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MDC

Abtreibung=Mord? Vol. 2

105 Beiträge in diesem Thema

So ich eröffne einfach mal ein neues Thema, ganz einfach, weil ich die Entscheidung Liktors nicht wirklich verstehe. Nach der Ermahnung ist ja nicht wirklich viel passiert außer, dass Leper Messiah rumgespammt hat. Aber den Thread schließen fand ich jetzt zu überreagiert.

Das Problem bei dieser Diskussion ist ja wann beginnt Leben. UNd wie immer im Leben haben alle da eine andere Ansicht.

Ich persönlich sage, dass das Leben erst beginnt, sobald das zentrale Nervensystem gebildet wird, also ab der Embryonalphase. Als wichtigste Begründung würde ich sagen, dass dann der Embryo überhaupt erst in der Lage ist Schmerzen war zu nehmen. Ausserdem sind 3 Wochen eine lange Zeit, ich nehme man (bzw. Frau) erkennt so nach eineinhalb? Wochen, dass sie schwanger ist. Zeit genug also sich eine Abtreibung zu überlegen. Danach ist mMn eine Abtreibung Mord bzw. strafbar.

Ich würde jedoch genauso wie Khorne11 Ausnahmen treffen, die wären:

1. Das Leben der Mutter ist durch die Schwangerschaft akkut gefährdet oder es werden im späteren Verlauf der Schwangerschaft wirklich sehr schwere gesundheitliche Schäden auftreten. Das heißt konkret Leben gegen Leben aufwiegen aber das Leben der Mutter ist bereits voll entwickelt, das des Kindes jedoch nicht.

2. Bei einer Vergewaltigung muss die Frau das Kind auch nicht austragen. Es ist doch, mMn, völlig schwachsinnig zu sagen, dass man es einer Frau zumuten kann ein Kind einer Vergewaltigung auszutragen. Die psychischen Schäden die auftreten könnten wären einfach nicht tragbar.

3. Es ist klar, dass das Kind mit schweren physischen und geistigen Behinderungen auf die Welt kommen wird. Sollte das Kind nur körperlich behindert sein, egal welcher Art, dann kann es das Leben warnehmen, wenn auch anders als z.B. wir. Ist das Kind geistig behindert ist das immer noch kein zwingender Grund ein Kind abzutreiben. Jemand geistig behindertes kann das Leben sehr wohl wahrnemen. Jedoch würde ich bei geistigen Behinderungen eine Grenze setzen, die besagt, bis wann man das Leben noch in irgendeiner Form warnehmen kann. Soll heißen wenn das Kind jetzt so schwer geistig behindert ist, dass es nichtmal laufen lernen kann, dann halte ich eine Abtreibung für legitim.

Der Haken daran ist ja ganz klar, wer sollte diese Grenze festlegen und wie beweise ich auch, das diese Grenze dann auch richtig gesetzt wurde.

@ Liktor und Khorne11

Ihr erwähnt in eurer Argumentation ein gewisses BGB. Was ist das und vor allem was steht da drin?

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@ Liktor und Khorne11

Ihr erwähnt in eurer Argumentation ein gewisses BGB. Was ist das und vor allem was steht da drin?

Das ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Aber wie auch zu erkennen war, haben wir hier nur Rechtslaien und die Paragraphen werden meistens falsch interpretiert. Gerade bei so einem heiklen Thema würde ich am besten von der juristischen Ebene absehen.

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Off-Topic:
Das BGB ist das bürgerliche Gesetzbuch. Der Name erklärt den Inhalt. ;)
EDIT: Zu spät
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So ich eröffne einfach mal ein neues Thema, ganz einfach, weil ich die Entscheidung Liktors nicht wirklich verstehe. Nach der Ermahnung ist ja nicht wirklich viel passiert außer, dass Leper Messiah rumgespammt hat.

Da haben noch eine ganze Menge mehr User rumgepfuscht!

Aber den Thread schließen fand ich jetzt zu überreagiert.

Ich nicht. Hab's nochmal durchgelesen. Die letzten Posting waren fast alle Müll, OffTopic oder unangemessene Seitenhiebe.

Ihr solltet endlich begreifen, daß solche Dinge hier nicht diskutiert werden können.

Es wird früher oder später darauf hinauslaufen, daß jemand eine Winzigkeit zu überspitzt ist, der nächste dann darauf zu heftig reagiert und am Ende giftet man sich an, weil keiner einsehen will, daß es eben bei diesen Themen keine abschließende und absolute Meinung gibt.

Aber, ok. Zweite und letzte Chance.

Ich persönlich sage, dass das Leben erst beginnt, sobald das zentrale Nervensystem gebildet wird, also ab der Embryonalphase.

Naja, es ist ganz gut, daß "Leben" nicht als "Empfinden von Schmerz" definiert wird. Aber ich glaube, Dein Argument zu verstehen.

@ Liktor und Khorne11

Ihr erwähnt in eurer Argumentation ein gewisses BGB. Was ist das und vor allem was steht da drin?

Das BGB ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Kurz BGB. Das steht so quasi alles drin, was man so als Bürger nicht tun darf und wie man Dich dafür verknacken kann. Aber eine schönere Definition habe ich nicht dafür.

Eigentlich peinlich ^^

Also, Leute!

Versucht die Dinge deutlich, aber differenziert zu formulieren! Fühlt euch bitte nicht von abweichenden Meinungen angefriffen und denkt auch nicht, daß jede eine ungeschickt formulierte Meinung sofort mit dem Hammer korrigiert werden muß.

