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Der Stammtisch - Alle behindert hier!


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Die kleine ist raus. 

So jetzt kommen wir alle mal wieder ein bisschen runter und schauen uns brav ein paar hübsche Brüsten an. Da sollte für jeden was dabei sein         

Interview mit einem Ehepaar, das bereits seit über 50 Jahren verheiratet ist.   Journalist Denkt man in so einer langen Ehe auch mal an Scheidung   Ehepaar Nein, nie. Mor

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Da @Delln mal wieder null Content bringt, mal ein kurzer Bericht über die letzten 30 Tage:

 

Offiziell war es ein Praktikum bei der Militärseelsorge, davon 3 1/2 Wochen in der Saaleck-Kaserne Hammelburg und eine Woche in der Karwendel-Kaserne Mittenwald.

 

Hammelburg:

Ich kam Mittwochmittag an und es war noch absolut nichts vorbereitet, kein Vertrag und deshalb gab es auch kein Zimmer in der Kaserne für mich. :facepalm: 

Also zuerst einmal 2 Tage beim Pfarrer zuhause gewohnt und währenddessen die ganzen Formalia erledigt.

Dann ging es Freitag für 8 Tage auf eine Familienrüstzeit (Rüstzeiten sind eine Art Freizeit, entweder für Familien oder für aktive Soldaten) nach Steingaden im Allgäu. 

Teilnehmer waren hauptsächlich Familien mit kleinen Kindern, bzw. Kindern im Teenageralter. 

Das Programm bestand hauptsächlich aus Essen und kurzen Spaziergängen, im Allgemeinen war es aber ziemlich langweilig, weil niemand in meinem Alter dabei war (entweder waren die Leute über 40 oder unter 17), wobei ich mich dann doch mit einem älteren Ehepaar und einigen der Kiddies doch mehr oder weniger angefreundet habe.

 

Anschließend stand 2 Wochen "normaler" Dienst beim Seelsorger in der Kaserne an.

Zusammenfassen kann man es mit dem Wort: Stinklangweilig.

Der Pfarrer hat von Anfang an gesagt, dass ich grundsätzlich bei keinem der Seelsorgegespräche dabei sein darf (Gut, dass es sich nicht um ein Praktikum bei der Militärseelsorge gehandelt hat :facepalm: ).

Daher musste ich die meiste Zeit im Gemeinschaftsraum warten oder ein paar Aufgaben erledigen, auf die der Pfarrer keinen Bock hatte wie zB. Kisten rumschleppen, während er im Gemeinschaftsraum Kaffee getrunken hat.

Allgemein war der Typ einfach eine faule Sau.

 

Morgens kam er zwischen 8:30 und 10 Uhr und hat anschließend mit dem fettleibigen Pfarrhelfer 30 - 90 Minuten Frühstücks-"Pause" (mit Eis, Kuchen oder Weckchen mit Leberwurst o.Ä.) gemacht. Danach hat er ~2 - 3 Stunden sein Zeug erledigt und anschließend wieder eine Stunde Pause gemacht um dann gegen 16:00 Uhr zu sagen, dass er ja jetzt seine 8 Stunden rum hat und dann nach Hause gegangen ist.  

Ein gutes Beispiel dafür, dass diese 2 Wochen absolut verschwendete Zeit waren, war der Montag für zwei Wochen: Um 14 Uhr kam die erste Person, 14:30 Uhr die zweite und anschließend gab es dann 90 Minuten Gruppengespräch mit den beiden, dem Vorgesetzten und der Gleichstellungsbeauftragten. 

Ich musste natürlich die gesamte Zeit draußen warten bis er um 16:30 Uhr dann kam und sagte, er geht nach Hause.

Ich habe also den gesamten Nachmittag mit Nichtstun verschwendet, obwohl ich auch irgendetwas anderes tun hätte können. 

