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Hallo liebes Forum,

 

 

Da ich ja viel auch im Modellbau unterwegs bin und in diesem Rahmen seit gut 20 Jahren nicht nur mit der Airbrush, sondern auch viel mit unterschiedlichen Washes, Pigmenten und ähnlichem arbeite, habe ich mir überlegt, ein Tutorial zu machen.

 

Hier möchte ich ein wenig über die Frage aufklären, was Weathering eigentlich ist, welche Möglichkeiten man hat, sie darzustellen und wie am Ende aus so was:

 

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(Bild entliehen von Chaosbunker)

 

... so was wird ...

 

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... und ihr am Ende nicht so dasitzt:

 

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(Was auch mit Verwitterung zu tun hat - aber das ist ein anderes Thema).

 

Wie man sich vorstellen kann, ist die Frage, was Weathering, auf Deutsch "Alterung" oder "Verwitterung" eigentlich ist und wie man es darstellt, recht umfangreich, und der Weg dahin führt über eine Vielzahl von Möglichkeiten und persönlichen Vorlieben. Es gibt also nicht DIE Lösung, mit der man sich der Alterung von Fahrzeugen, Gebäuden oder anderen mechanischen Dingen nähert. Daher ist es schwierig, die Goldrandlösung zu präsentieren. Vor allem, weil ich beispielsweise ein Anhänger eines eher zeichentrickartigen Überfrachtens bin, damit Fahrzeuge auf dem Tisch auch richtig ins Auge springen.

 

Es ist aber auch gar nicht das Ziel, einen allumfassenden Überblick zu geben, den am Ende jeder liest, aber keiner versteht. Vielmehr möchte ich anhand von verschiedenen Fahrzeugen, Gebäuden und vielleicht sogar Schiffen oder Figuren erklären, welche Möglichkeiten man zum weathern hat, wie man diese verbindet und welche Schwierigkeiten dabei auftreten. Ihr seid natürlich herzlich eingeladen, all das selbst zu versuchen, zu kommentieren oder vielleicht sogar eure eigenen Erlebnisse mitzuteilen (sofern ihr es denn möchtet).

 

Wer wirklich tief und umfassend in die Materie einsteigen möchte und keinen Bock hat, mein eigenes Gemansche zu verfolgen, der sei auf diese Youtube Channels verwiesen, wo wirklich gute Bastler und Modellbauer ziemlich abgefahrenes Weathering veranstalten:

 

->Plasmo - Plastic Models<- ->Andy's Hobby Headquarters<- ->Doctor Fausts Painting Clinic<- ->Laser Creation World<-

 

Ansonsten wünsche ich viel Spaß beim Lesen und ausprobieren.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Was ist Weathering?

Der erste Schritt (Planung und Basics) (In Arbeit

bearbeitet von SisterMaryNapalm
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Was ist Weathering?

 

 

Weathering, zu Deutsch "Alterung" ist im Grunde die Kunst, neue Dinge alt aussehen zu lassen. Das lassen wir mal so stehen.

 

Alles was ist, wurde erschaffen, um zu vergehen,und der Zahn der Zeit nagt nicht nur an uns, sondern auch an den Dingen, die um uns herum existieren.

 

Gebäude, Fahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge und all der andere Kram, mit dem wir leben wird durchweg den Kräften der Natur ausgesetzt. Sei es nun Regen, Wind, Sand, Schlamm, Dreck, unsere liebe Sonne oder sogar von Menschen geschaffene Einflüsse wie Rauch oder ein in böser Absicht eingesetzter Haustürschlüssel - die Oberfläche und Substanz unserer Besitztümer wird durchweg von äußeren Einflüssen bearbeitet und verändert. Oft macht das die Dinge nicht unbedingt hübscher.

 

Sehen wir uns das einmal an einem Beispiel an

 

Wenn Hally Berry tauchen geht, sieht das so aus:

 

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Wenn ein T34 tauchen geht, sieht das so aus:

 

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Ich weiß, was ihr jetzt denkt - und ihr habt Recht: Ja - das sind zwei unterschiedliche T34-Modelle. Aber darum geht es jetzt nicht.

