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Yeeeaaaah, sprechen wir über den großen nordischen Krieg (1700-1721).

 

Generell stellt das 18.Jahrhundert für mich bisschen einen weißen Fleck auf der historischen Landkarte. Klar, einem fallen die wichtigsten Eckpfeiler ein. Kabinettskriege, Maria Theresia, spanischer Erbfolgekrieg, Ludwig XIV., der Preuße klaut Schlesien mit unfairen Mitteln ( :P ), siebenjähriger Krieg, amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, und dann ist eh schon frz. Revolution. Also so ca. :D

 

Was die Kriegsführung angeht: Dreispitz, Linienkriegsführung, die Pike verschwindet wegen Bajonetten, Grenadiere tragen lustige Mützen, generell gute Uniformen (was man nicht oft genug erwähnen kann), irgendwie bisschen lahme und unbewegliche Kavallerie, Preußen bekommen +1 auf alle Würfe (grundsätzlich. 18.Jahrhundert heißt, dass Preußen Space Marines sind), usw.

 

Nun ist einer an mich herangetreten und hat gemeint, dass er Schweden und Russen für den großen nordischen Krieg gebaut und bemalt haben möchte. Eine feine Gelegenheit, sich damit mal auseinanderzusetzen. Schweden war ja mit Ende des dreißigjährigen Kriegs zur europäischen Großmacht aufgestiegen. Im Laufe der 2. Hälfte des 17.Jhdts. hatten die Schweden ihr Reich um den finnischen Meerbusen und entlang der Ostsee ausgebaut und konsolidiert.

 

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In Polen, entlang des Baltikums und in Norddeutschland besaßen sie Enklaven, meist rund um wichtige Handelsstädte die viel Geld in die schwedische Staatskasse schwemmten.

 

Nach dem Tod des schwedischen Königs Karl XI. bestieg sein damals 15-jähriger Sohn als Karl XII. den Thron. Die Königreiche Dänemark (in Personalunion mit dem Kgr.Norwegen) sowie der König von Sachsen und Polen nahmen das als Gelegenheit einen Angriffspakt gegen Schweden zu schmieden. Zar Peter I. von Russland trat ebenfalls bei, und gemeinsam griffen sie drei Jahre später, 1700, Schweden an.

 

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Dänemark-Norwegen besetzten Schlesig-Holstein, Sachsen-Polen belagerten Riga, und Russland marschierte in  Schweden (Livland) ein. Irgendwie haben sich die Allierten aber verschätzt. Karl XII. machte sich sofort mit einer Armee nach Dänemark auf und erzwang einen Frieden, dann ging's weiter nach Livland, wo er nach einem 2-monatigen Feldzug eine zahlenmäßig überlegene russische Armee bei Narva schlug. Der Schwedenkönig hinterließ eine Garnisonsstreitmacht in Livland, mit dem Rest der Armee machte er sich auf nach Polen und befreite Riga. 1705 kam es zum Frieden mit Polen. Dann ging's ab nach Sachsen, der König August wurde zur Aulösung des Pakts mit Russland gezwungen und, ein großes Ding, musste seine Ansprüche auf den Thron von Polen zurücklegen. Innerhalb von 6 Jahren hatte Karl XII. entgegen aller Annahmen all seine großen Feinde geschlagen. Seine schwedische Armee, über die 2.Hälfte des 17.Jhdt ohnehin als eine der schlagkräftigsten Europas gefürchtet, jetzt auch noch bis oben hin mit neuer Kampferfahrung und von bester Moral.

 

Was macht man, wenn man die tiptop-Armee des Kontinents hat? Man marschiert mit ihr nach Russland!

 

Dänemark-Norwegen und Sachsen-Polen waren also erstmal ruhiggstellt, Russland war noch am Wundenlecken. Nach der russischen Niederlage von Narva hatte Karl XII. keine besonders hohe Meinung von der Kampfkraft der Russen. Deswegen hat er sich auch gleich weiter nach Polen gewendet. Dadurch hatte der Zar jedoch 6 wichtige Jahre Zeit seine Armee umzukrempeln. Dieser Zar war auch nicht irgendeiner, sondern Peter I., der Große.

