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TabletopWelt

[Review] Lasalle Second Edition


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LASALLE SECOND EDITION (2021)

 

SYSTEM

https://sammustafa.com/lasalle/

Lasalle2 ist vom Namen her die Fortführung von Lasalle von Sam Mustafa es handelt sich jedoch fast um ein völlig neues System des gleichen Autors. Da ich selbst nie Lasalle gespielt habe, nur gelesen, kann ich nichts über die erste Version sagen und auch keine Vergleiche ziehen.

 

MAßSTAB

Wir spielen Lasalle2 in 28mm mit einer Basenbreite von 60mm und einer BW von 2" (also etwa 50mm), es kann auch gut in 15mm mit einer Basenbreite von 40mm und einer BW von 1" gespielt werden. Da wir bislang ausschließlich in 28mm spielen beziehen sich alle meine Erfahrungen eben auf jenen Maßstab.

 

SPIELTISCH

Eine der großen Stärken von Lasalle2 ist die Tischgröße 180x120mm für ein normales 28mm Spiel bei einer Punktgröße von 200-250p. Diese Punktgröße ist die jeweils kleine Variante der neun Szenarien, aber dazu später mehr. Da diese Tischgröße weit verbreitet ist und man das gut daheim spielen kann, bei einer Spielzeit von 2-3 Stunden, ist es genau richtig für abendliche Spiele zu zweit ohne große Vorbereitung.

 

ARMEEGRÖßE

Bei einem 250p Spiel hat jede Seite etwa 3-4 Brigaden, insgesamt also etwa 15 Einheiten (wobei eine Einheit ein Infanterie Battalion, Reiter Regiment oder eine Geschütz Batterie darstellt). Das gibt mit Reserven hier und da natürlich etwas Gedränge manchmal, aber das soll ja auch so sein, es sieht auf jeden Fall herrlich aus.

 

EINHEITEN UND BASIERUNG

Eine Infanterie oder Kavallerie Einheit besteht aus vier Basen mit je 6 Inf oder 2-3 Kav Modellen, eine Batterie aus zwei Basen/Geschützen. Wir haben es so gelöst, das eine Inf Base mit 60x40mm 6 Modelle hat, man könnte dicht auch 8 drauf packen. Bei der Kavallerie ist es etwas schwieriger, da haben wir 5 Modelle breit und 2 tief mit jeweils 25x50mm Basierung in Angriffskolonne, daraus werden dann praktisch vier Elemente, die Breite von zwei solcher gedachten Elemente ist dann 125mm was so ziemlich den erforderlichen 120mm entspricht. Passt also wunderbar und ist auch zu vielen anderen Systemen kompatibel.

 

ARMEEZUSAMMENSTELLUNG

Sam hat mit dem ArmyMaker eine sehr einfache und eingängige Methode entwickelt seine Brigaden zusammenzustellen.

https://sammustafa.com/downloads/#lasalle

Das PDF hierzu gibt es als kostenlosen Download auf seiner Seite und so hat er die Möglichkeit die Listen unabhängig vom Regelbuch zu aktualisieren falls Fehler gefunden werden. In der Regel stellt man eine "organische Brigade", quasi als Minimum und dann dazu weitere Brigaden innerhalb der erlaubten wobei Linie und Elite/Garde-Brigaden mitunter nicht in gemeinsamen Divisionen aufgestellt werden dürfen. Eckige Klammern um die Brigade und deren Auswahlen bedeutet Linie und Runde Klammern Elite/Garde, es gibt auch Brigaden mit oben runden und unten eckigen Klammern, die kann man in beiden Brigade-Qualitäten hernehmen. Braun hinterlegte Brigaden müssen bevorzugt in die Reserve, wenn im Szenario mit Reserven gespielt wird, Kürassiere etwa.

 

SZENARIOS

Im Regelbuch sind neun unterschiedliche Szenarios enthalten. Das Spielfeld wird in Zonen unterteilt und das Szenario gibt vor wo man aufstellen darf, wo Szenarioziele sind und wie das Gelände beschaffen ist. Zudem ob es punktgleiche oder verschieden große Armeen sind. Auch wird definiert ob es Reserven gibt und ob sie womöglich langsamer oder schneller als normal kommen könnten. Rundenanzahl ist oft auf 8 festgelegt und ebenfalls oft hört das Spiel mit "Sudden Death" auf, was soviel bedeutet wie eine sofortige Niederlage wenn 33% der Einheiten vernichtet sind.