 

Der Punkt ist: Dinge werden alt. Sie verbrauchen sich im Verlauf ihres Lebens, werden beschäftigt, abgenutzt, zerkratzt, repariert, geflickt und mehr oder weniger gut in Schuss gehalten, aber schlussendlich sind sie irgendwann aufgebraucht und sehen benutzt und gruselig aus - so wie Sylvester Stallone. Und bevor jemand etwas sagt: Nein - etwas wie Hally Berry altert nicht. Es reift. Ich wollte das nur einmal einwerfen, bevor irgendjemand auf die Idee kommt, ich würde Hally Berry als "alt" titulieren.

 

Aber grundsätzlich ist das der Kern der ganzen Angelegenheit. Dinge altern, man sieht die Spuren dieses Alterns und das gibt dem Objekt oder der Sache ein natürliches Aussehen.

 

Die Frage nun ist: Wie übertrage ich das auf ein Modell?

 

 

 

Weathering im Modellbau

 

Das Schöne am Modellbau ist ja, dass es eine unglaubliche Anzahl an Maßstäben, Szenerien und Möglichkeiten gibt, um ein Modell zu dem zu machen, was man sich vorstellt.

 

Also grundsätzlich gibt es keinen richtigen oder falschen Weg. Es ist eher eine Frage der Strecke. Wie weit will man gehen, um das zu erreichen, was man sich vorstellt? Sicherlich: einen vorgefertigten Weg zu gehen führt zu einem besseren Ergebnis und je öfter man denselben Weg geht, umso sicherer wird man. Allerdings bleibt die Frage, ob man sich im Endeffekt mit ein paar Basisfarben und Verwitterungseffekten begnügt oder am Ende die Sonne explodiert und man immer noch an seinem Panzer sitzt, jedem selbst überlassen.

 

Schlussendlich zählt nur, dass man weiß, welche Möglichkeiten man zur Hand hat und wie man damit umgeht. Der Rest ergibt sich.

 

 

 

Material und Farben

 

Puh.

 

Wo fängt man da an?

 

Die Liste der möglichen Farben, Washes, Pigmente und Werkzeuge ist lang. Sehr lang, daher möchte ich hier nur die Basics vorstellen und mit den einzelnen Themen beschäftigen wir uns später im Detail.

 

Acrylfarben

 

Wir kennen sie alle: einfach zu bekommen, einfach zu verdünnen, einfach zu nutzen - sei es nun mit der Airbrush oder dem Pinsel - und würzig im Abgang, wenn man sie mal vom Pinsel leckt: Acrylfarben sind die Basisfarben der meisten Miniaturenmaler. Auf Fahrzeugen verwendet man sie normalerweise als Grundfarben, da sie eine gute Basis für die späteren Effekte bilden. Aufgrund ihrer Natur und ihrer allergischen Reaktion auf viele Verdünner sollte man sie eher als Grundfarben nutzen und dann versiegeln. Natürlich gibt es auch Modellbauer, die ihre ganzen Modelle in Acrylfarben bemalen - selbst die Alterungseffekte.

 

Email-/Enamel-Farben

 

Statt einfacher Acrylfarben verwenden besonders Modellbau auch gerne Email-Farben, die eher in die Richtung von Lackfarben gehen und normalerweise mit Terpentinersatz oder benzinbasierten Verdünnern bearbeitet werden. Sie haben eine ziemlich gute Deckkraft, aber stinken wie Sau, müssen als Sondermüll behandelt werden und wenn man daran leckt, fühlt man sich danach sehr krank. Aber sie funktionieren wunderbar als Washes.

 

Ölfarben

 

Ölfarben sind eine weitere Möglichkeit, mit der sich Effekte auf Fahrzeuge machen lassen, wie etwa ausgeblichene Oberflächen. Sie trocknen nicht unbedingt schnell, daher kann man sie gut verarbeiten, aber man muss auch einige Zeit warten, bis die Farben schließlich getrocknet sind. Zudem schmecken sie nicht so gut wie Acrylfarben (habe ich gehört).

 

Washes

 

Washes werden in der Miniaturenmalerszene oft verpönt und als Mogelei bezeichnet. Die meisten Miniaturenmaler benutzen Washes nicht, weil sie gerne einzelne Layer auf Figuren setzen und mit dünnen Farbschichten mehr Kontrolle über den Farbverlauf haben als mit einfach drüber geklatschten Washes. Da kann man denken, was man will.