 

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bearbeitet von Sigur
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Interessant :ok:

 

Wer Lokalkolorit schnuppern möchte: "Peter der I." von Alexej Tolstoi behandelt auch die erste Zeit des Nordischen Krieges, als die russischen Truppen als Fußabtreter für die Schweden herhielten. Der Roman ist allerdings unvollendet geblieben - er kommt nicht mehr bis Poltawa.

 

Ist übrigens derselbe Tolstoi, der auch den SF-Klassiker "Geheimnisvolle Strahlen" und "Das Goldene Schlüsselchen", das Märchen von Burattino, verfaßt hat.

Gruß NogegoN

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Ah, ist eh die ganze Klasse versammelt. :D

 

Um das Ganze zu konkretisieren - ich werde zwei kleine Armeen basteln und bemalen: Schweden und Russen. Alles in 6mm, alles von Baccus Miniatures. Nachdem es für die Schweden viel genauere Angaben geht (jedes Base [nach Polemos-Standard basiert]) repräsentiert ein anderes Regiment. Für die Schweden ist die Quellenlage viel besser, und es gibt für jedes einzelne Regiment farbige Uniformtafeln. Deshalb werd ich mal mit den Schweden beginnen, und dann die russische Armee angehen.

 

Erstmal hab ich alles geputzt (zur Sicherheit), dann die Schweden alle den Regimentern nach auf Cocktailspieße geklebt und grundiert.

 

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Was mir leicht auf den Zeiger geht ist, dass bei den Baccus-Pferden alle Figuren zwischen Zentrum des Bases und dem Pferdebauch einen kleinen Gußsteg haben den man wegschneiden muss. Aber ok, ist zu verkraften. Dann erstmal Nerviges angegangen - die weißen Ränder auf den Dreispitzen. Außerdem hab ich zum Testen mal ein Regiment (das Narke-Varmland Infanterieregiment) angepinselt. Ich hab ehrlichgesagt einen der Spieße rausgeholt, und natürlich eines mit untypisch-roten Umschlägen und Hosen erwischt. :P Die große Mehrheit der Regimenter trug gelbe Umschläge, Ärmel und Hosen.

 

In Natura sah das ca. so aus (mit kleineren Variationen, abhängig vom Regiment):

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Beide Armeen die ich bemalen werde bestehen aus Infanterie, Kavallerie (zum Großteil Dragoner), Artillerie und Offiziersbases. Also für jeden was dabei. :P

 

 

 

...um nochmal zum Geschichtlichen zurückzukommen. Wir waren bei Peter I. (dem Großen) stehengeblieben. Der Herr war nämlich ein Wichtiger. Gleich nach Regierungsantritt 1682 (Regierungsende: 1725) hat er sich die Armee vorgenommen und dort mit seinem Projekt der Westernisierung begonnen. Russland steckte zu jener Zeit noch in einer Feudalordnung. Der junge Zar unternahm viele Reisen nach Westeuropa (u.a. inkognito), holte sich einen Haufen kluger Köpfe aus dem Ausland als Berater und verfügte, dass sich sämtliche Staatsbeamte (sogar Geistliche!) die Bärte ab- oder zumindest kurz und kleinschneiden sollten um zivilisierter zu erscheinen.

 

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Früher in seiner Regierungszeit wandte sich Peter I. mit seinen Expansionsplänen in Richtung osmanisches Reich. Allein war das u.a. wegen des schlechten Zustandes der russischen Armee nicht möglich. Er lief quer durch Europa auf der Suche nach Verbündeten, doch alle hatten Wichtigeres zu tun (angesichts diverser Krisenherde; allen voran die spanische Erbfolge). Deswegen richtete er seinen Blick nach Norden und den unheimlich wichtigen Ostseehandel.

