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TabletopWelt

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Lasst mich zunächst damit beginnen ein wenig über mich zu erzählen und meine Motivation jetzt diesen Thread aufzumachen.

 

Ich bin schon lange im Hobby. Wie lange genau? Das kann ich nicht mal mehr sagen. Zumindest seit es das Forum gibt. Angemeldet habe ich mich damals am 1. März 2001. Das war vor mehr als 17 Jahren, damals war ich 14. Ich kann mich nicht mehr ganz genau daran erinnern wie es damals ablief, aber ich meine davor gab es das Warhammer Forum, welches dann über ging in die Tabletopwelt.

 

In den Jahren hat sich sowohl die Tabletopwelt verändert, als auch ich. Seit Jahren habe ich das erste Mal das Gefühl dass meine Fähigkeiten im Hobby voran kommen. Ich mache, meiner Meinung nach, große Sprünge und

hoffe dass ich diesem schönen Forum etwas zurückgeben kann.

 

So werde ich nun kleine Tutorials und Gedanken hier niederschreiben um vielleicht andere zu bewegen auch den Schritt zu tun und das Bemalen als freudige Aktivität zu begreifen und weniger als Verplichtung die mit dem Hobby kommt.

 

Hier im ersten Post werde ich eine Übersicht über die Tutorials geben und hoffe, dass sich im Laufe der Zeit der Thread mit Leben füllt.

 

Tutorials:

1. Verschiedene Farbenhersteller

2. Allgemeine Basegedanken und ein Fantasybase

3. Von Augen und Gesichtern

bearbeitet von Thannock

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Verschiedene Farbhersteller:

 

Ein Thema, dem ich früher nie große Beachtung geschenkt habe, welches aber enorm wichtig ist, ist die Auswahl der Farben und deren Eigenschaften.

Früher habe ich einfach GW Farben genutzt. Ich hatte ein sehr beschränktes Farbsortiment aus GW Farben. Die Farben kamen aus dem Farbtopf,

vielleicht noch kurz auf die Palette um etwas Wasser beizumischen, das war es.

 

Mittlerweile merke ich immer mehr dass die verschiedenen Farben stark unterschiedliche Eigenschaften haben. Manche Farben haben mehr Pigmente, sind

gänzender oder matter, reagieren anders wenn man sie mit Wasser mischt und vieles mehr.

 

Hier möchte ich nun von meinen Erfahrungen mit den verschiedenen Farben berichten. Natürlich ist nicht jede Farbe "besonders", aber es gibt einige Farben die dann doch

Probleme bereiten können und bei deren Verwendung man aufpassen muss.

 

1. GW/Citadel Farben

 

Ich denke diese Farben kennt jeder. Allerdings haben sie in den vergangenen Jahren immer wieder viele Änderungen durchlaufen. Farbtöne wurden verändert und umbenannt,

die Konsistenz veränderte sich, es wurden neue Reihen aufgelegt. Deswegen werde ich die Farben auch nach ihrer Zugehörigkeit zu den verschiedenen Sortimenten bewerten.

Aufpassen sollte man, weil es teilweise gleichlautende Farben in verschiedenen Ausführungen gibt. So fallen mir spontan Agrax Earthshade als Matt und Gloss ein, sowie

Leadbelcher als Base und als Air. Dort kann es schon sehr nervig sein, wenn man mal wieder nicht richtig aufgepasst hat, und dann der Shade enorm glänzt oder die Base Farbe

etliche Male verdünnt werden muss.

 

Citadel Base:

Die Citadel Base Farben sind sehr Pigmenthaltig und decken sehr gut. Man kann sie dennoch ausgezeichnet mit Wasser verdünnen. Die Farben sind allgemein eher Matt. Retributor Armor

ist als Gold Farbe besonders hervorzuheben.

 

Citadel Layer:

Es gilt was ich auch für Base Farben gesagt habe, der Unterschied besteht primär darin, dass sie etwas mehr durchscheinen und sich so, verdünnt, besser für Lasuren eignen.

 

Citadel Air:

Dünner als die Layer Farben. Allerdings bietet es sich meiner Erfahrung nach trotzdem an sie nicht direkt für die Airbrush zu nutzen, sondern sie noch etwas weiter zu verdünnen.