Auf meine Aussage, dass ich mich während des Praktikums langweile war dann seine Antwort, dass ich ja etwas für die Uni tun könne (nur blöd, dass ich nichts dabei hatte, weil ich eigentlich dachte, ich würde gar nicht dazu kommen).

 

Woche 2 und 3 waren daher eine einzige Katastrophe und eine reine Verschwendung von Arbeitszeit.

Dazu kam, dass der Typ ein absoluter Vollidiot war, der mich penetrant mit persönlichen Fragen genervt hat, obwohl ich eigentlich offensichtlich kein Interesse an einem Gespräch hatte. Dazu kamen dumme Witze, über die ich nicht ein einziges mal gelacht habe und fast tägliche Kritik, was ihm an meinem Leben nicht passt, fachlich hatte er zudem so gut wie nichts drauf, so konnte er zB. nicht eine der drei klassischen Sprachen mehr (obwohl diese eigentlich die Grundlage des Berufes darstellen).

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich schon lange nicht mehr von einem Menschen derart angewidert war. 

 

 

Den absoluten Abschuss hat er dann letzten Sonntag gebracht. 

Auf diesen Tag hatte ich mein Zugticket nach Mittenwald gebucht und mit ihm ausgemacht, dass er mich um 8:30 Uhr zum Bahnhof bringt, weil die Kaserne auf einem Berg 6km vom Bahnhof entfernt ist und ich schweres Gepäck dabei hatte.

Nun ratet mal wer nicht aufgetaucht ist und ich dann selbst schauen musste, wie ich zum Bahnhof kommen musste, weil er nicht an sein Handy gegangen ist, übrigens hat er sich bis heute nicht entschuldigt. 

 

Nachdem die drei Wochen zuvor bereits eine einzige Katastrophe gewesen sind, war an diesem Tag der absolute Tiefpunkt erreicht und ich wäre am liebsten nach Hause gefahren und hätte das Praktikum abgebrochen. 

 

Da ich dem anderen dann aber eher schwerlich absagen konnte, bin ich doch nach Mittenwald gefahren; Schlimmer konnte es eh kaum kommen. 

Und das hat sich dann auch bewahrheitet.

 

Mittenwald:

Der Pfarrer dort war ziemlich cool und kam bereits jeden morgen um 6 um mit den Soldaten in der Truppenküche zu frühstücken, sein Pfarrhelfer ist Ex-Soldat, brachte auf 1,85m 100kg Muskelmasse auf die Waage (ganz im Gegensatz zu denen in Hammelburg, die beide fett und faul waren) und war in jungen Jahren Anschieber in einem 4er Bob. 

Montagmorgen sind wir dann in ein Hotel nach Steingaden für einen zweitägigen LeKu (Lebenskundlichen Unterricht) gefahren, der das Thema Tod und Verwundung zum Thema hatte und eine Kompanie, die in zwei Wochen nach Mali kommt, auf den Einsatz vorzubereiten. 

Die Truppe war mega cool und abends wurde nach dem Unterricht gegrillt und anschließend haben wir uns alle zusammen in der Hotellobby volllaufen lassen (inkl. Oberstabsfeldwebel und Hauptmann), ich habe mich super mit den Soldaten verstanden und ich habe mich das erste mal richtig als Teil der Truppe gefühlt. Der Tag drauf war dann natürlich kacke, aber selbst Schuld, wenn man zu tief ins Glas schaut. :D 

Mittwoch und Donnerstag haben mir der Pfarrer und der Pfarrhelfer dann die ganzen Kasernen in der Umgebung (Edwelweiß und Karwendel in Mittenwald, sowie die alte Lutteseekaserne aus dem 1. WK), sowie die Übungsplätze und Schießanlagen gezeigt. 

Das absolute Highlight war dabei eine Privatführung eines Oberstleutnants durch das Marshall-Center in Garmisch-Partenkirchen.

Sprich ich habe ein riesiges Einblick in die gesamte Sache erhalten, den ich wahrscheinlich in dieser Form nie wieder bekommen werde.