 

Er war begeistert von der Seefahrt und ließ eine russische Kriegsflotte (ein sehr seltsames Projekt für das traditionell auf den Landkrieg ausgerichtete russische Kriegswesen) bauen um russische Interessen in der Ostsee durchsetzen zu können. Nach und nach wurde das Brechen der schwedischen Vormachtstellung in Nordeuropa zum obersten Ziel des russischen Herrschers.

 

Deswegen auch der Beitritt zur Anti-Schwedischen Liga (August der Starke von Sachsen [und somit Polen], Königreich Dänemark [und somit auch Norwegen], siehe oben). Ebenfalls oben steht auch schon, wie das am Anfang so lief (nicht so gut, Stichwort: Schlacht bei Narva). Die Russen wurden schwer von den überlegenen und erprobten schwedischen Truppen geschlagen. So richtig schwer. 10.000 Schweden (inkl. der Garnisonstruppen von Narva) schlugen 30.0000-35.000 Russen, bei knapp 2.000 Toten und Verwundeten auf schwedischer Seite und ca. 9.000 Tote und Verwundete sowie 20.000 Gefangene auf russischer Seite.

 

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Der Sieg von Varna. Links sieht man eine auf einem Schlitten befestigten leichten Kanone.

 

Die russische Armee machte einen sehr schlechten Eindruck, Karl XII. rauschte gleich weiter, denn Russland war scheinbar ein nasser Papiertiger und es gab Wichtigeres zu tun. Während der Schwedenkönig Feldzüge in Polen und Sachsen veranstaltete stellte der russische Zar sofort neue Truppen auf und veranstaltete über die kommenden Jahre kleine Kampagnen im schwedischen Baltikum. Dabei sammelten seine Truppen viel Kampferfahrung, im Speziellen gegen die einzigartige schwedische Taktik, es wurden neue Waffen und besonders neue Kavallerie aufgestellt. 1700 gab es gerade zwei reguläre russische Kavallerieregimenter, 1708, als Karl XII. in Russland einfiel, waren es 34.

 

Das war übrigens die erste Invasion eines europäischen Heeres nach Russland (gefolgt von Napoleons Feldzug 1812 und dem deutschen Angriff 1941).

 

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Jedenfalls war die russische Armee von 1708 eine ganz andere als die, die von den Schweden 1700 so fürchterlich besiegt worden war. Das Training und die generelle Qualität der Truppen war nach wie vor nicht auf dem gleichen Level wie das der Schweden, doch die Armee war komplett reorganisiert worden und nach westlichem Vorbild ausgebildet, und verügte über Kampferfahrung und einigen Plänen um die schwedischen Vorgehensweisen auszuhebeln.

 

 

 

Das schwedische Heer, Taktik und Ausrüstung

 

Die Schweden hatten im Grunde die Maxime die Gustav II. Adolf von den Holländern übernommen und verbessert hatte weitergetragen und an die neue Kriegsführung angepasst. Die Infanterie nährte sich dem Feind mit einer Aggression die in ganz Europa ihres Gleichen suchte (oder ließ ihn herankommen), dann wurde auf einer Distanz von etwas unter 50m (im Verlauf des großen nordischen Kriegs später auf 20m bzw. 15m reduziert) eine Salve aus den kompletten ersten und zweiten Gliedern abgegeben. Auf den Befehl "Gå–På!" wurden Bajonette und Piken gesenkt oder Säbel gezogen und zu einem halsbrecherischen Sturm über die letzten Meter angesetzt.  Diese Taktik war besonders auf den Kampf gegen zahlenmäßig überlegene Gegner ausgelegt, die oft angesichts des ungerührten Vorrückens der Schweden, den Reichweitenvorteil der Piken, oder des verheerenden Einschlags der Salve schon das weite suchten.

 

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Schwedischer Soldat zwischen 1700 und 1721 von ManuLaCanette.