Zum Malen kann man sie prinzipiell auch nutzen.

 

Citadel Dry:

Ich habe mittlerweile einige Citadel Dry Farben zuhause stehen. Sie sind sehr trocken. In letzter Zeit ist bei mir das Gefühl aufgekommen, dass die Layer Farben deutlich dünner sind und sich nur noch schwer zum Trockenbürsten nutzen lassen, jedenfalls schwerer als damals zu den Zeiten in denen die Pötte noch die schwarzen Deckel hatten. Dafür sind sie wahrscheinlich gut zu gebrauchen, ich drybrushe aber eher ungern, weswegen ich sie eher selten nutze.

 

Citadel Shade:

Hier kommen wir zum ersten Mal zu einer Farbe die in meinen Augen problematisch sein kann. Ich sehe hier drei mögliche Probleme:

 

1. Falsche Anwendung - Wer den Shade einfach "drüberkippt" und schöne Ergebnisse erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Es bleiben unschöne Flecken an Stellen an 

denen man den Shade nicht haben möchte, es bilden sich Pfützen und es ist allgemein nicht schön anzusehen. Deswegen sollte man den Shade kontrolliert nutzen, den Pinsel

nur so voll machen wie er denn sein muss. Zur Not kann man den Pinsel abstreifen und wieder etwas vom Shade aufnehmen und so Pfützen die sich gebildet haben wieder entfernen.

 

2. Falsche Verdünnung. Bei einigen Shades ist mir aufgefallen dass es zu Problemen kommt, wenn man sie falsch verdünnt. Agrax Earthshade, zum Beispiel, trocknet bei der Verdünnung mit Wasser weiß aus. Hier schafft man Abhilfe indem man mit Lahmian Medium verdünnt.

 

3. Glanzeffekte. Auch wenn sie es nicht machen sollten, sie tun es, sie fangen an zu glänzen. Meistens dann wenn man sie zu dick aufträgt. Daher tendiere ich mittlerweile dazu lieber mit Lahmian Medium zu verdünnen oder meine Lasuren/Shades selber aus Layerfarben herzustellen.

 

Man sollte hier auch Dinge ausprobieren, die vielleicht nicht sofort ins Auge stechen. Athonian Cammoshade zum Beispiel ist ein spannender Shade.

 

Citadel Glaze:

Können genutzt werden Stellen einzufärben. Kann man sich aber auch gut selber mischen.

 

Citadel Technical:

Sehr unterschiedliche und nützliche Farben, ich werde auf die die ich kenne einzelnd eingehen. Die technical Colors

sind gut gelungen.

 

Liquid Green Stuff - Gutes Zeug um Fehler an Miniaturen auszubessern und Unebenheiten glattzuziehen.

Blood for the Bloodgod - gute Farbe um Bluteffekte zu malen

Nihilakh Oxide - sehr flüssig mit vielen Pigmenten für Grünspan

Nurgle's Rot - Soll Schleim darstellen, malt man am besten etwas dicker

Typhus Corrosion - Dunkelbraune, sehr flüssige Farbe mit vielen Pigmenten und "Stückchen"

Ryza Rust - Macht vor allem Sinn mit Typhus Corrosion, aber man kann es auch über Stellen bürsten die nicht vorher mit Typhus Corrosion bearbeitet wurden.

Waystone Farben - Diese sind Geschmackssache. Ich mag es lieber Edelsteine zu malen, sie sehen aber gut aus.

Lahmian Medium -  Eine der "Farben" die ich am meisten unterschätzt habe. Ein wahrer Alleskönner bei der Verdünnung und vor allem zum verdünnen von Shades sehr sinnvoll.

 

2. P3 Formula von Privateer Press

Hier habe ich mir einige Farbsets zugelegt, weil ich manche Farbtöne sehr spannend fand.

Meine Erfahrung ist, dass es zwei Dinge gibt, die man berücksichtigen muss. Erstens, wenn man die Farben auf die Nasspalette gibt und mit Wasser verdünnt, dann entmischen sie sich

recht schnell. Das heißt man ist viel damit beschäftigt sie wieder zusammenzuführen und zweitens, und dies finde ich noch etwas problematischer, die Farben trocknen eher seidenmatt bis leicht glänzend. Für manche Projekte mag das erwünscht sein, für andere ist das eher schlecht, darauf sollte man in jedem Fall achten.

