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Um das Chaos (*höhö*) im Log-o-rama und damit verbundene Schattendasein unter Projekte "Sonstige" etwas aufzulösen, gliedere ich den Strang historisch mal aus. Hier gibt es dann wohl primär 2. Weltkrieg mit Bolt Action und Cruel Seas, aber auch ab und an mal Mittelalter und Age of Sail zu lesen. Fangen wir mit dem Bolt Action Subprojekt spanischer Bürgerkrieg an (als Early War Deutsche).

 

Im Frühsommer letzen Jahres, habe ich ein weiteres leichtes Fahrzeug (einen T-26) zu meinem Spanischen Bürgerkrieg (SCW) Projekt hinzugefügt. Und ich habe immer meine Augen offen, nach passenden Ergänzungen für die Armee.

Den Krupp Protze hatte ich als Wehrmachts-Fahrzeug auf dem Schirm, primär als Sd.Kfz. 70 oder 69. Da er aber ab 1934 im Einsatz war, bis zum Ende des zweiten Weltkriegs, würde das vom zeitlichen Rahmen zum spanischen Bürgerkrieg passen. Als ich dann in der spanischen Bolt Action Gruppe dieses Bild hier gesehen habe, wie die Protze im Bürgerkrieg zum Einsatz gekommen ist (als Sd.Kfz. 69, Zugmaschine für eine PaK 36), war die Entscheidung gefallen.

 

Spanish Civil War - Krupp Protze towing PaK 36

 

Und das ist doch eine schöne Ergänzung für das Bolt Action Projekt. Ich habe hier eine Nationalistenarmee aufgestellt, die als Early War Liste gespielt wird und der Krupp Protze ist hier ein einfaches heavy field car mit einer Transportkapazität von 6 und / oder als Zugmaschine für kleinere Geschütze. Wäre ein guter Transporter für eine kleine Elite-Einheit und eben Zugmaschine für eine PaK 36 wie im Bild zu sehen. Der Bürgerkrieg war sogar der erste Konflikt, bei dem das Geschütz zum Einsatz kam. Passt also von den Rahmenbedingungen recht gut.

Ich habe während der Themenwoche ein paar PaKs gebaut, darunter auch ein paar Modelle von Rubicon Models, und da eben auch die PaK 36. Die befindet sich also schon im Bestand. Also brauchte es "nur" noch die Krupp Protze, Warlord Games bietet einen Resinbausatz an, aber eben nur als Sd.Kfz. 70. Rubicon bietet den Protze als Kombibausatz für Sd.Kfz. 69 und 70 aus ABS Plastik an. Ich bevorzuge Plastik gegenüber Resin und die Bausätze kosten etwa das gleiche. Der Bausatz wurde 2018 abereits angekündigt und das Projekt war dann lange im WIP Status. Ich war mir also nicht sicher, ob ich dran kommen würde. Verfügbarkeit ist nämlich ein ein Problem mit Rubicon und der Protze ist zur Zeit nicht mal als Produkt gelistet. Aber ich habe vor Weihnachten bei Fantasy In noch einen geschossen, Danke nach Hannover für die zügige Lieferung!

 

Rubicon Models - Krupp Protze

 

Der Bausatz besteht aus 2 Gussrahmen und einem Decalbogen. Wie oben beschrieben, sind alle Teile enthalten um entweder den Mannschaftstransportwagen Sd.Kfz. 70 (sogar mit optionaler Abdeckung) oder den Zugwagen für 3,7-cm-PaK 36 Sd.Kfz. 69 zu bauen.

 

Rubicon Models - Krupp Protze Rubicon Models - Krupp Protze
Rubicon Models - Krupp Protze Rubicon Models - Krupp Protze

 

Rubicon verwendet ABS Kunststoff, der einen speziellen Kleber benötigt und nicht anständig z.B. mit dem Revell Contacta verarbeitet werden kann. Was sehr schade ist, denn das ist mein bevorzugter Kunststoffkleber. Ich hatte mir den ABS Cement von Tamiya besorgt. Aber neben dem Problem, dass ein so grober Pinsel nicht wirklich für Modellbau geeignet ist, ist der Kleber gekippt und zu einer honigartigen Konsistenz getrocknet. Kurz um nicht mehr Brauchbar. Also nach einer Alternative gesucht, die lieferbar war und auch moderat bepreist. Ich bin auf einen Spezialkleber von Pattex gestoßen, der sogar die dünne Kanüle bietet wie der Revell Kleber. Ich werde es mal ausprobieren

 

Tamiya ABS Cement Tamiya ABS Cement Pattex Special Glue

 

Der Krupp verwendet für beide Varianten das gleiche Chassis. Beim Sd.Kfz. 69 sind die hinteren Sitzbänke durch einem H-Förmigen Aufbau ersetzt worden, der auch Werkzeug und Munition enthält, aber weiterhin Platz für ein paar Soldaten bietet (2 vorne, und 2+2 auf den Bänken im Fond).

 

Rubicon Models - Krupp Protze Rubicon Models - Krupp Protze

 

Zusammenbau ging recht zügig. Die Passform ist auch solide und der Kleber hat seinen Job erledigt. Die Kanüle ist einfach soviel praktischer und besser steuerbar als der Pinsel für den Kleberauftrag. Ich habe eine schnelle Stellprobe mit Fahrer und aufgesetzter Besatzung gemacht, und der aufgebockten PaK.

 

Rubicon Models - Krupp Protze Rubicon Models - Krupp Protze

 

Der Bausatz erfüllt seinen Zweck. Der Preis ist mit 20 EUR noch gerade so im Rahmen. Aber ich habe so meine Probleme für etwas, was knapp die Größe eines Space Marine Bikes hat, mehr als 15 EUR zu bezahlen. Das liegt aber nicht allein bei Rubicon, die Preise der Resinbausätze sind da vergleichbar. Allerlindgs ist man mit Besatzung und Geschütz insgesamt 40-45 EUR los für eine Einheit, die gerade mal 80 Punkte auf den Tisch bringt.

Ich habe die Fahrzeugbesatzung aus der Spanish Civil War Reihe von Empress Miniatures. Der Fahrer ist also gesetzt. Für die aufgesetzten Soldaten muss ich mal schauen, was da so geht. Hier gibt es z.B. von Warlord Games die Besatzung des Opel Blitz oder einen der Codes aus der Afrikakorps Reihe der Perrys. Das sind allerdings auch nur deutsche Soldaten und mit etwas künstlerischer Freiheit Legion Condor. Ansonsten weg lassen oder Köpfe tauschen.

Zur Bemalung. Der Protze ist sehr wahrscheinlich einfach Standardgrau, mit spanischen Panzer / Fahrzeugabzeichen und evtl. sogar einem Graffiti. Man könnte jetzt auch schauen, welchen Tarnanstrich Fahrzeuge wie der PzKpfw I Breda hatten, und diesen auf das Fahrzeug übertragen.

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Hmm ... ich kann da uneingeschränkt den Tamiya Extra Thin Cement empfehlen. Noch nie hatte ich einen Kunststoffkleber, der so dermaßen gut funktioniert hat. Dabei trocknet er auch noch hart aus, sodaß er sogar noch schleifbar ist und nicht diese gummiartigen Rückstände hat, wie die üblichen Kunststoffkleber.

bearbeitet von Garbosch
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Das 8,8er FlaK habe ich als Bausatz von Warlord Games / Italeri und in der Blitzkrieg-Variante, aber ich wollte noch eine Flak auf Protze, weshalb ich mir auch den Rubicon Bausatz angeschaut habe (und da mein Afrikakorps fast komplett mit Fahrzeugen von Rubicon bestückt ist).

 

Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37

 

Und was mache ich mit 3 8,8ern? Die Resin-Blitzkrieg Flak wird bei meinen Herbst/Winter Deutschen genutzt, der Plastikbausatz wird im Spanischen Bürgerkrieg zum Einsatz kommen (ja, da war die Flak bereits verfügbar und ich habe die passende Besatzung). Daher wird diese aufgebockt für Nordafrika gebaut. Neben dem Alleinstellungsmerkmal einer kompletten Plastikbesatzung, deckt der Rubicon Bausatz außerdem noch den Sonderanhänger 202 (Sd. Ah. 202) ebenfalls ab.

 

Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37
Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37
Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37
Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37

 

Ähnlich wie der Italeri Bausatz hat der Bauteil eine vergleichsweise hohe Einzelteilanzahl, und ist eher Modellbausatz als Wargaming-Modell. Die Bauanleitung zeigt leider nur die Vorher-Bilder, das nimmt etwas Tempo aus dem Zusammenbau und macht Baufehler wahrscheinlicher. Bei Teil X36 ist z.B. der Winkel falsch. Das ist mir allerdings erst nach dem Bild aufgefallen und habe es dann entsprechend behoben. Der Bausatz kommt mit zwei Geschützblenden und ist beweglich, so kann das Geschütz angewinkelt und zwischen Transport- und Geschützmodus gewechselt werden.

 

Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37

 

Mir gefällt das Aussehen des Sonderanhängers sehr und das 8,8er kann sogar zu einem gewissen Grad als PaK im aufgebockten Zustand genutzt werden. Der Bausatz deckt zu dem ein paar Munitionskisten ab und man kann zusammen mit den Bits welche der Perry 8,8 Flak Besatzung beiliegt, auch eine überzeugende Flak-Stellung gestalten. Aufgebaut oder nicht, könnt ihr das Zubehör auch auf das Zugfahrzeug setzen.