Auf einem Fahrzeug entfalten Washes einige wirklich gute Effekte, die man so mit dem Pinsel nicht unbedingt hinbekommt und sind daher recht hilfreich.

 

Pigmente

 

Pigmente sind der finale Touch auf einem Modell. Es handelt sich dabei um farbgebende Substanzen, die man einsetzt, um bestimmten Stellen eines Modells Struktur zu geben und somit Effekte wie etwa Sand, Schnee oder Rost darzustellen. Pigmente erlauben es, über die Effekte einer normalen Farbe hinwegzugehen.

 

Werkzeuge und Materialien

 

Werkzeuge und Materialien sind all die Sachen, die man benötigt, um Farben, Washes, Pigmente und so weiter auf das Modell aufzubringen oder sie wieder zu entfernen. Neben Pinseln, Verdünnern, und Papiertüchern können das auch Wattestäbchen, Chipping Medien, Radierer oder Schwämme sein.

Sand, Pulver, kleine Hilfsmittel und Zubehör wie etwa kleine Blätter oder Pasten können das Erscheinungsbild des eigenen Werks noch ein wenig verbessern.

 

 

Technisch gesehen sind damit die Basics schon abgearbeitet. Ich könnte jetzt noch ein wenig über die Planung und grundsätzliche Verarbeiten reden - aber ich glaube, das machen wir besser, wenn wir direkt am Modell arbeiten, da man dort die Schritte und Abfolgen ein wenig besser nachverfolgen kann.

Also - ohne viel weiteres Geschwafel - auf geht's zum ersten Modell!

bearbeitet von SisterMaryNapalm
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Der erste Schritt (Planung und Basics)

 

 

Grundüberlegungen

 

Wie bei jedem Figuren- oder Miniaturen-Thema ist es wichtig, am Anfang ein paar Überlegungen anzustellen.

 

Eine Miniatur ist immer der Ausdruck einer Idee oder eines Gefühls, und die Art, mit der die Figur bemalt wird, ist nicht nur eine Frage von Talent und Übung, sondern auch von Bedachtsamkeit und Vorbereitung.

Mitten im Bauprojekt eine andere Richtung einzuschlagen kann hilfreich und manchmal auch notwendig sein, aber es kann auch zu einem Verlust von Zeit, Aufwand und Material führen - und manchmal ist es nicht einmal mehr möglich. Das trifft auf historische Themen zu wie auch auf Fantasy, Sci Fi und all das, was mir gerade nicht einfällt.

 

Grundsätzlich sollte man sich folgende Fragen stellen:

 

a) Was will ich machen

b) Was habe ich

c) Was brauche ich

d) Welchen Weg will ich einschlagen

 

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Manchmal ist dabei das Modell die erste Inspiration, manchmal ist es der Hintergrund oder die dargestellte Szenerie - und manchmal kann man sich auch auf die eigene Vorstellungskraft verlassen, damit der Funken der Produktivität gezündet wird.

 

Was auch immer den entscheidenden Impuls gibt - das erste, was man machen sollte, ist ein wenig Zeit für Nachforschungen zu investieren.

 

 

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Das bedeutet nicht, dass jemand, der einen M4-Sherman zusammenbaut, die Geschichte der amerikanischen Panzerwaffe studieren muss, aber vielleicht sollte man sich über verwendete Farben belesen, besondere Effekte der dargestellten Areale (Schnee, Schlamm, Sand und so weiter) spezielle Abzeichen und so weiter. Seht euch Fotos von Tarnschemen an, guckt auch auf die Arbeiten anderer Modellbauer und lasst euch davon inspirieren, wie ihr startet (oder, wenn bereits begonnen, wie ihr fortfahrt).

Auch Schäden oder Anpassungen des Fahrzeugs können Weathering-Effekte sein oder verstärken. Furchen von abgeprallten Geschossen zum Beispiel oder zusätzliche Anbauteile können das Aussehen eures Modells verbessern. Natürlich können diese Teile auch später das Weathering des Fahrzeugs beeinflussen.

Also sollte man sich im Vornherein Gedanken darüber machen, wie Treffer oder ähnliche Effekte aussehen und wie man sie in die eigene Arbeit einfügen kann.