 

EINHEITENPROFIL

Eine Einheit hat einen Stärke-Wert zwischen 7 und 2, wobei nur sehr elitäre Einheiten 7 haben. 2 ist der Standartwert bei Artillerie. Dazu kommt dann der Wert bei dem diese Einheit bei einem Treffer eine Stärke-Reduzierung erleidet, normal ist 4+, bei Artillerie ist es die 6. Zusätzlich gibt es den Plänklerwert jeder Einheit 0-3 und jeweils mögliche Sonderregeln von denen es jedoch nur wenige gibt.

 

SPIELMECHANIK

Aufgrund von Brigadeanzahl, vorhandenem noch nicht erobertem Versorgungswagen und einzeln gekauften ADCs addiert sich der Momentum-Vorrat. Mit einem (oder mehreren aufgrund von Komplikationen) Momentum-Punkten kann man Orders ausführen. Es gibt Bewegen, Umformieren, Sammeln, Bombardieren und Salve. Eine Order kann für alle eigenen Einheiten auf dem Spielfeld möglich sein (global) oder nur für eine Brigade (force) wobei deren Einheiten in 8" zueinander stehen müssen. Wichtig ist hierbei, dass jede Einheit jede Order pro Runde nur einmal ausführen darf. So kann ich eine Bombardment Order, die global ist, dreimal aussprechen, aber jedesmal schießt nur eine Batterie von den dreien die ich habe. Das hört sich komisch an, aber dadurch, dass das Schlachtgeschehen sehr dynamisch ist werden Orders immer nur von Teilen der Einheiten effektiv genutzt werden können. Angriffsbewegung und Salvenreichweite ist 8", wobei Kartätschen-Schüsse auch als Salven gelten. Wichtig ist bei Orders folgendes, werden Bewegen/Umformieren/Sammeln/Salve innerhalb von 8" zu einer feindlichen Einheit ausgeführt kann der Gegenspieler "interrupten", also unterbrechen. Die Order wird zwar vollständig ausgeführt, dann kann aber der Gegner die Initiative übernehmen und seinerseits Orders aussprechen bis er selbst wieder unterbrochen wird. Das hat zur Folge, dass die Schlacht hin und herwogt und man immer entscheiden muss wann man was macht. Hört sich einfach an ist aber sehr taktisch und durchgängig dramatisch. Die Kunst besteht darin die eigenen Einheiten effektiv zu bewegen und in Aktion zu halten und den Gegner niederzuringen indem er an Momentum verliert bzw. sich verausgabt. Die Situation ändert sich also ständig, da Einheiten die vormals nicht schießen/angreifen konnten nach der Bewegung einer gegnerischen Einheit plötzlich doch dazu in der Lage sind. Das ganze Geschehen verlangt also eine gewisse Voraussicht und Umsetzung, die der eigenen Momentumzahl angemessen ist und sorgt für ein epochetypisches Flair. In der Order Sammeln können vormals erhaltene Verluste (DISR) negiert werden oder sie werden zu permanenten Verlusten mit dem Senken des Stärke-Wertes (LOSS). Hat eine Einheit einen Stärkewert von 0 wird sie als Verlust entfernt, bei einem Stärkewert von 1-2 gelten die meisten als Shaken/verunsichert, was einiges erschwert oder Komplikationen bei Orders verursacht. Neben 4-5 Modifikationen ist der Stärkewert auch die Zahl die man zu einem W6 bei Nahkämpfen hinzuaddiert, die sind sehr einfach, wobei man dann erst den Verteidiger und danach den Angreifer nach dem Wurf abhandelt.