 

Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37

 

Ein kurzer Vergleich zwischen den beiden Flaks aus Kunststoff (ABS und reguläres Polystyrol). Der Rubicon Bausatz ist etwa 4 EUR günstiger als der Warlord / Italeri Bausatz und kommt sogar mit dem Sd. Ah. 202. und einer einfacher zu gestaltenen Plastik-Besatzung. Aber es ist recht nervig zu bauen durch die hohe Bauteilanzahl und man braucht auch noch den speziellen ABS Kleber.

 

Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37 Rubicon Models - 8,8 cm FlaK 36/37

 

Was kommt als nächstes? Natürlich die Bemalung. Aber eine 8,8 braucht ein Zugfahrzeug für Bolt Action, und die Rolle kann mehr oder weniger nur von dem Sd.Kfz. 7 übernommen werden. Den Bausatz könnte ich sogar schon hier haben. Aber das ist ein Thema für einen anderen Beitrag. Bis bald!

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Brauchten wir nicht ein Zugfahrzeug für die 8,8 cm FlaK? Hier ist es! Das mächtige Sd.Kfz. 7, oder Sonder-Kraftfahrzeug 7 − Mittlerer Zugkraftwagen 8t wie der volle Name dieses interessanten Fahrzeugs ist. Es gibt ein paar Resinbausätze des Fahrzeugs auf dem Markt, und dann kam Rubicon mit einem Plastikbausatz um die Ecke.

Rubicon Models - SdKfz 7 Mittlerer Zugkraftwagen 8 t

Der Rubicon Bausatz deckt auch direkt ein paar Varianten ab, kann z.B. geschlossen oder offen gebaut werden, da die Abdeckung der hinteren Sitzbänke enthalten ist oder einfach eine Pritsche verbaut werden kann, mit der dann die Sd.Kfz. 7/1 und 7/2 Varianten gebaut werden können, die die verschiedenen FlaK Geschütze transportieren.

Rubicon Models - SdKfz 7 Mittlerer Zugkraftwagen 8 t Rubicon Models - SdKfz 7 Mittlerer Zugkraftwagen 8 t
Rubicon Models - SdKfz 7 Mittlerer Zugkraftwagen 8 t Rubicon Models - SdKfz 7 Mittlerer Zugkraftwagen 8 t
Rubicon Models - SdKfz 7 Mittlerer Zugkraftwagen 8 t Rubicon Models - SdKfz 7 Mittlerer Zugkraftwagen 8 t

So weit so gut. Aber, moment das war nicht deutlich genug - ABER! Es gibt mehr zu wissen zum Sd.Kfz. 7. Ich könnte die reguläre Zugmaschine bauen, mit den Sitzbänken im Heck. Recht häufig so anzutreffen, wie man z.B. aus den Bildern des Bundesarchivs sieht oder an dem Revell Bausatz (1:72 03210 inkl. der 8,8er FlaK). Der Rubicon Bausatz deckt die Variante ab, aber kommt ohne Gepäck. Hier hat Black Dog ein paar nette Zubehörsets im Angebot, die eine interessante Anregung darstellen, wie man den Bausatz aufmöbeln kann.

Sd.Kfz. 7 with 8,8 cm Flak Sd.Kfz. 7 with 8,8 cm Flak Sd.Kfz. 7 Sd.Kfz. 7

Aber das würde nur den regulären Sd.Kfz. 7 abbilden, auf Basis des Chassis gab es weitere Varianten;

  • Sd.Kfz. 7/1 − Selbstfahrlafette 2-cm-Flakvierling 38 auf Fahrgestell Zugkraftwagen 8 t
  • Sd.Kfz. 7/2 − Selbstfahrlafette 3,7-cm-Flak 36 auf Fahrgestell Zugkraftwagen 8 t
  • Sd.Kfz. 7/3 – Feuerleitpanzerfahrzeug für Raketen A4 (Startkontrollwagen)
  • Sd.Kfz. 7/6 − Flugabwehrmesswagen / FlaK-Messtrupp-Kraftwagen

Das Sd.Kfz. 7/6 ist ein seltenes Fahrzeug und hatte Kabeltrommeln an den Kotflügeln und eine große Kiste am Heck, also insgesamt recht einfach umzubauen. Den größten Aufwand dürfte die 7/3 mit dem rombusförmigen Aufbau darstellen.

Ein paar der Resinbausätze die vom Sd.Kfz. 7 erhältlich sind, stellen die Varianten /1 und /2 mit Flugabwehrgeschützen dar. Rubicon hat den Bausatz so aufgebaut, dass man das Fahrzeug mit weiteren Bausätzen wie dem 2cm Flak Vierling und Flak 36 erweitern kann. Entweder gezogen oder als Selbstfahrlafette. Dabei können diese so gebaut werden, dass man recht einfach zwischen den Versionen wechseln kann. Damit steht schon mal die Entscheidung im Raum, zwischen dem regulären Sd.Kfz. 7 und den beiden 7/1 bzw. 7/2 Versionen zu wählen.

Sd.Kfz. 7/2 with Flak 36

Aber - wie gesagt da ist mehr und das ist keine so einfache Enthscheidung. Die Selbstfahrlafetten waren teils mit gepanzerten Fahrerkabinen umgebaut. Ich habe ein paar Bilder dazu online gefunden, aus Osprey Büchern, einem Revellbausatz (1:72 3207), und zwei Bildern von Panzer-Bau.

Sd.Kfz. 7 with and without armoured cab Sd.Kfz. 7/2 with Flak 37 Sd.Kfz. 7/2 with Flak 36 Sd.Kfz. 7 with armoured cab

Was soll es also werden? Sd.Kfz 7, 7/1 oder 7/2? Mit oder ohne gepanzerter Kabine? Ich denke die geschützte Kabine dürfte mit recht überschaubarem Aufwand aus Plastikkarton umbaubar sein. Besonders durch die recht boxige Aufbaute. Ich würde dann auch versuchen eine Vorlage festzuhalten, die anderen den Nachbau ermöglicht.

 

Wie seht ihr das? Welche Version soll ich umsetzen?

 

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Als wäre die Entscheidung mit dem Sd.Kfz. 7 nicht schwer genug, bin ich vor ein paar Wochen auf dieses Gefährt gestoßen - die Sd.Kfz. 6/3 Diana. Basierend auf dem Sd.Kfz. 6, welches im Grunde der leichtere Vorgänger des Sd.Kfz. 7 ist und "nur" über 5t statt 8t Zugkraft verfügt. Das Gefährt wurde mit erbeuteten russischen 76-mm Feldgeschützen 1936 (F-22) ausgestattet und erhielt eine leicht gepanzerte Aufbaute drum herum.

 

Sd.Kfz. 6/3 Diana Sd.Kfz. 6/3 Diana Sd.Kfz. 6/3 Diana

 

Allerdings ist das Sd.Kfz. 6 im 28mm Maßstab nicht erhältlich und die Diana sowieso nur als Modellbausatz erhältlich (und in 15mm), aber im Einsatz beim Afrikakorps. Daher würde es doch hervorragend in das Projekt passen und wäre noch eine schicke Feldumbaute und Seltenheit in der Sammlung. Wie geht man also an diese Herausforderung heran?

 

Sd.Kfz. 6/3 Diana

 

Das Sd.Kfz. 6 und 7 sind sich sehr ähnlich und im kleineren Maßstab quasi nicht zu unterscheiden. Primär sind die Laufräder und der Unterbau unterschiedlich. Daher vermute ich, dass ich damit durchkommen könnte, noch einen Sd.Kfz. 7 Bausatz zu verwenden und den Aufbau dann von Hand zu bauen. Die Bögen könnte man aus Teilen des Opel Blitz/Maultier Bausatz nehmen.

Online fand ich auf der polnischen Modelwork und russischen Modellbauseite diese Bilder, und gerade das erste Bild vermittelt doch einen guten Eindruck vom möglichen Eigenbau des Aufbaus.

 

Sd.Kfz. 6/3 Diana Sd.Kfz. 6/3 Diana Sd.Kfz. 6/3 Diana

 

Mit dem Geschütz, also der russischen 76mm Kanone, die als 1936 F-22 Ausführung benötigt würde, ist es etwas schwieriger. Warlord Games deckt eine ZiS-3 76mm Divisionskanone ab, gleiches auch von Crusader Miniatures, das wäre schon mal nah dran, aber die ZiS-3 hat eine Mündungsfeuerblende und andere Rückstoßdämpfer / Stützen, als die F-22. Das müsste man dann noch anpassen.

Wenn ich mich dann noch für eine Plane oder Staubabdeckung auf dem Kastenaufbau entscheide, dürfte das den Umbau auch stark vereinfachen. Ich denke die Laufrollen könnte man auch soweit abändern, dass man die kleinen Stützstreben wegschneidet.

 

Irgendwelche Ideen oder Anregungen wie man diesen Umbau im 28mm Maßstab umsetzen könnte und welche Bauteile zur Verfügung stünden?

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Um beim Sd.Kfz 7 die 7/1er Variante abzubilden, also die Selbstfahrlafette 2-cm-Flakvierling 38 auf Fahrgestell Zugkraftwagen 8 t fehlte mir noch der Flak-Vierling Bausatz von Rubicon.

Die Bausätze sind dabei schon so konzipiert, dass man sie kombinieren, der Zusatzaufwand ist also sehr überschaubar. Dabei kann das Geschütz entweder als eigenes Waffenteam aufgestellt werden oder auf der Pritsche z.B. vom Sd.Kfz. 7 montiert werden.

Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38

Dem Bausatz liegt auch eine Besatzung bei, die holt mich aber nicht wirklich ab und wird daher durch das passende Gegenstück aus der Perry Miniatures Reihe ersetzt werden, da das Fahrzeug und die Flak bei meinem Afrikakorps zum Einsatz kommen wird.

Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38

Dabei kann die Flak entweder aufgebaut oder im Schleppmodus gebaut werden, außerdem liegen den Gussrahmen noch die Teile für den Sonderanhänger 51 (SdAh 51) um das Geschütz zu ziehen oder den Munitionsanhänger SdAh 52 bei. Letzterer würde hinter den jeweiligen Sd.Kfz. gespannt werden, wenn das Geschütz auf der Pritsche montiert wurde (dabei muss es nicht zwingend der Sd.Kfz. 7 sein, könnte auch z.B. ein Opel Blitz sein).

Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38 Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38
Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38 Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38

Wie gesagt, die Flak wird auf einem Fahrgestell montiert werden, weshalb ich mich für den Munitionsanhänger SdAh 52 entschieden habe. Dem Gussrahmen liegen auch genügend Teile bei um den Anhänger offen zu bauen und so an die Munitionsträger heranzukommen.

Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38 Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38 Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38

Das Geschütz selbst kann entweder im Abschleppmodus oder aufgebaut gebaut werden. Außerdem ist es beweglich und kann so sogar auf Ziele am Himmel zielen.

Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38 Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38

Der Flakvierling wurde auf mehrere Fahrgestelle montiert, nicht nur den Sd.Kfz. 7, auch den Sd.Kfz. 7 oder den Opel Blitz wie unten zu sehen. Es waren auch mindestens zwei Varianten auf Panzer IV darunter, der Möbelwagen oder Wirbelwind.

Rubicon Models - 2cm Flakvierling 38 on Opel Blitz

Ich bin immer noch unentschlossen bzgl. der Sd.Kfz. 7 Variante. Die gepanzerte Kabine juckt mich immer noch stark in den Fingern, ist aber leider historisch nicht korrekt für den Mittelmeer / afrikanischen Kriegsschauplatz. Daher überlege ich entweder den Anspruch der historischen Korrektheit zu ignorieren oder für eine halbgepanzerte Kabine zu gehen, eine Feldumbaute die als improvisierter Übergang gedient haben könnte. Ich muss da nochmal in mich gehen.

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Meine Flotille der Royal Navy aus der Grundbox habe ich bereits um eine Flower Klasse Korvette erweitert, aber ich war noch auf der Suche nach einem mittelgroßem Schiff, für die kleineren und mittleren Gefechte und bin so bei der Fairmile D MTB gelandet.

 

Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624

 

Das Fairmile D Motor Torpedo Boot ist ein britisches MTB, welches von der Firma Fairmile Marine gefertigt wurde. Eine Fairmile ist größer als die früheren MTB/MGB (Motorkanonenboote), wie z.B. Vosper oder PT Schnellboot, aber dafür langsamer. Sie wurden auch Dog Boats ("Hundeboote") genannt, und wurden entwickelt um den im Kampf überlegenden Schnellbooten der Kriegsmarine entgegentreten zu können. Es wurden verschiedene Varianten der Fairmile gebaut, und es gab auch Vorgänger wie z.B. die Fairmile B, welche auch andere Rollen innerhalb der Royal Navy übernahmen.

Die Fairmile D selbst konnte mit unterschiedlichen Waffensystemen bestückt werden, weshalb Warlord Games auch mehrere Varianten der Fairmile D anbietet. Zum einen die heute gezeigte MTB 624, MGB/MTB, und MGB 660. Von der Fairmile B gibt es auch mehrere Ausführungen: Minenräumer, ML 145 Kanonenboot, RML 529 Rettungsboot und ML 303 Motor Launch.

Das MTB 624 ist in Cruel Seas mit schweren Zwillingsmaschinengewehren, einer Zwillings-20mm-Kanone am Heck, einer 6-Pfünder Halbautomatik am Bug und einem Holman Projektor in der Mitte bewaffnet. Es zählt als mittleres Schiff.

Warlord Games bietet die Fairmiles als Doppelblister im 1:300 Maßstab für 30 GBP an. In den Blistern sind außerdem noch Marker und Spielmaterial enthalten. Es ist ein gemischter Resin- und Zinnbausatz, und kommt leider ohne Bauanleitung, weshalb ihr die Produktbilder aus dem Onlineshop zur Orientierung nutzen müsst. Die Zinnbits kommen in einem kleinen Druckbeutel und enthält außerdem einen Bogen mit Flaggen, zwei Datenblätter, Kielmarker und ein kleiner Bogen für Anzeiger bei.

 

Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624

 

Der Resinguss ist gut gemacht, es sind zwei Angussstellen am Heck, die abgeschnitten / gefeilt werden können. Die Zinnteile sind recht fein, einer der Holman Projektoren hatte einen gebrochenen Waffenlauf, weshalb ich das Teil durch ein Plastikbit ersetzen musste, das ich noch da hatte. Die Zinnteile decken die Bewaffnung, Antennen, optionale Schiffsbesatzung und Flaggen ab.

Ihr solltet die Schiffsrümpfe ein kurzes Bad in lauwarmen Seifenwasser verpassen. Außerdem müssen wahrscheinlich ein paar Gussstützen entwfernen unter den Torpedorohren. Ich habe außerdem noch die Unterseite der Rümpfe abgeschliffen damit diese plan aufliegen.

 

Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624

 

Wie oben erwähnt, gibt es keine Baunleitung oder Explosionszeichnung, weshalb man sich an den Produktbildern orientieren muss. Zu einem gewissen Grad helfen einem auch Bilder von Modellbausätzen oder Archivphotos. Ich hoffe, dass die Übersicht der Einzelteile und Folgebilder euch ein wenig Hilfe sind.

Jede Fairmile kommt mit Waffen für Heck, Bug und Mitte. Sowie zwei Zwillings-MG-Aufsätzen für die Türmchen. Außerdem gibt es eine Antenne, die aber recht dünn ist und evtl. eher durch etwas aus Kupfer oder Plastik ersetzt werden sollte. Die vier kleinen Kolben werden auf Deck in der Mitte verklebt, aber es kann sein, dass wie bei mir eine der Steckverbindungen zugegossen ist und aufgebohrt werden muss. Ich denke hier wurde die Gussform beschädigt.

 

Das zweite und dritte Bild zeigen die gebauten Fairmile aus anderen Winkeln.

 

Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624

 

Wie viele andere Bausätze kommt auch dieses Schiff mit ein paar Streifen Besatzung und Flaggen in zwei Größen. Die Besatzung könnte z.B. auf der Brücke verbaut werden und die Flaggen an der Antenne und/oder dem Heck.

 

Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624

 

Um euch ein Gefühl für die Größe der Fairmile D zu geben (wie bereits erwähnt, sind diese doch deutlich größer als die Vosper), hier ein Vergleich mit den MTB und einer Korvette der Flower-Klasse.

 

Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624

 

Die Fairmile D MTB 624 komplett gebaut und seefertig, bereit sich den Marinen der Achsenmächten entgegen zu stellen.

 

Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624 Cruel Seas - Royal Navy Fairmile D MTB 624

 

Fazit
Mir gefällt das Design des Modells sehr und ich bin damit auch nicht alleine, Fairmiles scheinen als Modellbausatz recht beliebt zu sein. Der Preis von 30 GBP ist recht sportlich - Ja, es ist ein Doppelpack, aber immer noch nicht günstig. Ich hatte den Blister während einer der Warlord Angebotswochen erstanden, das brachte einen angemesseneren Preis. Mir ist natürlich bewusst, dass 1:300 Tabletop zur See nicht den gleichen Markt hat wie 28mm Bausätze. Und diese Nische, zusammen mit den aufwendigen Spielmaterial (gestanzte Marker, Karten und dergleichen), sorgt eben für ein solches Preisband.

 

Das Modell selbst ist gut gemacht und die Qualität liegt im oberen Mittelfeld. Durch den Maßstab verliert man natürlich ein paar der Details und es ist nicht vergleichbar mit einem Bausatz im 1:35 Bausatz. Aber hier hat Warlord einen recht guten Job gemacht, die Fairmile in den Maßstab zu übertragen und genügend Details abgebildet, dass es immer noch bemalbar bleibt. Für das Spiel selbst ist es auch eine passende Ergänzung, da es die Scharmützel an Küsten und nicht der offenen See ganz gut einfängt.

 

Leider gibt es keine intakten Exemplare. Soweit gibt es nur zwei aufgegebene Wracks der Fairmile in Chatham (Vereinigtes Königreich) und Ellingsoy (Norwegen), also leider keine Möglichkeit eines in einem Museum oder maritimen Ausstellen zu besichtigen. Allerdings hatte die Kriegsmarine zwei Fairmile D erbeutet und in den Einsatz der Flotte des deutschen Reichs gestellt.

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Am Dienstag habe ich bereits die Fairmile D als Ergänzung meiner Royal Navy vorgestellt. Nun braucht es den passenden Ausgleich bei der Kriegsmarine, und dafür hatte ich mir ein Räumboot / R-Boat rausgesucht.

Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat

Im Englischen spricht man ähnlich wie beim E-Boat (Enemy Boat, also Feindboot), bei den Räumbooten von R-Boats (eigentlich Minenräumboote). Viele dieser R-Boote wurden bereits vor dem zweiten Weltkrieg gebaut und kamen auch noch nach dem Weltkrieg zum Einsatz um Seeminen aufzusuchen und zu räumen.