 

 

Ein Wort zu den Piken: Yeah, das war eine etwas anachronistische Eigenart der Schweden. Ca. ein Drittel jedes Battalions wurde mit Piken ausgerüstet. (Die Russen haben das übrigens übernommen). Piken waren in Europa ja weitestgehend verschwunden mit dem Aufkommen der Bajonette im späten 17. Jahrhundert. Abgesehen von der Reichweitenvorteilsgeschichte beim Sturm (siehe oben) könnte ich mir vorstellen, dass die Piken gerade im Kampf gegen polnische und russische Reiter (von denen immer große Teile Kosaken oder andere irreguläre Kavallerie gewesen waren) recht nützlich waren. Musketiere waren alle mit modernen Steinschlossmusketen ausgerüstet. Jeder Soldat trug zusätzlich ein Schwert. Zu erwähnen wäre hier auch das recht einzigartige System zum Ausheben des schwedischen Heeres.

 

Der Anteil der Kavallerie in der schwedischen Armee war ausnehmend hoch (fast 50%, während in anderen europäischen Armeen eher 25% die Norm waren). Auch hier wurden im Grunde die Vorgaben Gustav II. Adolfs weitergeführt. Genau wie die Infanterie war die Kavallerie sehr aggressiv ausgelegt. Auf 150m begann der Angriff im Galopp, und zwar mit gezogenem Schwert. Aus dem Sattel zu feuern war unüblich bei den Schweden. Dazu wurde eine spezielle Formation eingenommen, bei der sich die Reiter "Knie hinter Knie" anordneten. Das ergab eine sehr enge Keilformation in drei Gliedern, wobei Fahnenträger und Offiziere die Spitze des Keils bildeten.  Sowohl darüber, als auch darüber wie selbstverständlich Karl XII. und Peter I. ihre Heere persönlich von vorderster Front führten, war ich recht erstaunt.

 

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Neben den Kavallerieregimentern gab es einen Haufen günstigerer Dragonerregimenter. Dragoner waren ja ursprünglich auf billige Pferde gesetzte Infanterie gewesen um schnell von Punkt A nach Punkt B zu kommen, Überfälle zu veranstalten, zu Plündern, zu Hündern ( :P ) und zu Ärgern. Gekämpft wurde trotzdem zu Fuß. Getreu der schwedischen Doktrin wurden sie in der Schlacht jedoch soweit ich gelesen habe ganz wie die restliche Kavallerie eingesetzt (und trugen zu dem Zeitpunkt glaub ich auch schon Reiterstiefel, was Kämpfen zu Fuß ohnehin sehr mühsam macht).

 

Auf dem Papier gab es außerdem 2, 3 "Horse Grenadiers" (von französichen und deutschen Verbündeten gestellt). Die waren im Grunde auch normale Kavallerie und wurden auch so eingesetzt. Ganz generell hab ich was Kürasse oder Helme angeht nix gelesen, aber ich meine mich zu erinnern, dass bei der Kavallerie zumindest unter dem Dreispitz eine Art Metallgestell bzw. ein Kreuz aus breiten Metallstreifen) getragen wurde.

 

 

Interessant ist das Verhältnis von Karl XII. zur Artillerie. Auf den Feldzug gegen Russland wurden leichte und mittlere Kanonen mitgenommen (plus Extraleichte, die an die Regimenter verteilt wurden), wobei alle außer dei Regimentsartillerie Probleme hatten mit der Armee Schritt zu halten. Es gibt das Gerücht, dass Karl XII. die Artillerie nicht sehr geachtet hat. Allerdings war die wegen der sehr offensiven Kampfdoktrin der Schweden in der Schlacht auch nur von geringerem Nutzen und deswegen scheint sie ein bisschen ein Schattendasein gefristet zu haben. Jedenfalls trugen Artilleristen anstatt der blauen Jacken hellgrau. Nur die Umschläge, Kragen und Ärmelumschläge waren blau.

bearbeitet von Sigur
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Ah herrlich, dass Du dich dem Thema annimmst. Die nordischen Kriege sind total interessant aber was Literatur und Film betrifft leider vollkommen vernachlässigt. Sind halt keine Nazis dabei ;)

Ich meine mal gelesen zu haben, dass im Rahmen des Großen Nordischen Kriegs die russische Stadt Tula eine überragende Bedeutung für die zaristische Armee eingenommen hat, da dort die Musketenmanufakturen und Kanonengießereien hochgezogen wurden. Ich glaube sogar, dass da im 18. Jahrhundert die größte Musketenmanufaktur der Welt stand. 