 

Eine andere, wichtige Frage ist die Art der Materialen, die man für sein Weathering nutzen will oder kann. Will man Pigmente nutzen? Nur mit Ölfarben oder Email-Farben verwenden oder vielleicht doch nur mit Acrylfarben malen oder alles zusammen?

 

Solche Fragen sollte man zu allererst beantworten, denn sie sind nachher entscheidend dafür, wie man malt und sein Modell altert.

 

 

 

 

Bauen und dann malen oder beim Bauen malen?

 

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Eine der wohl wichtigsten Fragen beim Fahrzeugmodellbau ist, ob man das Fahrzeug zuerst zusammenbaut und dann bemalt oder ob man schon während der Bauphase alle Bauteile bemalt.

Für mich hängt das immer davon ab, was ich an dem Fahrzeug machen muss. Einige Fahrzeuge und Gebäude muss man zusammenbauen, bevor man sie bemalt, bei anderen kann man in Teilschritten arbeiten.

Hier sollte man sich stets fragen, ob die Teile einfacher bemalt werden können, wenn sie zerlegt sind oder ob man das Fahrzeug als ganzes bemalt und dabei sicherstellen kann, dann man nichts übermalt.

Ein schönes Beispiel dafür sind Panzerketten und Räder. Ich lasse die Ketten und Räder von Fahrzeugen meist ab, zumindest so lange, bis alle Grundfarben aufgetragen sind, und bemale diese Teile stattdessen separat. Manchmal hat man aber auch keine andere Möglichkeit, weil beispielsweise die Räder an die Seiten des Panzers angegossen sind, oder weil das Tarnschema verlangt, dass das Fahrzeug als gesamtes zusammengebaut ist, damit das Fabmuster gleichmäßig und unterbrechungsfrei aufgetragen werden kann.

 

Grundieren - oder die Frage nach dem Shading

 

Sobald das Modell zusammengebaut und fertig zum bemalen ist, kommt unweigerliche die Frage nach der Bemalung auf. Und damit auch immer, ob man pre-shading oder post-shading betreibt.

 

 

jykm-3ek-d2ea.jpg

 

Pre-shading ist die Technik des Vorschattierens. Hier wird schon auf die Grundierung, also unter der Basisfarbe, mit Licht und Schatten gearbeitet. Das soll die eher eintönige Farbgebung des Fahrzeugs etwas aufbrechen und den Effekt von Licht und Schatten auf der Hülle simulieren.

Eine andere Möglichkeit die das Post-shading, also das Nachschattieren. Hier werden Licht und Schatten-Effekte nach dem Auftragen der Grundfarben eingearbeitet.

 

Beide Methoden arbeiten nach demselben Schema, aber die Effekte sind leicht unterschiedlich. Bei Pre-shading wirkt der Licht-Schatten-Effekt von unterhalb der Basisfarbe und wirkt daher subtiler und schwerer zu erkennen, ergibt aber auch auf mehrfarbigen Rümpfen einen sauberen Licht-Schatten-Effekt.

 

Post-Shading ist deutlich sichtbarer und sticht hervor, aber kann auch übertrieben werden und daher das eigene Werk ruinieren.

 

Es ist vermutlich eine Glaubensfrage und eine Frage, was man am Ehesten mag. Ich beispielsweise mag den Zeichentrick-Stil und arbeite daher auf Fahrzeugen gerne mit Post-Shading.

 

Hier mal ein paar Beispiele:

 

Diese Chimäre wurde nur mit einer Grundierung bearbeitet:

 

jykm-3el-50c7.jpg

 

Das Flakgeschützt wurde mit pre-shading bearbeitet, grundiert mit einem dunklen Grau und dann mit einem hellen Grau übersprüht. Darüber kam die rostige Grundfarbe.

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Das StuG hat ein Post-shading erhalten. Man kann erkennen, dass die großen Flächen weitaus heller sind als der Rest des Fahrzeugs.

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Hier ein Beispiel für Post-Shading an 15mm Fahrzeugen.