Insgesamt wurden 424 Räumboote für die Kriegmsarine gebaut und diese kamen in jedem Kriegsschauplatz zum Einsatz, vom Mittelmeer bis zum Schwarzen Meer. Aber nicht nur als Minenräumboote, sondern Konvoybegleitschiffe, Küstenpatrouille, Minenleger oder Luft-See-Rettung. Daher eine passende und sehr vielseitige Ergänzung meiner Flotille im Ärmelkanal. Ein Viertel der Schiffe wurde mit Voith Schneider Antrieb versehen, was sie deutlich wendiger als andere Schiffe machte. Das wird auch in den Regeln für Cruel Seas abgebildet.

Es gab mehrere Varianten des Räumboots, das R-23 ist dabei keine Klasse für sich sondern schon eine sehr spezifische Bezeichnung. Es gibt einfach nur die Bezeichnung Räumboot, die Nummer wurde fortlaufend vergeben und benennt einzelne Schiffe. Die eckigen Fenster auf der Brücke bringen mich zu der Annahme dass es sich entweder um ein R17 oder R25 Typ Boot handelt, die von 1934 bis 38 oder von 1938 bis 39 gebaut wurden.

In Cruel Seas sind Räumboote mit MGs auf beiden Seiten bewaffnet, einer 37mm Halbautomatik am Heck und einem 20mm Geschütz am Bug. Es zählt als mittleres Schiff.

Warlord Games bietet Räumboote im 1:300 Maßstab im Blister-Doppel für 30 GBP an. Dem Blister liegen zu dem Marker und Spielmaterial bei. Die Schiff sind gemischte Resin- und Zinnbausätze, und kommt leider ohne Bauanleitung. Hier sind die Produktbilder aus dem Onlineshop eine gute Hilfe, aber Aufgrund der wenigen Einzelteile kein größeres Problem. Die Zinnbits kommen in einem kleinen Druckbeutel und der Blister enthält außerdem einen Bogen mit Flaggen, zwei Datenblätter, Kielmarker und einen kleinen Bogen für Anzeiger.

Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat

Die Schimpfsrümpfe der Räumboote werden aus Resin geliefert und haben zwei Angussansätze am Heck, die noch entfernt werden müssen. Die Zinnbits im kleinen Maßstab sind recht fein, also müsst ihr mit den Waffenläufen und den Beinen der Besatzung etwas acht geben. Hier gibt es insgesamt die Bewaffnung, 20mm und 37 mm Halbautomatikgeschütz, optionale Besatzung und Flaggen für das Schiff.

Wie üblich, solltet ihr die Resinteile vorher mit lauwarmen Seifenwasser abwaschen. Ich habe außerdem die Kanten des unteren Rumpfs und die Unterseite der Schiffe abgeschliffen, damit sie sauber aufliegen.

Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat

Der Bausatz kommt ohne Bauanleitung, aber die niedrige Teileanzahl macht das zu keiner Herausforderung. Man setzt die Waffen auf Heck und Bug, das war's. Diese verfügen über einen Stift als Klebestelle, können also rotiert werden.

Zu optionalen Bauteile sind die Besatzung und Flaggen in zwei Größen. Ihr könnt die Besatzung auf die Brücke oder in der Nähe der Geschütze aufkleben, und die Flaggen am Heck.

Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat

Ein Größenvergleich darf natürlich nicht fehlen in dieser Review, das R-23 in der Mitte zwischen dem M1940 Minensuchboot und einem der Schnellboote aus der Grundbox.

Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat

Das Räumboot, im passenden langen, schlanken Design der deutschen Marine.

Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat Cruel Seas - Kriegsmarine R-23 R-Boat

Fazit
Preislich sieht es hier genauso aus wie bei der Fairmile. Ich habe beide beim gleichen Sale auf der Warlord Games Seite gekauft. Daher war der reguläre Preis von 30 GBP etwas reduziert und damit auch in einem angemessenerem Preisfenster. Aber auch hier bleibt das Argument, es ist ein Nischenprodukt innerhalb der Nische, Tabletop zur See, 1:300 Maßstab, dazu eben das Spielzubehör, da kommt auf der Kostenseite schon etwas zusammen.

Wie beim letzten Satz Bilder beschrieben, mir gefällt das Design und ich finde es passt sehr gut zu den weiteren Schiffen und Booten der Kriegsmarine. Der Tarnanstrich der Räumboote war teils etwas schräg, zumindest für meinen Geschmack, weshalb ich das etwas freier auslegen werde bei diesen Pötten. Der Detailgrad ist für den Maßstab gut gewählt und die Größe handlich zum Bemalen aber auch noch angemessen für ein Spiel wie Cruel Seas.

Recht viele dieser Räumboote haben den Krieg überstanden und wurden dann von / unter den Alliierten verteilt. Einige gingen zurück an die deutsche Regierung und kamen dort beim Minenräumdienst zum Einsatz um Seeminen vor den Küsten Westeuropas zu räumen. Außerdem wurden 24 dieser Boote an die Bundesmarine übergeben und waren bis in die späten 60er Jahre im Einsatz.

Bei der Kriegsmarine kamen aber nicht nur selbstgefertigte Räumboote zum Einsatz, sondern auch Beuteschiffe anderer europäischer Länder wie dem Vereinigten Königreich, Frankreich oder Italien. Diese erhielten dann ähnlich wie bei Beutepanzern entsprechende R-Boot Auslandsbezeichnungen, also bspw. RA-, RH- oder RD-Kennzeichen.

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Zum ersten Mal verlässt Bolt Action den zweiten Weltkrieg.  Wir hatten schon kurze Intermezzi mit "Was-wäre-wenn" Szenarien mit Unternehmen Seelöwe und Campaign Gigant, aber das war bisher das Entfernteste von dem Konflikt von 1933 bis 45. Aber das änderte sich in der zweiten Hälfte von 2019, mit der Veröffentlichung der Erweiterung für Bolt Action - Korea.

Bolt Action - Korea Bolt Action - Korea

Es ist nicht der erste Plan Bolt Action außerhalb des zweiten Weltkriegs anzusiedeln. Ursprünglich sollte es der erste Weltkrieg werden, aber das Buch wurde noch in der Vorproduktion gestoppt. Da zahlreiche Ausrüstung aus dem zweiten Weltkrieg auch noch deutlich danach zum Einsatz kam, unter anderem im Kalten Krieg - auf beiden Seiten - ist das ein interessantes Feld für eine Tabletopfirma. Insbesondere wenn man wie Warlord Games bereits ein umfangreiches Miniaturensortiment hat. Der Koreakrieg war einer der ersten Konflikte des kalten Kriegs und wurde zwischen 1950 und 1953 ausgefochten. Das Nordkoreanische Regime, unterstützt von der Sowjetunion und dem kommunistischen China (das als Sieger aus dem chinesischen Bürgerkrieg nach dem 2. Weltkrieg hervorging), kämpfte gegen die Südkoreanische Regierung und einen UN Einsatzverband um die Kontrolle der koreanischen Halbinsel.

Bisher war Operation Overlord das umfangreichste Kampagnenband, aber da hier ein komplett neuer Konflikt aufgesetzt werden musste, setzt man für Bolt Action eine neue Messlatte mit 240 Seiten. Aber weiterhin zum regulären Preisband von 19.99 GBP (ca. 25 EUR). Und wie immer, gibt es eine Sonderminiatur für Direktkunden, einen "Frozen Chosin", aus der Schlacht um den Changjin-Stausee.

Das Buch ist ein gemeinsames Werk von Jon Russell und Steven Urquart Smith, ihr erster Band für die Bolt Action Reihe. Es ist wichtig an der Stelle darauf hinzuweisen, dass es ein in sich geschlossenes Buch ist, um den Koreakrieg abzubilden. Ihr benötigt aber immer noch die zweite Edition des Bolt Action Regelwerks um es einzusetzen.

Bolt Action - Korea

Worum geht es?
Der Koreakrieg ist schon recht einzigartig. Der aktive Krieg fand zwischen dem 25. Juni 1950 und 27. Juli 1953 statt und endete in einem militärischen Patt, da keine der beiden Seiten einen Vorteil erkämpfen konnte. Und da es keine erfolgreichen Verhandlungen über einen Frieden gab, sind beide Seiten von Korea technisch gesehen immer noch im Krieg, gefesselt in einem eingefrorenen Konflikt. Aber was hebt diesen Konflikt nun über einen Bürgerkrieg?
Das (Nord)koreanische Regime wurde durch die Chinesen und Sowjetunion unterstützt, und mit alle dem versorgt, was bereits im zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Auf der anderen Seite steht Südkorea, unterstützt durch die UN, hier primär von den Vereinigten Staaten, um zu verhindern, dass Korea komplett in die Hände der Kommunisten fällt und dann eine Kettenreaktion auslöst - die Dominotheorie. Aber die Amerikaner waren nicht die einzigen Westalliierten in Korea, auch Großbritannien, mitsamt Commonwealth Truppen aus Kanada und Australien. Das brachte dann auch moderneres Kriegsgerät in den Konflikt.

Knowledge Hub und Simply History haben beide Videos zum Konflikt online gestellt, die euch kompakt und informativ auf den Stand bringen. Einfach eine umfangreichere Lösung, als ich es hier in einem Absatz abbilden könnte.