 

 

bearbeitet von Sir Wulf

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Das ist gut möglich, weil ich glaub die Russen und Schweden haben all ihre Musketen und Pistolen selbst hergestellt. Importiert sind glaub ich höchstens neue Modelle die dann nachgebaut wurden.

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Der Konflikt interessiert mich auch, nur wäre ich (bis jetzt) nicht auf die Idee gekommen, es in 6 mm anzugehen. Da pack ich doch auch mal :popcorn: aus und lasse mich auch hier nieder.

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@Sir Wulf: Sehr gute Frage. Ich persönlich spiel ja nix im 18.Jhdt, aber hier ist Zeug das ich empfehlen würde: Die Kriegskunst (der SYW-Ableger von General de Brigade; ist halt bisschen mehr auf der simulatorischen Seite als z.B. Black Powder), Beneath the Lilly Banners soll sehr spaßig sein, Maurice ist sehr zu empfehlen (weil Sam Mustafa). Für Skirmishgeschichten ist natürlich Sharp Practice 2 meiner Meinung nach das Um und Auf. Muskets&Tomahawks ist sicherlich auch sehr nett, ich bin nur noch nicht dazu gekommen es auszuprobieren. Natürlich muss Donnybrook erwähnt werden. Dabei sind sich ansich alle recht einig, dass es sehr spaßig ist. Selbst gespielt hab ich's noch nicht.

 

@Farin 17: Rein vom Spielerischen her bin ich in den letzten Jahren immer mehr Fan kleinerer Figurengrößen geworden. Skirmishen in 15mm, Schlachten in 10mm oder 6mm.

 

 

Danke für die vielen positiven Kommentare! :)

 

Es geht ganz gut voran mit der Infanterie, und ich bin zur Kavallerie übergegangen:

 

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Donnybrook hab ich mittlerweile häufiger auf diversen Cons in 28 mm gespielt. Wenn man es szenariobasiert aufzieht, macht das echt Laune. :ok: Nur für ein Null-Acht-Fuffzehn-Spiel kann ich mir es nicht so wirklich vorstellen, muss aber auch sagen, dass ich das noch nicht versucht hab.

 

Die kleineren Maßstäbe haben ja auch durchaus ihren Reiz und natürlich den Vorteil des geringen Platzbedarfs. Für Skirmish mit 15 mm hab ich aktuell "nur" ein paar Fantasy und SciFi-Minis und sonst gibt es hier nur ein paar 3 mm Probepanzer. Da ich aktuell eher versuche, den Berg zum Schmelzen zu bringen, stehen Neuanschaffungen erst mal hinten an (der JoA-KS gilt nicht ;) ), aber mit Kleinkram liebäugle ich schon länger.

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Um noch mal den Bildungsauftrag zu betonen:

 

Es gab da noch ein europäisches Heer, das in Rußland einmarschierte und mit der russischen Armee den Boden aufwischte und sich dann obendrein in Moskau etablieren konnte. Nein, nicht Napoleon mit der Grande Armee ;D

 

Die Polen warens, im Polnisch-Russischen Krieg, ein Jahrhundert vor den Schweden. Der Moskauer Kreml stand für mehrere Jahre unter polnischer Besatzung und Rußland mußte einen polnischen Zaren erdulden. Dabei waren die Polen doch Katholiken, also Ungläubige :D

 

Gruß NogegoN

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@Farin 17: Ohja, der Platzbedarf den du ansprichst ist ein weiterer sehr wichitger Punkt. Stell' dir vor, du müsstest 28mm-Figuren mit Piken irgendwo lagern. :D

 

@NogegoN: Ach, das ist ja interessant. Das Buch aus dem ich die Info mit "erste europäische Armee, etc." hatte ist der Osprey-Band zur Poltava-Kampagne (Osprey Campaign #34). Im Original steht da "...first major European power, who...". Vielleicht beruft sich der Autor da auf irgendein technisches Detail; vielleicht dass das Ding damals noch in vielen Quellen das Großfürstenrum Moskau war, und erst später "Russland". Irgendsowas vielleicht. Jedenfalls gut zu wissen.