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Und das ganze nach Abschluss des Weatherings:

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Und einmal alle Effekte nebeneinander:

jykm-3ep-70a2.jpg

Wie man sehen kann, sind der Effekt des Post- und Pre-shading zu Anfang noch recht gleich. Dies wird sich über die Zeit aber ändern und das Shading der Flak wird deutlich subtiler werden.

 

 

Ein paar Gedanken zum "Layern" des Weathering

Sobald das Grundieren des Modells durch ist, wird es Zeit, die Farben aufzutragen. Hier kommen die zuvor gemachten Pläne zum Tragen.

Die Alterung eines Fahrzeugs erfolgt nicht nur, indem man Layer auf Layer malt, sondern indem man die einzelnen Farbaufträge zu ... ja, zu Gesamtschritten zusammenfasst, um so das Modell gleichmäßig zu bemalen.

Warum das?

Der Gedanke dahinter ist im Grunde die Imitation des Alterungsprozesses. Kein Fahrzeug lebt ewig. Wenn es die Fabrik verlässt, ist es frisch bemalt und sofern die Fabrik keine Idioten anstellt, ist dieser Job auch ordentlich getan und sollte eine Weile halten.

Aber irgendwann werden die Auswirkungen des Wetters sichtbar. Das Fahrzeug wird mit allerlei äußeren Einflüssen bombardiert. Sei es Regen, Hitze, Kälte, Salz oder was auch immer, aus irgendeiner Richtung wird es mehr oder weniger "angegriffen", sodass der Lack mit der Zeit ausbleicht, neu übermalt wird, weiter ausbleicht, während sich Rost ansetzt und die gegen die Struktur an arbeitet.

Diese Langzeitauswirkungen beeinflussen das Fahrzeug über Zeit.

Mittelfristige Auswirkungen können vom Regen hinterlassene Streifen sein, die von abgewaschenem Sand oder Dreck herrühren.

Kurzfristige Auswirkungen sind etwa Schnee oder Sand, die sich auf dem Fahrzeug festsetzen, aber von Regen weggewaschen werden oder über Zeit schmelzen oder sich anders lösen und so mittelfristige und langfristige Auswirkungen auf das Fahrzeug heraufbeschwören.

 

Will man beispielsweise ein besonders rostiges Fahrzeug, bemalt man etwa die Basis in Rostfarben und dann darüber die eigentlichen Grundfarben, anstatt den Rost einzeln aufzutragen. Der Rost greift nämlich unter den Lack, nicht anders herum.

 

Oder wenn man sich mit einem Tarnmuster wie dem Hinterhalttarn beschäftigt, muss man immer gucken, welche Farbe wie prominent vertreten ist und ob dies die ganze Farbgebung des Fahrzeugs eher nach dunkel oder hell verschiebt.

 

Ein Bemalvorgang kann beispielsweise so aussehen:

 

Wir starten mit Acrylfarben, machen all diese Arbeiten fertig, versiegeln sie, machen dann die Nassschiebebilder, versiegeln diese, dann kommen die Email-Washes, Ölfarben und Pigmente drauf.

 

Oder wir beginnen mit Acrylfarben, nutzen ein Chipping Varnish für die Abplatzer im Lack, malen darüber mit Acrylfarben, lassen dies trocknen, reiben einiges der Farbe wieder runter, versiegeln es wieder nutzen dann die Washes, Ölfarben und Pigmente.

 

oder wir nutzen Acrylfarben, machen damit alle Effekte und packen am Ende nur ein paar Pigmente drauf.

 

Es ist immer wichtig sicherzustellen, dass man einen Schritt komplett abarbeitet, sodass man gleichmäßig vorwärts kommt, nichts vergisst und so endet wie ich mit meinem ersten Bolt Action T-34 ... da habe ich nach den Acrylfarben nämlich vergessen, die ganze Geschichte mit einem Lack zu versiegeln und beim Auftragen von Washes und Email-Verdünnern lösten sich die Email-Washes, Acrylfarben und Plastik allesamt und gingen woanders hin.

 

 

 

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jykm-3ei-34b5.jpg

 

Das ist im Grunde das, worauf wir achten müssen, wenn wir unser kleines Weathering-Projekt beginnen.

Und jetzt - endlich - können wir dann auch zu den Fahrzeugen übergehen. Packen wir's also an

 

bearbeitet von SisterMaryNapalm
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