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Sir Leon

Testamentarische Unklarheiten

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Das eine Projekt hat gerade ordentlich Schwung, da macht der ein weiteres auf... Als wäre der Leichenberg unfertiger Projekte noch nicht groß genug. Tja, aber wie immer habe ich eine haarsträubende wie logische Erklärung dafür.

 

1. Sechs Wahnsinnige an einem Tisch

Bei uns im Verein ist es - wie wohl in vielen Vereinen - oft der Fall, dass ein Projekt gut startet und dann aber nach und nach immer mehr Leute abspringen. Daher arbeite ich oft nur mit 1-2 Leuten an einem Projekt und da dann zuverlässig. Diesmal wollte ich aber was größeres und fragte daher rum, wer Lust hätte, ein hochmittelalterliches Gefecht mit 3 Parteien pro Seite auf die beine zu stellen. Tatsächlich fanden sich fünf weitere Spieler, was dafür sorgt, dass die Modellanzahl recht übersichtlich bleibt.

Ziel ist es, dass jeder sein Kontingent bis zum 5. Juni 2018 fertiggestellt hat und wir dann zeitnah spielen. Da der Tag auf einen Dienstag fällt, wird es wohl nicht an diesem Datum zum Spiel kommen, aber irgendwas ist ja immer.

 

2. Der Hintergrund

1280 verstarb Walram V., Herzog von Limburg ohne männlichen Erben. Daher erbte sein Schwiegersohn Rainald von Geldern die Herzogswürde, was von König Rudolf I. auch so bestätigt wurde. Dummerweise verstarb aber bereits 1283 seine Ehefrau Irmgard und damit die einzige Verbindung zur Erblinie des Grafen. Das rief den Neffen Walrams, Adolf V. von Berg, auf den Plan, der nun seinerseits Erbansprüche anmeldete, die deutlich stärker waren, als die Rainalds. Die Lehnshoheit der Territorien Geldern, Berg und Limburg lag beim Erzbischof von Köln, der klar Rainald favorisierte, da Adolf V. gegen ihn opponierte, um eine stärkere Autonomie zu erlangen. Heinrich VI. von Luxemburg stellte sich ebenfalls hinter die kurkölner Position, was Adolf relativ allein auf weiter Flur ließ. Er verkaufte daher seinen Erbanspruch an Johann I. von Brabant. Der Herzog wollte sich Richtung Osten vergrößern und schielte auf das wirtschaftlich starke Limburg. Für Kurköln wäre das aber der Supergau. Es folgte eine sechsjährige bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Erzbischof Siegfried von Westerburg und seinen Verbündeten, Graf Reinald I. von Geldern, Graf Heinrich VI. von Luxemburg, Graf Adolf von Nassau und Graf Dietrich von Altena und Isenberg und dem Herzog von Brabant mit seinen Verbündeten Graf Adolf V. von Berg, Graf Eberhard I. von der Mark, Graf Walram von Jülich und der Stadt Köln. Beiden Seiten schlossen sich weitere Parteigänger an. Der Streit gipfelte schließlich am 5.6.1288 in der Schlacht von Worringen.

 

3. Mein Beitrag

Unter den 6 möglichen Parteien (Berg, Jülich, Brabant, Kurköln, Luxemburg und Geldern), habe ich Berg abbekommen. Es gilt, ein Kontingent für Deus Vult oder Hail Caesar aufzustellen. Meine Liste der Pflichteinheiten ist recht kurz, aber es wäre ja gelacht, wenn ich es dabei belassen würde. Jedes Kontingent besteht aus drei Einheiten. In meinem Falle sind das:

- eine Einheit aus 12 Rittern (die Grafen und ihr Gefolge, die unter Adolf kämpften)

- eine Einheit aus 24 schwer gerüsteten Infanteristen (das Kontingent der Stadt Köln)

- eine Einheit aus 36 Sergeanten zu Fuß (die bergischen Bauern)

 

Das ist als Kern für viele Systeme als Armee schon nutzbar. Ich werde die Truppe wohl aber noch um folgendes erweitern, um damit WAB, Lion Rampant und andere Systeme bestreiten zu können:

 

- eine weitere Einheit Ritter

- eine Einheit aus 12 Armbrustschützen

- zwei Einheiten Plänkler mit Bogen

 

Ich habe hier noch einige Ritter bemalt herumliegen, die aus unserem Gruppenprojekt zu den Kreuzzügen stammten, das ich aber nie weiter verfolgt habe. Irgendwann verlief es sich halt. Im Grunde muss ich hier nur noch ein paar Grafen bemalen und gut ist. Die Infanterie ist in der Bauphase. :)

 

Ich kann also vorweg schon einmal Bilder meiner alten Einheiten zeigen, damit man sehen kann, wohin die Reise geht:

 

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Ohja! Wir hatten es glaube ich in deinem Sammelprojekt schon mal von der Schlacht von Worringen wenn ich ich mich recht entsinne?! Bin auf jeden Fall gespannt wie das ganze so wird und hoffe das Ihr alle an dem Projekt dran bleibt! Geht es euch nur darum die Schlacht von Worringen nach zu spielen oder wollt ihr eine kleine Mini kampagne starten die am Ende in der riesen Schlacht endet? Könnte ich mir nämlich spannend vorstellen! Ich lass auf jeden Fall mal ein Abo da un beobachte das ganze!