Youtube - Knowledge Hub Korean War Youtube - Simple History Korean War

Im Buch findet ihr auch einen eingehenden Überblick über den Verlauf des Konflikts, mit Details zu den größeren Schlachten die zwischen beiden Seiten ausgefochten wurden. Dazu auch Informationen zu den Streitkräften und deren Organisation, Kommandanten und Ausrüstung. Szenarien werden für viele der Kämpfe abgedeckt, mit passenden Themenlisten um eure Armeen danach aufzustellen.

Erster Eindruck
Ihr habt meine Begeisterung zu Operation Overlord gelesen. Darüber wie der Umfang noch einmal enorm auf 216 Seiten gestiegen ist und man sehr ins Detail gegangen ist um den Konflikt abzubilden. Korea legt die Messlatte nochmal höher. Und ich finde es großartig, dass dieses Wachstum von Warlord und Osprey unterstützt und ermöglicht wird. Für mich waren dieses Mal die ersten Seite inkl. der Karte nochmal wichtiger, als in anderen Bänden, da der Konflikt mir einfach nicht so bewusst war und Korea einfach "weit weg" ist, insbesondere wenn man nicht zum Anglo-amerikanischen Kulturkreis gehört.
Ich denke nicht, dass ich hier nochmal auf die Qualität des Buchs eingehen muss. Das Layout ist anständig gemacht, hohes Produktionsniveau wie man es auch von den anderen Erweiterungen von Bolt Action kennt. Es ist auch sehr interessant, das Artwork, welches von Osprey beigestellt wurde, zu sehen, da es mal was anderes ist, als das was man vorher schon mehrfach gesehen hat. Auch die Dioramen sind neu. Warlord Games hat hier u.a. aus dem Pazifikgelände von Sarissa geschöpft, um damit entsprechende ländliche Schlachten darzustellen.

Bolt Action - Korea

Der Koreakrieg ist Teil des Übergangs vom (Nachklang des) zweiten Weltkrieg in den Kalten Krieg. Also findet sich hier zahlreiches bekanntes Kriegsgerät wieder, Waffen, Fahrzeuge und Panzer, aber auch ein paar neuere Waffensysteme, die zum Ende des zweiten Weltkriegs noch nicht einsatzbereit waren. So wurde der Koreakrieg mit ZiS-PaKs und SU Panzern auf der einen Seite und Pershing, Patton und Centurions auf der anderen ausgetragen.

Es gibt fünf Armeelisten in diesem Buch, die Koreanische Volksarmee, Republik Korea, Vereinigte Staaten und Vereinte Nationen, das britische Commonwealth und die chinesische Volksbefreiungsarmee. Jede natürlich nochmal mit passenden Themenlisten für die jeweiligen Konflikte, an denen sie beteiligt waren. Die Legenden von Bolt Action sind hier bedeutende Kombattanten genannt, und decken für die Kommunisten, Kompaniekommandant Zhao Cheng, Kommandant Chu Pak (ein fiktiver Held der den bekannten Panzer Nr. 215 befehligt hat), Sergeant Taek Kim und auf Seiten der UN, Captain Lewis Millet, Sergeant Reckless (ein Pferd, welches Munition transportiert hat) und Private William Speakman. Und wie bei den jüngsten Bolt Action Bänden bereits gelöst, wurden auch dieses Mal die Charaktere in einem eigenen Kapitel zusammengefasst und nicht über das Buch verteilt.

Die Sonderregeln für den Koreakrieg decken (optionale) Multinationale Streitkräfte, Flugzeuge (hier könnte man aber auch auf Blood Red Skies mit der MiG Alley Ergänzung setzen und die Spiele einbinden), Witterung, Nachtkämpfe, Eingraben, amphibische Landungen, Gebäude und Luftlandeangriffe. Ein paar der Regeln wurden bereits in anderen Erweiterungen abgedeckt, andere entsprechend angepasst, um den koreanischen Schlachtfeldern zu genügen. Alles in allem, schon ein ziemlich properes Kapitel mit Sonderregeln. Aber wie gesagt, diese sind Optional und können angewendet werden, um die Chancenverteilung in den verschieden Szenarien entsprechend anzupassen.

Die 17 Szenarien sind in chronologischer Reihenfolge enthalten, aufgeteilt auf 5 Kapitel. Diese bilden das Hin- und Her des Konflikts ab, beginnend mit der Invasion durch Nordkorea, Inchon und der Durchbruch bis zum Yalu-Fluss, das Eingreifen Chinas, der Gegenangriff der UN und die chinesische Offensive, sowie das spätere Patt vom Juli 1951 bis Juli 1953.

  • Szenario 1: Battle for Osan
  • Szenario 2: Comrade Ivan needs your help!
  • Szenario 3: Battle of the Big Cities
  • Szenario 4: Battle of Inchon
  • Szenario 5: Battle for Hill 282
  • Szenario 6: Battle of Pakchon 1950
  • Szenario 7: Nuke 'em till they glow!
  • Szenario 8: Actions at Takchon and Kunu-Ri
  • Szenario 9: Hold back the night
  • Szenario 10: Chipyong-Ni February 1951
  • Szenario 11: Task Force Crombez
  • Szenario 12: Battle of the little village
  • Szenario 13: Valkyrie
  • Szenario 14: Fog and friction
  • Szenario 15: Bug out!
  • Szenario 16: Prisoner hunt!
  • Szenario 17: Battle for Outpost Haros

Bolt Action - Korea Bolt Action - Korea

Wie spielt sich Korea?
Da es sich hier um einen Proto-Krieg handelt, sind beide koreanische Armeen eher Infanterielastig, mit dem weiteren Kriegsgerät als "Spende" durch die jeweiligen Unterstützer. Hier zeigt sich ein gewisser Mangel an Veteranen und schwererer/neuerer Ausrüstung, zumindest bis zu den späten Kriegsjahren. Die UN/US/Briten haben Zugriff auf deutlich neuere Ausstattung und auch mehr Veteranen, aus dem zweiten Weltkrieg, dazu auch die bereits laufenden Entwicklungen, die Fahrzeuge wie den Patton oder Centurion ins Spiel bringen. Auf Seite der Chinesen, die ebenfalls im zweiten Weltkrieg stark eingebunden waren, hat man Zugriff auf schweres sowjetisches Equipment wie z.B. die IS-2, und eben auch mehr Veteranen als die koreanische Volksarmee.

Daher verglichen mit regulärem Bolt Action spielt sich der Bruderkrieg wie frühe Kriegslisten und man muss die "Großen Brüder" mit einbeziehen um das zu ändern. Dennoch, insgesamt fühlt es sich etwas asymmetrisch an, da die westlichen Nationen die zahlenmäßige Unterlegenheit durch modernere Ausrüstung ausgleichen.

Die Kämpfe selbst sind recht vielseitig, man hat Scharmützel in ländlichen Gegenden, Stalingrad-ähnliche Stadtkämpfe, Küstenlandungen wie man sie aus dem Pazifik kennt, Rettungsmissionen abgestürzter Flugzeuge, um nur ein paar Ideen und Szenarien zu nennen, die euch zur Verfügung stehen.

Bolt Action - Korea

Wie geht es weiter?
Während ich diese Review schreibe, steht Campaign Stalingrad bereits zur Vorbestellung bereit. Es war der Wendepunkt des Kriegsverlaufs an der Ostfront und machte eine spätere Mobilisierung der UdSSR zur Operation Bagration, welche in Road to Berlin für Bolt Action bereits abgedeckt wurde. In der ersten Edition gab hat Warlord Games alle Kämpfe aus einer gewissen Flughöhe in einem Kampagnenband abgedeckt, Ostfront.

Die beiden anderen Erweiterungen von denen wir wissen, dass sie 2020 noch folgen sollen, sind Campaign Mariana & Palau Islands (oder Operation Forager), welches die US Truppen im Pazifik gegen das japanische Kaiserreich zum Ende von 1944 abdeckt. Ein Thema das in Empire in Flames in der  ersten Edition nur kurz angeschnitten wurde. Außerdem D-Day: Anglo-Canadian Sector, was bereits in Operation Overlord angekündigt, die Landung in der Normandie durch das Commonwealth an den Stränden Sword, Juno und Gold etwas detaillierter betrachten wird.

Bolt Action - Campaign Stalingrad Bolt Action - Campaign Mariana & Palau Islands Bolt Action - D-Day: Anglo-Canadian Sector

Fazit
Das Buch ist wirklich gut gemacht. Das ist zum einen keine wirkliche Überraschung, da die Qualität der Bände sich stetig verbessert hat, aber da es sich eben um einen Nischenkonflikt abseits des zweiten Weltkriegs handelt, war da immer noch ein gewisses Risiko, dass man es vielleicht vereinfacht. Ich bin auch sehr froh darüber, dass man beim Preisband geblieben ist, obwohl man deutlich mehr erhält als sonst.

Wie oben bereits erwähnt, richtet sich diese Erweiterung am ehesten an die anglo-amerikanische Zielgruppe. Oder zumindest deren Spieler. So hat man eine gute Ausrede doch noch das eine oder andere Was-wäre-wenn oder sehr späteres Kriegsgerät in den eigenen Projekten unter zubringen. Grundsätzlich könnten Spieler von britischen oder amerikanischen Armeen auch eine niedrig-schwellige Konflikt 47 Armee dazu ausheben. Für andere Streitkräfte, ähnlich wie bei Bolt Action abseits der großen vier, ist es etwas anders. Hier bietet zwar Warlord Games Miniaturen für die Koreaner und Chinesen an, aber das bedeutet zahlreiche Zinnminiaturen und Resinbausätze. Im Grunde kaum Plastik abseits der Lend & Lease Produkte bzw. Alliierten Kriegsgerät. Zudem ist es selbst für Tabletop Nische, weshalb es eher wenig Auswahl an Herstellern für den Konflikt gibt. Die Spieler britischer und amerikanischer Armeen haben es hier einfacher, die Erweiterung auszuprobieren, da man mit den späten Kriegslisten das ziemlich gut tun kann. Auf der Gegenseite kann man höchstens auf russische Fahrzeuge und Geschütze setzen, und braucht noch die Infanterie.