 

QRS

Wen es interessiert, ich habe ein einseitiges QRS auf deutsch verfaßt, da findet ihr sehr viel Infos auf einem Blatt, sehr gut geeignet für Einsteiger und schusselige Leute wie mich:

https://www.mediafire.com/file/fsniru989wjqat0/LS_QRS_deluxe_de.pdf/file

 

REGELN

Die Regeln sind sehr sauber, gut angeordnet und verständlich geschrieben. Man merkt recht schnell das der Autor das nicht zum ersten mal macht und vieles sehr durchdacht ist. Ich würde die Regeln als relativ einfach bezeichnen. Es gibt noch einige zusätzliche Advanced Rules, die man getrost alle nutzen kann, das ist nicht weiter komplex und fügt dem Spiel einige gute Nuancen hinzu. Großer Vorteil dieser Regeln ist, das man recht schnell merkt wie das Spiel gemeint ist und man blättert nicht auf der Suche nach Regelstellen rum. Selbst als Anfänger kann man sofort drauflos spielen. Kernstück sind die Orders mit den Momentumpunkten und dem Prinzigp der Unterbrechung, also kein IGOUGO sondern ständiges Wechseln der Initiative/Aktion, vor allem wenn sich die Armeen entsprechend genähert haben.

 

FAZIT

Ich habe jetzt 5-6 Spiele gemacht und es war von Anfang an unterhaltsam. Langsam dämmert es welches Potential in gut durchdachten und konzertierten Aktionen steckt und wie man langsam besser wird seine Truppen zu führen und einzusetzen. Spiellänge und Intensität ist perfekt und das Ganze sieht durchweg sehr ansprechend auf dem Spieltisch aus, auch für Zuschauer. Lasalle2 ist für mich das erste Napo Regelwerk, was alle meine Wünsche/Erwartungen erfüllt und deshalb ideal für mich ist. Wunderbar ist auch das Interessierte und Anfänger sofort mitspielen und Spaß haben können, die Grundmechanik intuitiv verstehen und sehr schnell merken, dass es doch nicht ganz so einfach ist eine Armee gut zu führen. Sam Mustafa hat also für mich eine Perle modernen Tabletops geschaffen.

bearbeitet von LeonDeGrande
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Man kann zur Not natürlich auch leere Bases hinstellen, wenn eine in der Einheit entsprechende Minis hat. Ein Trick von einem unserer Spieler ist statt 6 Inf erstmal nur 3 aufzukleben, wobei man die so noch gut bemalen kann und erst später die fehlenden drei schon bemalt dazu macht. So hat er manchmal nur grundiert Basen mit 3 Inf, aber eben die richtigen Minis und 4 Basen. So kann man das ja auffüllen. Nach und nach dann bemalen. 

 

Bei mir ist es so das ich sehr fleißig male und schon drei sehr große Armeen habe (Bayern, Preußen, Franzosen), die ich dann auch gerne bei den Stammtischen herleihe. Wenn ihr also einen Spieler dabei habt oder kennt der Minis auch ausleihen könnte umso besser. Napo Minis malen sich eigentlich recht flott an. Bei den Perrys sind auch immer hilfreiche Uniformbilder und Fahnen dabei. 

 

 

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Eh, Problem ist halt meisten der Einstieg der manche gleich erschlägt auch wenn es beim 2. Blick nicht wirklich viel ist.

 

Mit ein Grund warum Kugelhagel regional beliebt ist, weil man mit 3 Bases pro Einheit auskommt.

Das ist halt manchmal das Problem, wenn kleinere Spiele mit weniger Punkten nicht gut funktionieren das man mit halben Einheiten improvisiert (geht bei Black Powder zB recht gut)

bearbeitet von Kodos der Henker
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Ich würde Lasalle2 mal mit HdR vergleichen deren beider Stärke darin besteht ein sehr einfaches Regelgerüst zu haben, die mit beliebigen Punktgrößen funktionieren und trotzdem sehr taktisch zu sein. Du kannst auch mit nur einer Einheit pro Seite spielen oder nur einer Brigade. Oder du nimmst eine Base als ein Battalion statt 4 Basen oder besser 2. Die Regeln und die Spielmechanik halten das locker aus und Spielspaß ist sofort auch vorhanden. 

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Die PDF Version kostet 15€ etwa und ist nahezu identisch mit der gedruckten, wobei die mich etwa 50€ gekostet hat. Zum reinkommen und schauen ob es passt würde ich also eher zum PDF raten. 