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Ich habe da auch schon einmal drüber nachgedacht, die verschiedenen Parteien schon im Vorfeld aufeinander treffen zu lassen. Lion Rampant als Mini-Spiel und der Sieger bekommt einen Wiederholungswurf in der Endschlacht. Die würden wir dann mit HC oder Deus Vult machen.

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vor 17 Minuten schrieb Sir Leon:

Ich habe da auch schon einmal drüber nachgedacht, die verschiedenen Parteien schon im Vorfeld aufeinander treffen zu lassen. Lion Rampant als Mini-Spiel und der Sieger bekommt einen Wiederholungswurf in der Endschlacht. Die würden wir dann mit HC oder Deus Vult machen.


ja oder Ihr macht ein kleines Gefecht wo beide Seiten versuchen eine Furt etc. zu erobern und der Gewinner bekommt bei Worringen dann einen erleichterten Reservewurf oder kann den Reservewurf der Gegnerischen Seite wiederholen, weil er die Zugänge zum Schlachtfeld besser kontrolliert. Da würde sich vieles machen lassen was sicher für eine Erinnerungswürdige Endschlacht sorgen würde. Der Konflikt ging ja ein paar Jahre bevor er bei Worringen seinen Höhepunkt fand. 

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So, ich muss hier ja dann langsam mal was machen. ;D

 

Also, was wird es geben? Ein Teil meiner Truppe ist netterweise schon bemalt. Die Bases muss ich noch gestalten, aber eine Einheit ist sonst schon fertig, weil ich sie aus einem anderen Projekt übernehme. 

Das Gros der Infanterie aus dem Pflichtteil (36 Sergeanten und 24 dism. Knights) ist bereits gebaut, aber in Teilen werde ich hier noch umbasieren. Am Ende des Tages soll das Projekt mir aber eine Armee zur Verfügung stellen, mit der ich Lion Rampant, WAB und Deus Vult spielen kann. Allzu viele Multibases wird es also diesmal nicht geben.

 

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Abgesehen von einem staubigen Fußboden, sehen wir hier die gemischte Formation aus Rittern und Sergeanten zu Pferde, angeführt von Graf Eberhard von der Mark. Ich habe ihn zum Chef der Ritter gemacht, weil ich Adolf V. von Berg gerne auf eine schöne Kommandantenbase setzen möchte. Die braucht man zwar nur für Deus Vult, ich werde sie aber wohl so anlegen, dass ich den Grafen von der Base herunter nehmen kann.

 

Links sieht man noch in Grau die abgesessenen Ritter. Diese Einheit wird das Kölner Fußvolk. Da es wohl sehr gut ausgerüstet war und viele Patrizier mit kämpften, habe ich mich für "abgesessene Ritter" entschieden, obwohl die Mehrheit der Kämpfer diesen Titel wohl nicht hatten. Aber das Kind muss ja einen Namen haben. ;)

Rechts im Bild sind die sog. bergischen Bauern. Im 19. Jahrhundert wurden sie oft wirklich als Bauern mit Mistgabeln und Sensen dargestellt, das halte ich aber für sehr unrealistisch. Im Hochmittelalter dürfte es nicht mehr sehr viele freie Bauern gegeben haben. Unfreie hingegen mussten nicht kämpfen und die Idee der Volksbewaffnung existierte ja noch nicht. Ich gehe daher von den üblichen nichtadeligen Kämpfern aus dem Gefolge eines Grafen aus, das sich durch Befähigung diesen Status erarbeitet hatte. Leistungsgesellschaft gab es auch schon im Mittelalter.