Darüber hinaus freut es mich aber, dass Bolt Action über den Zeitrahmen 33-45 hinaus wächst, und auch das Potenzial hat weitere Konflikte der 50er und 60er Jahre abzubilden. Das hätte aber dann immer noch die Einschränkungen, die ich oben angesprochen habe, sofern man nicht auf den weiteren Eskalation des Kalten Kriegs setzt, wie es Flames of War getan hat / versucht hat.

Wer also bereit ist, sich komplett drauf einzulassen, wird es nicht bereuen. Das Buch überzeugt, es ist ein interessanter Konflikt, mit vielen Szenariooptionen. Durch das Preis-Leistungsverhältnis bietet es sich auch Sammlern an. Daher sind eigentlich nur die Gelegenheitsspieler außen vor, da es schwer fallen wird, dafür passende Mitspieler zu finden. Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit dem Buch.

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Danke fürs Review! Ich warte ja momentan auf den Marianen/Palau - Band. Und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Warlord irgendwann mal analog zu Sealion einen Kampagnenband zu Operation Downfall rausbringt - dann wären auch die vielen in der Realität gar nicht eingesetzten Panzer aus dem späten Krieg wie der Chi-Nu einmal sinnvoll in Flufflisten spielbar.

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Russen in gesteppter Winteruniform könnten noch als Koreaner herhalten. Sind dann halt etwas blassere Nordkoreaner.

 

Tja, technisch-taktisch war der Koreakrieg wirklich so etwas wie die Fortsetzung des Zweiten Weltkrieges mit etwas moderneren Mitteln. Die Westmächte machten dabei erstmal Bekanntschaft mit der Massenkriegsführung, die die Wehrmacht bereits an der Ostfront erlebt hatte. Die chinesischen "Freiwilligenregimenter" setzten sehr großzügig auf den Einsatz von "human waves", um den Mangel an professionellem Führungspersonal auf allen Ebenen und an schwerem Militärgerät auszugleichen. Man kämpft halt nicht mit der Armee, die man braucht, sondern mit der Armee, die man hat. Also mit schlecht ausgerüsteten, ausgebildeten und geführten, aber kopfstarken Einheiten. Aus dieser Erfahrung entstand auf allierter Seite der Witz: "Aus wie vielen Horden besteht eine chinesische Kompanie?" :ok:

 

In der Luft war die Kriegsführung auf beiden Seiten viel moderner: Allierte wie Norks setzten ihre finalen propellergetriebenen Flugzeugmuster aus dem 2. WK ein, wie die Mustang (hieß dann F-51), die Seafire (navale Spitfire), Sea Fury, sowjetische Il-10 und Yak-9M, die Bomber Tu-2, B-29 und die Invader, dazu einige Nachkriegsentwicklungen wie die Skyraider, die Twin Mustang, La-9 und La-11, und warfen dann ihre ersten Düsenjäger an die Front. Legendär sind die Luftkämpfe zwischen der amerikanischen F-86 und der sowjetischen Mig-15, aber auch die P-80 und die F-84 trugen ihren Teil bei, wegen ihrer Unterlegenheit gegenüber der Mig-15 in der zweiten Kriegshälfte dann als Jagdbomber. Den amerikanischen Angaben eines Erfolgsverhältnisses von 10:1 mit der F-86 sollte man nicht unbesehen glauben. Tatsachendehnung beherrschen alle Jagdpiloten. recherchen nach dem Zugänglichwerden der russischen Archive zeigten, daß der Jägerkrieg zweigeteilt war: Zunächst wurden über Nordkorea Einheiten der sowjetischen Frontfliegerkräfte eingesetzt, die eine Menge Erfahrungen und Erfolge aus dem Kampf gegen die Luftwaffe vorzuzeigen hatten. Diese Einheiten waren on par mit den amerikanischen und britischen Piloten, taktisch und fliegerisch. Nachdem die Frontfliegerkräfte in Nordkorea Kampferfolge erziehlten und mit Orden und Beförderungen geehrt wurden, wollte im Kommando der Luftverteidigung ebenfalls eine Anteil haben und setzte bei der Sowjetführung durch, daß die Ablösung durch Luftverteidigungseinheiten erfolgte. Luftstreitkräfte (mit Front- und Fernfliegern) und Luftverteidigung (mit Flugabweehr und Jägertruppen) sind in der Sowjetunion zwei eigenständige Streitkräfte, was es im Westen so nicht gibt. Die Luftverteidigungseinheiten flogen zwar auch die Mig-15, waren aber nicht für den Kampf Jäger gegen Jäger, sondern Jäger gegen (schweren) Bomber ausgebildet, was sich als erheblicher Nachteil im Koreaeinsatz erwies. Sie konnten nicht gegen die allierten Piloten bestehen, was dann zu steigenden Abschußzahlen auf allierter Seite führte...

 

Die Liste der Teilnehmerstaaten auf UN-Seite ist übrigens sehr lang und sehr bunt. Da finden sich dann auch Kolumbien, Äthiopien und Thailand. Nicht gerade die typischen Kombattanden im 2. WK :D

 

Gruß NogegoN

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Am 31.3.2020 um 09:52 schrieb Sir Wulf:

Hi,

 

erstmal danke fürs Review! Kannst Du noch mehr über den Umstand berichten, weshalb man sich bei WG gegen einen Erweiterungsband für den 1. WK entschieden hat?

 

Das ist schon paar Jährchen her, denke dass die Kapazitäten und das verbundene Commitment dagegen gesprochen haben. Mit ein paar A7V und Mk I Tanks wäre es ja nicht getan gewesen. Brauchst ja auch paar Püppchen drum herum, damit es lohnt.

 

@NogegoN

 

Ja, Alliierte Abschüße sind eh mit Vorsicht zu genießen, soviele Tiger hatte die Wehrmacht gar nicht, wie man 44 bis zum Ende des Krieges abgeschossen haben will. Ansonsten gilt bei Piloten, jeder der nicht Maverick heißt und sich in der Dangerzone bewegt, hat eh nix zu melden :D

 

 

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Dies ist eine Review, auf die ich mich schon sehr lange gefreut habe, da der Panzer als solches für mich einfach gesetzt ist - der britische Centurion Panzer! Warlord Games hat diesen Kampfpanzer in ihr Sortiment passend zur Korea Erweiterung aufgenommen.

Bolt Action - Centurion Mk III

Der Centurion war die Weiterentwicklung der britischen Cruiser Tanks, mit bekannten Vorfahren wie dem Cromwell oder Comet. Das waren schon anständige Panzer, aber eben den schweren Geschützen der Deutschen im Kampf nicht gewachsen. Daher war eine der Anforderungen an diese neuen, schweren Cruiser, dass sie einen Treffer der gefürchteten 8,8er trotzen konnten. Das erreichte man nicht mit dickerer Rüstung, ganz im Gegenteil, mit 76mm hatten die ersten Prototypen des Centurion Mk I sogar deutlich dünnere Platten als ein Churchill (101mm) oder spätere Mark VII / VIII (152mm), aber waren sehr stark angewinkelt und erzeugten damit eine effektive Panzerung die deutlich über der Materialstärke lag. Etwas das durch die Russen mit dem T-34 in den zweiten Weltkrieg gebracht wurde und auch später von anderen aufgegriffen wurde, z.B. dem deutschen Panther.

Die ersten Centurions die produziert wurden, die Mark I, wurden offiziell dem 5th Royal Tank Regiment im Dezember 1946 übergeben. Daher ein wenig spät um im zweiten Weltkrieg zum Einsatz zukommen. Allerdings wurden 6 Panzer die im Mai 1945 bereits fertiggestellt waren, nach Westeuropa geschickt, kamen aber nicht mehr zum Einsatz. Auch nach Kriegsende wurde die Entwicklung fortgesetzt und der Panzer weiter verbessert. Wir schauen uns hier den Mark 3 des Centurion an, der nun eine 84mm QF 20 Pfund Kanone montiert hat, die über eine Dekade zum Einsatz kam, bevor sie mit dem 105 mm L7 Geschützt 1959 ersetzt wurde (da sprachen wir aber schon vom Mark 5). Neben der Bewaffnung waren deutlich Verbesserungen das automatische Stabilisierungssystem für das Geschütz, welches dem Centurion sehr genaues Schießen in Bewegung ermöglichte. Dazu noch die Geschwindigkeit, die durch die stärkere Motorisierung hinzukam, machte den Mark 3 zu einem sehr kampfstarken Panzer. Das ist auch einer der Gründe warum es als eines der erfolgreichsten Nachkriegs-Panzerdesigns gilt.

Zwischen 1946 und 1962 wurden 13 verschiedene Marks mit zahllosen Varianten hergestellt, insgesamt 4.423 Exemplare des Centurions und seiner Ausführungen. Davon blieben die meisten bis in die 80er und 90er Jahre im Dienst, in manchen Fällen, umgerüstet für andere Zwecke sogar bis heute. Allerdings nicht in der britischen Armee, dort wurde der Centurion 1962 durch den Chieftain abgelöst.