 

3. Vallejo:

Vorwegschieben muss ich, dass Vallejo von der Handhabung und der Dosierung her sicherlich die beste Lösung hat. Man kann einfach einen Tropfen aus dem Fläschchen rausdrücken, auch wenn der Tropfen häufig zu groß ist, und muss nicht mit dem Pinsel in das Töpfchen. Bei GW verstehe ich das System bis heute nicht. Man hat dort entweder die Möglichkeit den Pinöppel hinten außen zu lassen, dann haut er einem immer den Deckel zu und ist hinderlich, oder einzuklappen, dann hat man das Gefühl der Topf schließt nicht mehr richtig und trocknet aus. Bei P3 läuft über die kleine Lippe im Deckel alles kreuz und quer.

 

Vallejo Model Color

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich male ungern mit der Vallejo Model Color. Gestartet habe ich mit zwei Grautönen und dann kamen ein paar weitere hinzu, aber von Vallejo Model werde ich meiner Sammlung an Farben nichts mehr hinzufügen.

 

Es gibt wenig was alle Farben verkehrt machen, aber es gibt an jeder Farbe Dinge die mich stören, um nicht nur zu Meckern, sondern es auch zu unterfüttern, hier ein paar Probleme die ich hatte. Die Farbe Flat Brown entmischt sich bei mir sehr schnell. German Grey ist sehr stark glänzend, bis zu dem Punkt hin dass ich es gar nicht mehr verwende. Neutral Grey ist ebenfalls sehr stark glänzend. Dazu kommt dass es auch nach minutemlangen Schütteln so flüssig und frei von Pigmenten ist dass es kaum zu nutzen ist und das bei zwei Flaschen die bei unterschiedlichen Händlern gekauft wurden.

 

Vallejo Model Air

Kann ich nur empfehlen, auch wenn die Farbtöne nicht ganz mein Fall sind. Für die Airbrush sind es allerdings Top Farben.

 

 

So, dass sind meine Erfahrungen bisher. Nicht wirklich ein Tutorial, aber vielleicht doch für den ein oder anderen hilfreich.

 

Als nächstes werde ich mich wohl um ein Fantasy Base kümmern.

 

Edit: Den Text etwas besser lesbar gemacht. Ich muss demnächst mal Probelesen, aber die Furcht, dass die Textwand verschwindet, war dann doch größer.

bearbeitet von Thannock
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Allgemeine Base Gedanken und ein Fantasy Base:

 

Basegestaltung und ich. Das war immer ein Thema dem ich nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt habe. Bases sollten für mich einheitlich sein und waren ein Ärgernis, welches ich schnellstmöglich beseitigen musste.

 

Ganz an Anfang mit grün eingefärbten Holzspänen, später dann mit großflächig verstreutem statischen Gras. Wenn es sich anbot mal mit einem Stein auf dem Base.

 

Da kam es mir irgendwann ganz recht dass GW und einige andere Produkte rausgebracht haben die die Basegestaltung einfacher gestalten. Wie ich schon in meinem 

ersten Artikel angedeutet habe war das Malen für mich erstmal eine Pflicht. Meine Frau meinte immer das wäre Kunst, ich verstand es aber nicht so. Ich hatte Miniaturen auf

die Farbe musste und das möglichst fix. Das sah man den Miniaturen an, aber auch den Bases. Zeitgleich kam aber mit dem Umschwung bei meiner Beziehung zum Malen auch

ein Umschwung bei den Bases und das sieht man in den folgenden Bildern.

 

Vielleicht gibt einem dies eine Übersicht was man machen kann, auf einer einfachen Ebene und wie man es auch komplexer gestalten kann.

 

Ich beschränke mich hier erstmal auf Standard Bases, die man auch im Spielealltag nutzen kann. Ich kann jedes meiner Bases natürlich auf einen Sockel stellen, 10 cm Gestein, Treppen,

Erdreich aufhäufen und darauf Säulen und Bäume platzieren, aber das macht es nicht gerade gut für den Spielbetrieb nutzbar.