 

Bei den Seelsorgegesprächen war er der Ansicht, dass ich grundsätzlich dabei sein darf, aber die Entscheidung letztlich beim Soldaten liegt, so konnte ich zumindest bei einem Seelsorgegespräch dabei sein. 

Dann war das Praktikum auch schon rum.

 

 

Zur Bundeswehr:

Ich habe ja die gesamte Zeit in den Kasernen gewohnt und mir hat der gesamte Laden extrem gut gefallen.

Frühstücksbuffet für 1,70; Mittagsbuffet für 3,17; da kann man schwerlich meckern.

Ich hatte ein Einzelzimmer mit eigenem Kühlschrank und Fernseher (hat mittlerweile jede Stube), und bis 2050 sollen in Deutschland die Gemeinschaftsstuben komplett abgeschafft werden, sprich jeder Soldat erhält dann sein eigenes Zimmer (ich halte das zwar für alles andere als sinnvoll, ab nun gut).

Auf dem Kasernengelände gab es einen Kraftraum, 2 Saunen, ein Schwimm- und ein Hallenbad sowie jeweils ein Heim für Mannschafter, Unteroffiziere und Offiziere mit Flat Screens, Billiardtischen, Spielekonsolen etc. - alles kostenlos nutzbar. 

Zudem konnte man in den Heimen extrem billig essen (zB. 6,50 Euro für einen großen Teller mit Cordon Bleu, Pommes und Salat oder 3,60 Euro für eine Maß gutes Bier). 

 

An einem Samstag hat mich dann auch mal ein Feldwebel mit zu einer Raumbegehung in Vorbereitung für eine Reservistenübung mitgenommen und mir währenddessen alles erklärt, allgemein waren alle Leute in den Kasernen extrem hilfsbereit und haben immer freundlich gegrüßt, wenn man sich morgen auf dem Kasernengelände gesehen hat. 

Die Zeitumstellung war für mich überhaupt kein Problem, im Endeffekt habe ich meinen kompletten Tagesablauf nur um 45 Minuten nach vorne verlegt. 

Ich habe in meiner Zeit auch ziemlich viele Oberstleutnante und Oberste kennengelernt und war ziemlich interessiert an dem ganzen Laden, was denen auch aufgefallen ist und es deswegen mehrere Anwerbeversuche ihrerseits gab, sprich ich könnte nach dem Studium auch zum Bund gehen und nach 15 Monaten Grundwehrdienst direkt als Leutnant einsteigen, weil ich ja bereits ein abgeschlossenes Studium habe. :ok: 

 

 

Zum Schluss:

Die ersten drei Wochen in Hammelburg waren eine einzige Katastrophe, die Woche in Mittenwald und die Bundeswehr im Allgemeinen waren dagegen top. 

Ich ziehe es auf jeden Fall nun ernsthaft in Erwägung nach dem Studium die Offizierslaufbahn als Berufszweig zu wählen, und werde deshalb in 6 oder 12 Monaten noch ein richtiges Truppenpraktikum in einer Kaserne (hoffentlich in BaWü, und dann für 4 - 8 Wochen) um mir nochmal ein richtiges Bild vom Tagesablauf eines Angehörigen des Militärs zu machen.

Ob ich dann wirklich zur Bundeswehr gehe, doch promoviere oder in die Wirtschaft gehen werde ich dann aber erst entscheiden, wenn ich mein Examen in der Tasche habe.

 

Was mich am meisten an der BW stört ist zwar der viele Papierkram und die teilweise langen Autofahrten zu irgendwelchen Besprechungen, aber das ist halt leider heutzutage in vielen Berufen so üblich. :/ 

 

 

 

 

 

 

Hui, das ist jetzt doch länger geworden als es eigentlich werde sollte und ich hätte auch locker 10 mal so viel schreiben können, aber für eine kurze Übersicht sollte das dann doch reichen. :ok: 

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