 

Der einzige Shop der die gedruckte Version bislang anbietet ist Frontline Games (42€), muss sie aber wohl selbst nachbestellen. 

 

Der Autor vertreibt seine Regelwerke auch selbst, er sitzt in den USA. (und kann sehr gut deutsch)

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Ja, sogar spitzenmäßig. Du hältst die Brigadeneinheiten eh dicht beieinander und man kann auch durch eigene Einheiten durchlaufen, das ist dann eine Komplikation bei der Bewegung und kostet ein Momentum extra. Auf den Schlachtfeldern war doch auch ziemliches Gewimmel, wäre doch komisch wenn die Einheiten mutterseelenallein machen könnten was sie wollen. Und toll siehts dadurch natürlich auch aus. Soviel sind 15 Einheiten nicht, sind ja 3-4 Batterien dabei mit je 2 Geschützen.

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Verstehe. Ist es wichtig, dass die Einheiten auf vier Bases a 6x4 stehen oder könnten es z. B. auch 6 Bases a 4x4 cm sein?

Frage deshalb, weil bei Longstreet ja die einzelne Base das kleinste taktische Element ist und Einheiten im Spiel auch Bases verlieren.

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Meine Bayern und die Franzosen größtenteils stehen auf 40x40mm vier Infanteristen. Das sind dann sechs Basen, was bei 6x1 in Linie und 2x3 in Angriffskolonne der exakt gleiche Fußabdruck wie bei 4 Basen mit 60x40mm sind. Nur bei Marschkolonne stellt man sie einfach vier hintereinander und die übrigen 2 einfach nebendran irgendwie. Es geht also wunderbar, sie zählen dann aber jeweils als vier beim Schießen etwa. Und Verluste werden bei Lasalle2 nicht entfernt! Es sinkt ja nur der Stärkewert. Nur komplette Einheiten werden bei Sinken auf 0 entfernt. 

bearbeitet von LeonDeGrande
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Das Spiel ist soweit geschrieben das 4 Base pro Einheit verwendet werden

Wie groß diese sind ist egal, da ja mit Basegröße gemessen wird, solange beide in etwa gleich große Bases haben.

 

50x50 scheint da ein beliebter Standard zu sein da einfach verfügbar und vor allem mit kleineren Figuren leicht auf zu füllen, bzw dann für Infanterie und Kavallerie die selben Bases verwendet werden können und 50mm auch 2" sind (Standard nicht Imperial)

Ich bin ja eher bei den 60x50 für 28mm weil man da ein bisschen mehr machen kann

 

klassisch 45x40 würde auch gut passen

bearbeitet von Kodos der Henker
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Basengröße der Minis und BW Wert müssen natürlich nicht identisch sein. Wir spielen mit 60mm Basenbreite und einem BW Wert von 2". So kann man auch recht einfach mit normalen Zoll-Maßbändern messen (die jeder schon hat) und verdoppelt einfach immer den angegebenen BW Wert, um den Zoll Wert zu haben. 

 

In 15mm wären es dann 40mm Basenbreite und BW Wert 1".

 

Verbreitet ist eine Basenbreite bei Inf pro Mini von 20mm oder dicht mit 15mm bei 28mm Figuren. Solange man sich daran hält kann man auch noch andere Systeme spielen, es gibt ja eine große Vielzahl an Systemen für Napo und es kommen ständig welche nach. So bleibt man auch für andere Spielgruppen und Gelegenheiten offen. Letztendlich kann man aber mit etwas gesundem Verstand verschieden basierte Minis gegeneinander spielen. 

 

 

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Einzige Spielhilfe sind farbige kleine Würfel hinter den Battalionen für den reduzierten Stärke-Wert der Einheit mit einer Farbe pro Brigade und ein Blatt mit den Einheiten auf denen man Losses abstreichen kann und der W12 für das Momentum. Den Rest sieht oder merkt man sich. Figuren von General oder einzelne Plänkler die man platzieren kann rechne ich mal nicht mit. Damit nimmst du nur minimal auf die Optik Einfluß und kannst den Anblick in vollen Zügen genießen, ist mir sehr wichtig. 

bearbeitet von LeonDeGrande
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