 

Ich hab derweil weitergemacht. Die schwedische Infanterie ist nun auf Bases gestellt:

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...und die Kavallerie wär noch zu basieren. Da muss ich erstmal meine Basingidee absegnen lassen:

 

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Wie oben besprochen, diese recht einzigartige, enge Keilformation mit dem Offizier und seinen Hombres an der Spitze.

 

 

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Die Winzlinge sehen sehr lässig aus. Ne Formation mit vernünftiger Anzahl an Minis macht einfach was her. Dazu legst du ein zügiges  Tempo an den Tag. Gefällt.

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@DasBilligeAlien: Jupp, passt so, wird so durchgeführt. :) Diese Keilformation war ja so ein spezielles Schwedending, und es ist natürlich lässig, wenn man das auch darstellen kann.

 

@Garbosch: Jawoll, bei 6mm geht das halt auch extrem gut. Dazu kommt, dass die Lagerung und der Transport viel einfacher sind, Gelände ist günstiger (dafür wichtiger, dass es nett aussieht), ... also für echte Schlachten von 1700 an sicherlich auch die Größe meiner Wahl.

 

@Sir Wulf: Dankeschön. :) Yeah, das steht noch nicht so ganz fix fest; glaub je nach dem was gespielt wird. Aber generell ist die Idee, dass jedes Base ein Battalion darstellt, alle von verschiedenen Regimentern. Schwedische Regimenter bestanden zu der Zeit soweit ich mich erinere aus 2 Battalionen. Aber der Herr für den ich die Kerle anmale ist sowieso noch am Gustieren was Regelwerke angeht.

 

 

Okay, also das Basing steht nun. Bei den Fahnen ändert sich bisslwas, insofern als dass jedes Battalion eine Leibfahne (weiß, mit dem Wappen des Königreichs) und eine Regimentsfahne bekommt. Weil mehr Fahnen = besser. Hab ich alles in Papier mitbekommen, außer bei einem Regiment bei dem ich die Regimentsfahne händisch bisschen berichtigen musste.

 

So wird das dann aussehen:

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Bei der Kavallerie hab ich die kleinen Fähnchen nun auch bemalt, basierend auf den historischen Vorbildern. Nun wird also basiert. Während ich auf die Bestätigung gewartet hab, hab ich die Russen schonmal vorbereitet und grundiert.

bearbeitet von Sigur
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Morgen! So sehen die Schweden nun aus:

 

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Hie und da gehört noch ein Fahnenrand gemacht (die Fahnen sind auch noch nicht festgeklebt), und die Bases gehören finalisiert, aber das mach ich bei allen Einheiten ganz am Ende, also gemeinsam mit den Russen. Wo wir grad von den Russen sprechen:

 

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@Sir Wulf: Besten Dank! Ohja, 6mm is superlässig. Ich hab unlängst eine ziemliche Menge an Deutschen für die Westfront 1944 von GHQ abgreifen können. :)

 

 

Was? Wer? Wo? Wie? So viel Russeninfanterie!

 

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Ich weiß nicht was ich tue, es ist sehr spät und ich hab Zahnschmerzen. :P

 

Die hier sind jedenfalls die russischen Infanterieregimenter. Die russische Armee ist ja quasi im Laufe des großen nordischen Krieges westernisiert worden. 1700 bei der Schlacht von Narva (das Ding, wo die Russen so fürchterlich geschlagen worden waren) kamen die Truppen ja noch in typisch östlicher Aufmachung daher.

 

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Sprich: Mützen mit Fellbesatz, und dazu ein langer Mantel. Glaube das wird landläufig als "ungarisch" bezeichnet und ist so ein Mix aus polnischer, ungarischer, ukarinischer Tracht.

