ist eine gute Box, also müssen die Facetten dort kontrastieren, wo sie aufeinader treffen


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Und die andere Seite genauso:



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Schritt 3: Den Verlauf malen

Von Mithril silver bis zum Glänzend Schwarz bauen wir mit Hilfe von nass-in-nass langsam den Verlauf auf.

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Auf das Nass in Nass gehe ich jetzt technisch nicht genauer ein, im Kern geht es darum die Farben recht dünn und ein bisschen flüssig aufzumalen, damit sie sich miteinander vermischen. Dann mit dem Pinsel sanft verrühren und so einen (recht) sanften Verlauf schaffen.
Ist weniger schwer als man denkt. Details findet ihr zuhauf im Netz.


Schritt 4: Blenden
Hier wirds aufwändig!
Man kann es machen - oder eben auch nicht.
Je mehr man nun blendet, desto weicher werden die Übergänge, desto toller das Ergebnis, und desto mehr Zeit rinnt uns durch die Finger.
Im Normalfall blende ich gar nicht. Was das Nass in Nass nicht schafft, das bleibt eben so.


Hier habe ich genau zweimal geblendet, denn das ist der Bandenführer, ich möchte dass er sich noch einen Tick vom Rest der Truppe abhebt.
Damit es schneller geht habe ich zwischen jedem Schritt den Fön eingesetzt, damit es gleich weiter gehen kann; tolles Werkzeug, sollta man auf seinem Screibtisch immer griffbereit stehen haben.

Wichtig ist hier, dass ihr immer abwechselnd blendet:
- ins Licht
- ins Dunkle
- ins Licht
- ins Dunkle
Wer mehr über das Blenden wissen möchte und um sich einzuarbeiten, dem empfehle ich die einschlägigen Internet Tutorials.



Schritt 5: Die helle Kante
Der krönende Abschluss.
Hier am besten vorher mal tief durchtmen. :)

Es ist nicht schwer, doch man braucht eine ruhige Hand.

Und keine Sorge, mit der Übung wirds besser.

Die Farbe ist das Silvergray (4).

Meine bisherige Erkenntnisse:
- Dünne Farbe nehmen, aber nicht flüssig
- Das Wasser aus dem Pinsel durch Aufdrücken an einem Küchentuch absaugen
- den Pinsel seitlich auf dem Küchentuch abflachen
- anschließend mit der dünnen Kante sanft aufmalen
- am besten 2-3 feine Linien übereinader, die sich deckend ergänzen.
- eventuelle Fehler einfach mit Metallfarben korrigieren.

- Dick geratene Linien lassen sich mit Metallfarben von der Seite leicht wieder dünn machen
 

Und so siehts fertig aus:

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Nachdem ich ein bisschen an der Figur weiter gemalt habe, kann ich Euch auch einige Ergebnisse an anderen Flächen zeigen:

Hier seht ihr:
- Beinschienen: Hier als kombination zwischen Box und Kurve.
Achtet auf den gegensätzlichen Verlauf der Lichtkurven.
So steht immer der hellste Punkt dem Dunkelsten gegenüber.
Das ist in der Natur nicht so, doch auf winzige 28 mm Minis muss man Kontraste übertreiben, sonst sieht man sie einfach nicht auf 1m Spielentfernung.

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Weiter seht ihr:

- Wadenschoner: Hier als kombination zwischen Kugel und Kurve.
Oben Kugel, unten Kurve

- Oberbeinschiene: Hier als zweiteiliges Rohr.

 

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Ich hoffe das war ein bisschen hilfreich, und ihr findet Lust, auch euren besonderen Modellen ein bisschen aufwendigers TMM zu spendieren.
 

bearbeitet von Leolyn

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Schönes Tutorial, schnell und effizient. 

Ich sehe das aber eher als NMM, für TMM mischst du dir mit dem weiß und schwarz zu viele Metalpigmente raus und bekommst dann nicht mehr den Kontrast zwischen matt und glänzend.

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Beim Grau könntest du recht haben, da habe ich überlegt schon Metalmedium von Vallejo hinzuzufügen.

Das Schwarz ist glänzend und passt meines Erachtens sehr gut.

Durch die Nass-in-nass Technik mischen sich die Farben eh, und Metallpigmente kommen in fast jeder farbe (außer den Kanten).

bearbeitet von Leolyn

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Mach das ganze doch mal nur mit Metalfarben, die dunklen kannst du dir mit einer Metalfarbe und schwarz anmischen, aber die Hellen würde ich reine Metalfarben lassen, dann bekommst du den Glanz besser hin bzw. hast einen super Kontrast wischen den matter werdenden Schatten und den glänzenden Lichtern. Aufwand ist der gleiche nur andere Farben ;D.

 

Aber nicht falsch verstehen, damit will ich nicht sagen es wäre falsch oder so, wichtig ist, dass es nach Metal aussieht und das tut es ;).

bearbeitet von bucks

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