Diese drei Einheiten sind mein Pflichtkontingent für unser Gruppenprojekt, ich hatte aber schon geschrieben, dass ich etwas mehr machen möchte, um eine schöne runde Armee zu haben. Dazu gehören die Bogenschützen auf dem Bild. Hier habe ich mir einen kleinen Spaß erlaubt. Es handelt sich um Kunststoffmodelle von GW aus der 5. Edition aus der Reihe der Bretonen. Teilweise habe ich die Köpfe durch Fireforge-Köpfe ersetzt. Es gab damals nur zwei Modelle und die waren aus einem Guss. Die Fireforge-Modelle passen von der größe her gut zu den GW-Modellen, auch wenn die GW-Typen eher im frühen 14. Jahrhundert passend wären. Aber so ein Spaß muss halt mal erlaubt sein. ;D

 

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Und die Kölner Bürger:

 

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Natürlich sind die Modelle noch nicht auf die Bases geklebt. Ich hoffe, nachher beide Einheiten noch grundieren zu können, damit ich Morgen, wenn die Arbeit wieder los geht, die Modelle immer schon bemalfertig hier stehen habe, wenn ich abends noch was machen will. Idealerweise ist eine Einheit bis zu den Herbstferien durch, die zweite mache ich dann in den Ferien.

 

Ich will nicht allzu viel Energie in die Suche nach passenden Wappen investieren, also wird wohl ein Teil der Modelle - vor allem die hinteren Ränge - frei erfundene Wappen bekommen. Als Referenz für die ersten Reihen nehme ich einfach diese Sammlung hier.

 

 

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vor 15 Minuten schrieb Gefallener Engel:

Nobel, nobel für einen Haufen Bauernpöbel.:D

 

Wie schon gesagt, ich halte von der Deutung, es habe sich dabei wirklich um Bauern gehandelt, nichts. Im späten 13. Jahrhundert hätte man wohl kaum ernsthaft Bauern - in der Regel ja unfrei - aufs Schlachtfeld gepresst. Zum einen, weil man das Recht als Herr dazu nicht hatte - deshalb waren sie ja unfrei - und zum anderen, weil der militärische Nutzen gegen Null gelaufen wäre. Seit dem 12. Jahrhundert wurden militärische Aufgaben zunehmend von Ministerialen übernommen. Das waren unfreie Dienstmänner, die ab dem 12. Jahrhundert zunächst vor allem die Burgwachen stellten, sich aber zunehmend zu einen eigenen Stand entwickelten. DIe besten unter ihnen stellten einen guten Teil der Ritterschaft und sogar Mark- oder Burggrafen. Die Masse waren aber waffenfähige Fußkämpfer.

 

vor 7 Minuten schrieb DasBilligeAlien:

Machst du pro Wappen/Patrizier nur ein Modell? Oder haben die nicht auch mehrere Kämpfer gestellt?

 

Ich halte mich da mehr oder weniger an die zahlenmäßige Bedeutung der Familien in der Stadt Köln. Das ergibt dann grob folgendes:

 

Overstolz: 5 Modelle

Hardefust: 3 Modelle

Aducht: 2-3 Modelle

Kleingedank: 2-3 Modelle

Lyskirchen: 2 Modelle

Gir: 1-2 Modelle

Grin: 1-2 Modelle

Von Horn: 1-2 Modelle

Quattermart: 1-2 Modelle

Raitz von Frentz: 1-2

Spiegel: 1-2 Modelle

Benesis: 1-2 Modelle

 

Da muss ich aber mal gucken, welche Wappen mir farblich besser gefallen. Da ich das von Hand machen muss, werden das eher grobe Abbildungen. ;) Zum Glück haben einige von denen eher geometrische Figuren gewählt. Da, wo das so ist, nehme ich eher die größere Zahl. Man will es ja nicht übertreiben. Die Truppe wird aber auf jeden Fall sehr bunt.

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Ich auch. :) Da ich hier ja mächtig aufs Gas drücken will, wird mich die Einheit sicher etwas ausbremsen. Um trotzdem alles einigermaßen schnell hinzubekommen, halte ich mich an diese Methode.

Im Grunde das, was ich auch mit dem ACW mache. Sinnvolle Grundierung (für Köln schwarz, für die bergischen bauern braun), Grundfarben drauf, Strong Tone drüber, Akzente hochziehen, fertig.

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Es gibt durchaus Darstellungen, auf denen Kämpfer Helme in ihrer Wappenfarbe tragen. Das hat nicht nur heraldische Gründe, sondern wohl auch den Vorteil, dass der Helm leichter gepflegt werden kann. Rostschutz und so...

 

Hier mal ein paar zeitgenössische Belege:

 

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Werde das bei den Rittern auch noch teilweise nachholen.

bearbeitet von Sir Leon

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Die ersten 10 Kölner - alle in Rot - trocknen gerade im Strong Tone. Das sind die Familien Overstolz, Hardefust und Kleingedank. Dummerweise habe ich das Haus Spiegel übersehen. Die sind auch Rot. Aber die mache ich dann noch nach, die Herren. Nach den 10 Roten kommen dann wohl erst einmal die Blauen, also Aducht, Grin und Gir. Dann der bunte Rest. :)

 

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