 

In den Jahren bis zu Karls XII. Russlandfeldzug war die Armee nicht nur in Sachen Training, sondern auch in Sachen Outfit umgekrempelt worden.

 

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Einen sehr interessanten und umfangreichen Artikel zum Thema "die russische Armee kleidet sich neu ein" gibt's hier: http://peter.petrobrigada.ru/unif/project3342/page23296.html

 

Zu den Figuren oben: russische Regimenter hatten zu jener Zeit keine einheitlichen Farben. Also innerhalb des Regiments schon, aber eine nationale Uniform gab es nicht. Das lag unter anderem daran, dass es einfach nicht die Produktionsmittel (weil die damals noch in den Händen des Kapitals waren! :P ) gab um schnell mal 50.000 Mann einheitlich einzukleiden. Es gab eine gewisse Tendenz zu dunkelgrünen Mänteln mit roten Ärmeln und Umschlägen, und das war auch das längerfristige Ziel, das Peter der Große veranschlagt hatte. Hauptsächlich weil damals noch keine andere Großmacht diese Farbe für sich gepachtet hatte.

 

Quellen zur russischen Armee im frühen 18.Jhdt. sind recht löchrig und man muss sich hauptsächlich auf die Beobachtungen ihrer Gegner oder internationaler Beobachter verlassen. Auf Archiven in denen solche Aufzeichnungen verwahrt worden waren sind natürlich im Laufe der Jahrhunderte Franzosen, Deutsche, Putschisten, Bürgerkrieger, Kommunisten, Plünderer und allerhand anderer Leute mehrfach drübergetrampelt. Was man so ca. weiß, ist dass es eben diese starke Tendenz zu dunkelgrün mit roten Umschlägen gab, und dass es dann eben noch andere Regimenter gab. Genauso wenig bekannt sind viele der Fahnendesgins.

 

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EIn paar Varianten russischer Infanterieregimenter

 

Außerdem war der Besatz an den Rändern des Dreispitzes viel weniger weit verbreitet (weil teuer). Sieht aber lässig aus, also werd ich die wohl zumindest bei den beiden Garderegimentern malen. Ansonsten hab ich generell die Infanterie so bemalt wie sie meine flüchtigen Recherchen widerspiegeln: Der Großteil der Regimenter in Grün mit roten Umschlägen. Hosen sind mal weiß, mal rot. Einige Regimenter tragen rote Uniformen mit grünen Umschlägen, und dann gibt's noch so einzelne Ausreißer: einmal in weißer Uniform, einmal in dunkelblau, einmal in Mittelblau (bei einem der Garderegimenter von denen man weiß, dass sie diese Farbe zumindest bei einer Parade um 1702 trugen). Gelb hab ich komplett vermieden, weil man das bei den Schweden zu Genüge findet und die Gürtel eh hellgelb/"buff" sind.

 

Wie schon oben geschrieben haben die Russen eben so wie die Schweden Piken eingesetzt, allerdings waren pro Battalion bisschen weniger Soldaten damit bewaffnet (laut Plan 1/4 anstatt einem Drittel, wie bei den Schweden). einer der Hauptunterschiede bei der Aufstellung war der Umstand, dass es garkeine Grenadiere in den Linienbattalionen gab, sondern dass die Grenadierkompanien abgezogen und zusammengefasst in eigenen Grenadierformationen ins Feld geführt wurden.

 

Und nochwas in eigener Sache - meine Güte, geht mir Pinterest auf den Sack. Wenn ich per google Bildersuche was rausfinden will. Man gibt was ein, die ersten 300.000 hits sind irgendwelche sinnlosen Pinterestbilder ohne jegliche Erklärung oder sonstwas Weiterführendes. Hat Pinterest überhaupt auch nur irgendeinen Nutzen? Ich hab gehört, dass Leute die stricken und backen es nutzen um.... ihr Zeugs herzuzeigen? Irgendsowas. 

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