Der Centurion Mk III ist ein Hybridbausatz aus Resin und Zinn, der von Warlord Games für 26 GBP angeboten wird. Der Bausatz ist im 28mm Maßstab gehalten und kommt mit einem Bogen Schiebebilder, Profilkarte und Schadenskarte. Es ist ein reguläres Vertriebsprodukt (also kein Made-to-Order / Mail Order Produkt), kommt also in einer richtigen bedruckten Verpackung, und den Resin- und Zinnteilen in einer Luftpolstertasche.

Die Wanne, Ketten und Turm sind aus Resin gegossen. Geschütz, Luke und Detailteile, sowie das MG und der Panzerkommandant sind aus Zinn gegossen. Es gibt eine Explosionszeichnung auf der Rückseite, die beim Zusammenbau der größeren Teile hilft.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

Dem Bausatz liegt auch eine Anleitung zum Umgang mit Resinbausätzen bei, und ich empfehle diesen zu lesen und entsprechend zu berücksichtigen. Wascht die Resinteile mit lauwarmen Seifenwasser ab um das verbleibende Trennmittel zu entfernen. Es kann sein dass ihr noch Gusshäute zwischen den Laufrollen entfernen müsst. Sollten die Ketten leicht verzogen sein, könnt ihr sie in heißes Wasser tauchen (heiß nicht kochend) und an der Hülle ausrichten. Zum Aushärten dann in kaltes Wasser tauchen.

Der Detailgrad ist gut und die Gussqualität lässt auch nichts zu wünschen übrig, keine Lufteinschlüsse oder Verunreinigungen.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

Die kleineren Teile verlangen etwas Fingerspitzengefühl. Die hinteren Abschlepphaken und Auspuffblenden werden angebracht. Der Haken/Werkzeugansatz hinten links war etwas störrisch, da die Klebestelle zur Wanne nicht klar war und ich bei Photos von echten Panzern und Modellbausätzen nachschauen musste, wie das Teil da überhaupt dran gehört.

Stellt vorher sicher, dass die Stifte sauber sind und die Vertiefungen aufgebohrt. Hier ist weniger Kleber auch mehr. Man kann später immer noch einen Tropfen dazu geben um die Verbindung zu stärken.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

An der Front gibt es ebenfalls Abschleppösen. Die kleinen Streifen helfen als Führungsschienen für die Metallteile. Damit ist das Chassis soweit fertiggestellt.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

Jetzt folgt der Turm. Sehr unverkennbares Design mit den Werkzeugkisten an den Seiten. Das lange Geschütz ist evtl. leicht verzogen und das gerade biegen ist etwas aufwendiger, da man es nicht einfach rollen kann. An den Enden mit kontrollierter Kraft ziehen hilft hier. Ich empfehle das Geschütz zu stiften und den Raum zwischen Blende und Rohr noch mit Putty oder Greenstuff zu füllen, damit die Klebestelle zusätzlich stabilisiert wird.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

Die Turmluke kann offen oder geschlossen verbaut werden, abhängig davon ob ihr einen Panzerkommandanten einsetzen möchtet. Das MG kommt an den Turmring und die beiden Granatenwerfer links und recht der Geschützblende. Achtet hier auf die Orientierung, da die Bauteile nicht getauscht werden können.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

Jetzt nur noch den Turm auf die Wanne und der Panzer ist fertig für Grundierung und Farbe.

Bolt Action - Centurion Mk III

Der Centurion ist schon ein recht großes Fahrzeug. Hier im Vergleich mit anderen Panzern der späten Kriegsjahre, dem Tiger II und Pershing. Ebenso neben den Vorgängern aus der Cruiser Tank Reihe, Comet und Cromwell.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

Schaut ihn euch an, den Centurion, mit angewinkelter Panzerung an der Front, den Seitenschürzen und niedrigen Silhouette.

Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III Bolt Action - Centurion Mk III

Fazit
Ein anständiger Resinbausatz. Die Gussqualität ist gut, ich hatte nur einen leichten Verzug bei einer der Ketten, die ich aber mit heißem Wasser beheben konnte. Der Zusammenbau ging auch wirklich zügig, da man nur eine überschaubare Anzahl an Einzelteilen hat. Der Centurion wurde zwar in hohen Stückzahlen gefertigt, aber in Konflikten eingesetzt, die unter Wargamern nicht so populär sind, weshalb wenn man es nicht auf einen Modellbausatz abzielt, ist es eine völlig legitime Lösung den Panzer als Resinbausatz herauszubringen.

Der Preis passt auch. Man erhält ein Resinmodell mit gutem Gewicht und anständigen Details, das sich definitiv auf dem Schlachtfeld verteidigen kann. Warum gefällt mir der Panzer so sehr? Neben dem Design das mich wirklich anspricht, und einer meiner Lieblingspanzer in World of Tanks. Mir haben die britischen Mediumpanzer immer viel Spaß bereitet, insbesondere Comet, FV und eben der Centurion. Hohe Mobilität, angewinkelte Panzerung und guter Neigungswinkel der Kanone. Stunden voller Spaß.

Der Centurion passt hervorragend in den Koreakonflikt, und abhängig wie man seine Armee spielen möchte, würde es auch in ein sehr spätes 2. Weltkriegsliste oder Konflikt 47 Projekt. Für spätere Einsätze, wie die Sueskrise oder den späteren Vietnamkrieg (dann aber im Dienst der Australier), ist der Mark III nicht ganz passend, da dort modernere, kampfwertgesteigerte Ausführungen zum Einsatz kamen.

Da die Centurion über den ganzen Globus zum Einsatz kamen (und teilweise sogar noch sind), im Dienst des Commonwealth und während des Kalten Kriegs auch bei westlichen Nationen und UN Partnern, ist es recht wahrscheinlich, dass ihr den Panzer in einem Panzermuseum oder militärischen Ausstellung in eurer Nähe findet. Ich habe einen so weit entfernt von daheim gesehen, wie es nur sein könnte, in Neuseeland auf dem Gelände einer Craftbeerbrauerei in der Nähe von Wanaka.

Bolt Action - Centurion

 

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Irgendwo im Westerwald steht einer in einer Gartenkolonie. Fahrfähig dank Elektromotor, den Morlock Motors als Außenborder an die Heckplatte geschraubt hat. Ja, sie mußten für die Antriebswelle ein Loch in die Heckpanzerung brennen :D Der Originalmotor ist noch drin und funktionsfähig, allerdings ist irgendwas im Antriebsstrang defekt (Kupplung, Getriebe oder Motorwelle), so daß er den Centurion nicht mehr bewegen kann. Warum der Centurion überhaupt elektromotorisert wurde? Das Bauamt hat dem stolzen Eigentümer (übrigens ein Brite, was sonst :D ) beschieden, daß ein dauerhaft stehender Panzer kein Fahrzeug wäre, sondern ein Bauwerk ist. Bitte Baugenehmigung beantragen und auf eine laaaange Liste von behördlichen Auflagen einstellen :notok:  Also hat man den Centurion elektromotorisiert, so daß er mit Verlängerungskabel einen Meter vor und wieder zurück fahren kann. Problem gelöst, dem Bauamt eine Nase gedreht :ok:

 

Abschrägung:

Schräge Frontplatten haben sich spätestens in der 2. Weltkriegshälfte als Standard etabliert, aus den bekannten Gründen. KT und Panther hatten sie, Ts und JS-2Ms, der Sherman und der Pershing, sogar der Grant, dito die ganzen deutschen Jagdpanzer und die russischen Sturmgeschütze. Der JS-3 hatte sogar doppelt angeschrägte Frontplatten. Schräge Frontpanzerung ist also nichts erwähnenswertes, solange man kein Brite ist. Der britische Panzerbau ging in seinem Design sehr lange recht eigene Wege. Die britischen Designs aus dem 2. Wk sind alle hübsch häßlich und sofort als "britisch" zu erkennen. Man sehe sich nur den Churchill an: Retrodesign in bester Tradition des letzten Weltkrieges, a la Mark V.  Von dem sagte sein berühmter Namensgeber: "Er hat mehr Fehler als ich." ;D

Das Besondere am Centurion ist die abgeschrägte Seitenpanzerung. In dem Bild mit der Draufsicht sieht man es sehr gut, wie die Seitenwände einwärts laufen und die Panzerwanne von oben nach unten schmaler wird. Das ist wieder so eine typisch britische Idee, die nach dem 2. WK keiner sonst verwendet hat (der tschechische Pz.38 und der Hetzer hatten das im 2. WK auch). Abschrägungen sind zwar als ballistischer Schutz nett, aber man kann daran das Fahrwerk nicht wirklich gut anbauen. Mit geraden Wänden geht es einfach viel einfacher (darum hatte der deutsche Hetzer D auch gerade Wände an der Unterwanne, auch wenn er sonst das Originalfahrwerk vom Hetzer übernahm).

 

Was den Centurion übrigens vor allen anderen Panzern auszeichnete und ihn bei seinen Crews so belibet machte war der große Innenraum. So viel Platz wie in einem Centurion findet man in kaum einem anderen Panzer vor. Wer mal in einem Panzer saß, oder selber mal einen gefahren ist, der versteht, was ich meine :D

 

@SiamTiger

Guter Mann! Weitermachen! :ok:

 

Gruß NogegoN

bearbeitet von NogegoN
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@Helle

 

Noel ist eigentlich so bekannt, der braucht keinen Nick. Ist aber auch eher im Sweetwater unterwegs als Cpt Alatriste.