 

Zunächst ein paar einfache, schnelle Wege zur Basegestaltung.

 

Hier ist ein ganz einfaches Base. Gestaltet mit GW's Agrellan Earth. Man malt hier am besten das Base braun, lässt es trocknen und schmiert dann Agrellan Earth nicht zu dick und nicht

zu dünn mit einem Spatel drüber. Dadurch platzt es beim Trocknen auf und erweckt den Eindruck einer Wüstenlandschaft. Dazu noch ein Busch aus verdörrtem Gras, fertig. Bemalt man es vorher nicht braun aus, dann sieht das Base in der Folge sehr bescheiden aus. 

 

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Ein weiteres Base mit GW Produkten. Dieses mal Astrogranite und dazu Valhallan Blizzard. Man trägt das Astrogranite mit dem Spatel auf, kann auch Unebenheiten modellieren. 

Dann wird es mit zum Beispiel Nuln Oil getuscht und dann mit einem helleren grau trocken gebürstet. Dann kam der Valhallan Blizzard drauf. Hier muss man darauf achten die Paste

schön dick und fluffig aufzutragen. Es wirkt eher wie eine neu gefallene Schneeschicht.

 

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Hier dann der Klassiker. Leim drauf, Sand, grundieren, braun anmalen, bürsten, etwas statisches Gras...

 

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Jetzt kommen wir aber zum spannenderen Teil, ein Fantasy Base welches ich vor kurzem gestaltet habe.

 

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So, ein bisschen was zum grundsätzlichen Aufbau. Ich habe mir einfach mal ein Basegestaltungsset von PK-Pro bestellt.

 

Der Runenstein stammt aus dem dazugehörigen Bausatz des Runelord der Dispossessed und ich fand, warum sollte ich ihn nicht nutzen. 

 

Also platzierte ich ihn, da er ja auch den Untergrund für die Miniatur bilden sollte, erst einmal mittig auf dem Base. 

 

Ich wollte den Eindruck erwecken dass der Runelord an einem magischen Ort steht, eine alte Stätte der Zwerge verteidigt die schon vor Jahrzehnten gefallen ist und

nun überwuchert wird. 

 

Also bettete ich den Runenstein in etwas "Erde" ein. Dazu nutzte ich erstmal eine anzurührende Masse...

 

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Hier habe ich nur zwei Spitzen genommen und dann nach Gefühl Wasser hinzugegeben. Man kann sicherlich auch jede andere Art von Mörtel nehmen, Moltofill oder ähnliches fällt

mir spontan ein.

 

Dann hatte ich in meinem Set Sand mit Steinen beiliegen.

 

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Das kann man natürlich auch draußen sammeln, aber es war in meinem Set dabei. Draußen sammeln ist sicherlich günstiger und auch spannender, da man viele andere kleine 

Stückchen in seinem Sand hat, was der Base noch mehr Charakter gibt. Den Sand, man kann auch Erde nehmen, gab ich dann auf den noch feuchten Mörtel und drückte es etwas an.

 

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Dann packte ich die Korkstücke aus. Diese kann man auch selber machen. Ich drückte zwei in den noch feuchten Mörtel.

 

Zuletzt befestigte ich mit Leim noch ein wenig totes Holz auf der Base.

 

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Dann trocknete alles und wurde, wie man es kennt, mit der 2 Komponenten Grundierung erst schwarz und dann weiß grundiert.

 

Dann ging es an das Bemalen. Hier sollte man sich alle Freiheiten nehmen. Steine sehen nur in Grau unnatürlich aus, also lasierte ich meine Steine in braun, grün, blau, rot, bis

mir der Farbton gefiel. Die Erde wurde ähnlich gemalt, nur in Braun und lasiert, dann gebürstet.

 

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Dann nahm ich zum ersten Mal in meinem Leben Pigmente zur Hand und mischte diese mit Wasser an. Dann schmierte ich die Mischung auf den Stein und etwas auf die Erde. Probieren

geht über studieren. In meinem Kopf ist es so dass sich Staub und ähnliches eher in den Vertiefungen sammeln würde, also malte ich dort etwas mit den Pigmenten rein. Die Kanten des Steins

bürstete ich dann noch etwas mit grau trocken und malte 1, 2 Schrammen an den Stein mit hellerem grau.

 

Das tote Holz wurde mit einer verdünnten Mischung aus braun, grau und grün bemalt und an manchen stellen noch etwas mit grün verfeinert.

 

Die Blätter, etwas Gras und Moos gaben dem Ganzen den Rest.

 

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Ich muss sagen, ich bin mit meinem Experiment ganz zufrieden. Ich habe Dinge probiert die mir vorher nie in den Sinn gekommen wären und das Ergebnis gefällt mir gut.

 

Demnächst werde ich wohl auch mal größere Bases und andere Materialien angehen. Ich denke mein Ziel ein gut spielbares und ansehnliches Fantasybase zu erstellen ist mir gelungen.

 

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Von Augen und Gesichtern:

 

Augen sind der Spiegel der Seele. 

 

Wie wahr, wie wahr. Die Augen sagen uns viel über einen Menschen und sich tief in die Augen zu schauen ist eines der intimsten Dinge.

 

Es gab eine Zeit, da habe ich keine Augen bemalt. Imperiale Soldaten brauchen keine Augen, sie haben keine Seele und wenn man 120 Stück bemalen muss, dann ist man froh darum irgendwo Zeit sparen zu können. Auf der anderen Seite ist eine Miniatur ohne Augen nicht wirklich komplett.

 

Viele Mithobbyisten haben ein Problem mit Augen. Häufig genug kommt ein Psychoblick zustande, aber woher kommt dieser Psychoblick, schauen wir mir mal ins Auge.

 

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Tja, da ist mein Auge, aber was fällt uns auf? Ich markiere mal ein paar Bereiche.

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Nun, als erstes fällt uns auf dass das sichtbare Auge aus einem spitz zulaufen Oval besteht indem sich eine weiße Fläche befindet. Die weiße Fläche wird von Iris und Pupille durchbrochen und hier kommt der Kasus Knacktus. Obwohl man die Iris immer als Kreis im Kopf hat, ist das was man sieht, tatsächlich eher eine breite Linie.

 

Hierbei müssen wir uns vor Augen führen dass wir beim Miniaturen malen vereinfachen müssen. Man malt keine einzelnen Barthaare, keine Poren oder ähnliches, sondern vereinfachte Effekte mit Farbe, die die Realität modellieren sollen.

 

Wie man relativ gut an den beiden parallelen Linien sieht, sind die Rundungen des Kreises in dem für uns sichtbaren Bereich nahezu parallele Linien. Was dazu führt, dass wir, wenn wir einfachen und die Realität abbilden wollen dort also eher ein Rechteck haben, oder eine dicke Linie als einen abgeschnittenen Kreis. nach dem gleichen Prinzip vereinfacht man, je nach Maßstab das Konstrukt von Iris und Pupille, sodass auf einer 28mm Miniatur das Auge zu einem schwarzen Strich wird.

 

Der zweite Punkt der herauszuheben ist, sind die beiden roten Striche. hier sieht man recht deutlich dass weiß der Augen nicht etwas direkt zur Haut übergeht, sondern das Auge recht

klar abgetrennt ist. Die Farbe durch die das Auge abgetrennt ist ist ein dunkles braun mit Einschlägen von rot.

 

Und da haben wir das Problem. Die meisten Miniaturen deren Augen nicht passen, haben meiner Erfahrung nach folgendes Problem. Beim Miniaturenbemalen müssen wir, ähnlich wie in der BWL, VWL, Wissenschaft und überall wo wir mit Modellen arbeiten die Realität vereinfachen. Nur leider tun wir das häufig falsch. Für uns ist klar, das weiß in den Augen ist weiß und auf dem Gesicht und da drin ist ein runder Punkt. Wir müssen aber von der Realität ausgehen, beobachten und schauen, wie können wir die Realität vereinfachen, sodass die maßgeblichen Punkte bestehen bleiben und was ist vernachlässigbar und kann weggelassen werden.

 

Ich werde im weiteren Verlauf den Post noch um ein paar Bilder von älteren Miniaturen von mir mit Psycho-Augen, neueren Miniaturen und einer Schritt-für-Schritt Anleitung zum Bemalen von Augen ergänzen.

bearbeitet von Thannock
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