 

@NogegoN

 

Das Ding ist nur auf dem Google Streetview noch zu sehen, der ist schon länger nicht mehr in Peterslahr. Morlocks sind ja der ideologische Nachfahre von den Ludolfs (die saßen im Nachbarort, wo ich groß geworden bin). Kenne daher beide so aus der größeren Nachbarschaft.

 

Der Brite hat Glück gehabt, denn die Schweizer und Österreicher haben ihre Centurions (teils aus Niederländischen Beständen) zu Geschütztürmen umgebaut.

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Der Centurion ist halt nicht mehr bei Morlock Motors, weil er jetzt ein paar Dutzend Kilometer weiter bei seinem neuen Besitzer in einer Gartensparte steht. Oder fährt, wenn der Stecker drin ist  :D

 

Ein etwas jüngers Modell als der Mk.III (hat schon die 105mm-Kanone):

 

imgp1139ktkxb.jpg

 

Gruß NogegoN

bearbeitet von NogegoN
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Die meisten meiner Wild West Miniaturen stammen von Artizan Design, und die meisten davon sind - das kommt jetzt ein bisschen als Überraschung - sogar bemalt.

LOTOW_ClintEastwood-200x150.jpg LOTOW_Golddigger-200x150.jpg LOTOW_Paco-200x150.jpg

Das letzte Mal, dass ich es zu meiner Wild West Sammlung hinzugefügt habe, waren Miniaturen von Wargames Foundry die ich auf der Salute 2018 gekauft habe. Ähnlich wie schon bei Claymore Castings, hatte ich schon länger ein Auge auf Boot Hill Miniatures geworfen, aber da sie selbst keine Cons oder Shows besuchen, konnte ich bisher keine Sets auf Salute oder Crisis erstehen. Wobei wohl Helion & Company die Sachen mit auf Messe nimmt (etwas was erst _nach_ meinem Salute Besuch bei mir angekommen ist). Da es aber mit den Shows vorbei ist für die nächste Zeit und das Pfund niedrig war, habe ich dann doch mal direkt bestellt (bisher hatte mich der Versandkostenaufschlag davon abgeholten).

Ich hatte im März bestellt, Nick hatte sich auch direkt gemeldet, dass er die Sachen packt und versucht in der gleichen Woche noch auf die Reise zu schicken, aber durch die Auflagen in England, Probleme mit der Post und mit der Gesundheit, hat es dann doch ein bisschen gedauert bis ich das Päckchen entgegennehmen konnte - knapp einen Monat.

Boot Hill Miniatures

Das Sortiment von Boot Hill miniatures orientiert sich primär an den 1830er, also dem texanischen Unabhängigkeitskrieg, wo natürlich Alamo nicht fehlen darf und oben drauf noch ein bisschen Hollywood dazukommt, mit Figuren wie Zorro (aka "The Masked Bandit"). Daher ist Boot Hill ein interessantes Miniaturensortiment für diejenigen die Scharmützel spielen, wie z.B. Legends of the Old West, Dead Mens Hand oder Shootout in Dingstown, aber auch für die größeren Schlachtsysteme im Westen.

Mein Fokus liegt eher auf den kleineren Spielen. So war ich zwar ziemlich angetan von den tollen Modellen für Cazadores, Zapadores und Co, aber hatte mein Auge eher auf den Modellen die besser in eine kleine Westernposse passen. Alamo war sicherlich ein bedeutender Teil der Geschichte im 19. Jahrhundert, aber ich möchte hier eher auf Deadwood oder Westworld abzielen. Daher habe ich mir die folgenden Sets bestellt und kam auf etwa 50 GBP mit Versand nach Deutschland:

  • Mex 1 The Masked Bandit
  • Mex 39 Crocketts Tennesseans
  • Mex 42 Texians in Buckskins
  • Mex 62 Mariachi Band
  • Mex 60 Male civilians
  • Mex 55 Sam Houston

Interessanter Zufall, die Miniaturen wurden von Matthew Bickley geknetet, wie auch schon die Claymore Castings Modelle vo letzter Woche. Matthew hat einige historische Miniaturenreihen gestaltet, darunter die neueren Foundry Normannen und Sachsen, oder die späten Sachsen für Footsore. Dazu auch noch ein paar Fantasy und Pulp Miniaturen für Studio Miniatures. Ich hatte ihn aber nicht auf dem Schirm für Wild West.

Boot Hill Miniatures Boot Hill Miniatures

Ich weiß, Zorro ist kein Deadwood-artiger Held, und auch eigentlich nicht Teil des texanischen Unabhängigkeitskrieg. Aber hey, welche Westernsammlung wäre denn komplett ohne Zorro? Genau. Dieses Set deckt ihn beritten und zu Fuß ab, in beiden Fällen mit seinem Degen. Ich bin zu Jung um mich an die alten Filme oder Fernsehserien zu erinnern, und mein Bild von Zorro ist das von Antonio Banderas, in The Mask of Zorro, mit der umwerfenden Catherine Zeta-Jones.

Ich denke die Pose fängt den energischen Charakter von Zorro in beiden Posen gut ein. Daher war er gesetzt.

Boot Hill Miniatures Boot Hill Miniatures

Das Sortiment deckt zu dem ein tolles Set Zivilisten ab, dazu auch noch eine Mariachi Band. Das sorgt einfach für Leben in eurer Stadt, Saloon oder Main Street. Die Zivilisten kosten 7 GBP, die Mariachi Band mit Flamenco-Tänzerin 8 GBP. Ich habe gern ein paar Zivilisten / Nichtkombattanten in meiner Sammlung, und auch mal hier und da einen in einer Posse.

Boot Hill Miniatures Boot Hill Miniatures

Das nächste Set ist Sam Houston (beritten und zu Fuß) und Moseley Baker, dazu noch ein Fass und eine Flasche, in der vllt Whiskey ist. Sam Houston war der 7. Governeur von Texas, das war aber nicht der Grund warum ich ihn gekauft habe. Die berittene Figur hat mir gefallen, er hat was von einem Postreiter (Pony Express mit großem Pferd) bzw. hat er mich an Samuel Adams bzw. die Pawtucket Brewery erinnert, vielleicht ist er auch der Besitzer einer Brauerei (was dann wieder für ein paar Ideen für Szenarien sorgt). Und das sorgt dann wieder für die Möglichkeit eine kleinere Brauerei als Geländestück für meine Westernstadt zu bauen.

Boot Hill Miniatures Boot Hill Miniatures

Die Mountain Men die Foundry anbietet sind schon recht schick. Wilde Jungs, aber diese beiden Sets, Crocketts Tennesseans und Texians in Buckskins, mit Kleidung aus Leder und Fell, ebenfalls mit wildem Aussehen, waren mir aber abwechslungsreicher und vor allem passender zum 28mm Maßstab meiner restlichen Sammlung. Die kleinen Details haben mich auch abgeholt, wie das Holzbein, die Waschbärmütze oder das Besteck/Töpfe am Gürtel.

Boot Hill Miniatures

Es ist ein bisschen schade, dass Sam Houston und Zorro quasi auf dem gleichen Pferd reiten. Es sind nur kleinere Details wie der Sattel und der Pferdeschwanz unterschiedlich, ansonsten ist es das gleiche Modell. Andere berittene Figuren haben aber andere Pferde, ich hatte hier halt einfach Pech, dass ich die Modelle bestellt habe, die sich mehr oder minder das identische Pferdedesign teilen.

Boot Hill Miniatures - Comparison Boot Hill Miniatures - Comparison

Die Frage die sich die meisten Leute dann wahrscheinlich stellen, passen diese Modelle denn zu meiner bestehenden Sammlung? In meinem Fall sogar sehr gut. Ich habe wie bereits erwähnt den Großteil des Projekts mit Miniaturen von Artizan Design bestückt, aber ich habe z.B. auch Figuren von Crusader Miniatures die da ziemlich gut zu passen. Foundry ist etwas kleiner, passt aber immer noch ganz gut dazu. Die Perry Miniatures Modelle aus dem ACW Sortiment sind eine interessante Ergänzung, so auch die Brigade Games Wild West Range, modelliert von Paul Hicks. Die letzten beiden Reihen sind eher true scale gehalten und könnten etwas abgemagert wirken im Vergleich zu den kräftigeren Modelle von Artizan, Crusader oder Boot Hill. Außerdem ist Brigade Games etwas schwer erhältlich in Europa, insbesondere seitdem Northstar die Reihe nicht mehr mit anbietet.

Wild West Tray

Ich bin recht zufrieden mit den Miniaturen die ich bekommen habe. Der Preis von 1,5 - 2 GBP pro Modell, etwas mehr für die Reiter ist angemessen. Die Gussqualität ist stimmig und abseits Zorros Degens musste ich auch nichts wieder in Form biegen.

Für mich persönlich war das jetzt das letzte Puzzlestück meiner Wild West Sammlung und ich bin hier fertig mit der Beschaffungsphase. Als nächste heißt es dann die Modelle entsprechend zu gruppieren und weiter zu bemalen, aber vor allem passendes Gelände dafür zu bauen (ihr wisst schon, die Brauerei). Wer nicht so lange warten möchte und thematisch passend die Zeit überbrücken möchte, kann sich Dinos Outlawbande der McMillers anschauen, falls ihr mögt.

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