DANN und NUR DANN bleibt dieser Thread offen. Aber soll ich euch was sagen? Ich gebe euch drei Seiten.

Drachenklinge

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Zitat von MAD_DEAD_CRAZY

Ich persönlich sage, dass das Leben erst beginnt, sobald das zentrale Nervensystem gebildet wird, also ab der Embryonalphase.

Was ich damit meine, ist mit dem zerntralen Nervensystem ist der Embryo das erste Mal in der Lage etwas wahrzunehmen. Und das unterscheidet ihn von dem Zellhaufen, der er vorher war. Die einzelnen Zellen können als Verbund ja nichts wahrnehmen.

Das BGB ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Kurz BGB. Das steht so quasi alles drin, was man so als Bürger nicht tun darf und wie man Dich dafür verknacken kann. Aber eine schönere Definition habe ich nicht dafür.

Eigentlich peinlich ^^

Bei so einem Grundwissen muss ich leider meistens passen. Ich muss im Po/Wi- Unterricht wirklich mal besser aufpassen.

Off-Topic:

Kann mir mal jemand in einer PN verraten, wie ich bei einem Zitat es hinkriege, dass da steht "Zitat von blablubb". Wäre dafür echt dankbar.

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Mal sehen, ob's mit etwas weniger persönlichen Anfeindungen und mit etwas durchdachteren Argumentationen klappt.

Es wäre sehr zu hoffen!

Leute, versucht halt einfach mal, eure Sachen so zu schreiben, dass man sie eindeutig einordnen kann. Bei der rein schriftlichen Diskussion fehlen ca. 5ß% der Kommunikation durch Gestik und dergleichen, die bei persönlicher Diskussion gegeben wäre. Deswegen muss man genau drauf achten, was man wie genau schreibt, damit der Inhalt zweifelsfrei ankommt.

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2. Bei einer Vergewaltigung muss die Frau das Kind auch nicht austragen. Es ist doch, mMn, völlig schwachsinnig zu sagen, dass man es einer Frau zumuten kann ein Kind einer Vergewaltigung auszutragen. Die psychischen Schäden die auftreten könnten wären einfach nicht tragbar.

Die bei weitem größten auftretenden psychischen Schäden rühren mit Sicherheit von der Tat selbst her, und das Trauma einer Vergewaltigung lässt sich sicherlich nicht so einfach mit einer Abtreibung beiseite wischen. Auf alle Fälle ist hier umfassende Betreuung umso wichtiger um einem Entschluss im Affekt vorzubeugen, denn nur weil man den Erzeuger hasst kann man nicht davon ausgehen das eine Abtreibung seelisch folgenlos für die Mutter bleibt (ganz zu schweigen von der Tatsache das der werdende Mensch da gar nix für kann).

Natürlich muß letzten Endes die Entscheidung immer bei der Mutter und nie beim Staat (ev. Ausnahme: jemand anderes hat das Fürsorgerecht) liegen. Ich sag' nicht das unsere Gesetze zur Abtreibung schlecht sind und abgeschafft gehören, ich bin aber der Meinung das es vielen Betroffenen bei der Entscheidungsfindung zu einfach gemacht wird. Schwangerenkonfliktberatung ist gut und wichtig, reicht in meinen Augen aber in vielen Fällen leider nicht aus:

§ 219 Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage

(1) Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. Sie hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen. Dabei muß der Frau bewußt sein, daß das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft auch ihr gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat und daß deshalb nach der Rechtsordnung ein Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmesituationen in Betracht kommen kann, wenn der Frau durch das Austragen des Kindes eine Belastung erwächst, die so schwer und außergewöhnlich ist, daß sie die zumutbare Opfergrenze übersteigt. Die Beratung soll durch Rat und Hilfe dazu beitragen, die in Zusammenhang mit der Schwangerschaft bestehende Konfliktlage zu bewältigen und einer Notlage abzuhelfen. Das Nähere regelt das Schwangerschaftskonfliktgesetz.

Der von mir nachträglich fett gemachte Teil ist des Pudels Kern; wie ist diese 'zumutbare Opfergrenze' zu definieren? Kann die auch schon bei "passt mir grad' nicht so toll in die Lebensplanung" greifen?

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Diese "zumutbare Opfergrenze" ist von Situation zu Situation unterschiedlich. Es ist unmöglich, hier allgemein gültige Definitionen aufzustellen, da jeder Mensch anders ist.

Deswegen werden bei sowas meines Wissens ausgebildete Psychologen zu Rate gezogen. Hoffe ich zumindest. Eventuell auch die Justiz.

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Meiner Meinung nach sind Abtreibungen in einem gewissen Maße zu vertreten. Zum beispiel bei Vergewaltigungen (Unabhängig von jetzigen Gesetzen). Natürlich sollte auch weiterhin eine Grenze eingehalten werden, welche besagt bis zur wievielten Tagen/Wochen/Monaten abgetrieben werden darf. Des weiteren sind Psychologische Gutachten zu erstellen ob die Mutter/Vater damit Psychisch klar kommen. Meines Wissens nach beträgt diese Grenze grade 3 Monate. In dem Fall ist es meiner Ansicht nach kein Mord. (Ich denke nicht dass bis zu dieser Zeit Bewustsein, Sinne und Gefühle vorhanden sind)

Ob Abtreibung gleich Mord ist, ist eine Frage der Moral - wo dann auch das Problem liegt.

"Moral ist eine flexible Instanz, sie hängt vom kulturellen Umfeld ab, von den Erfahrunge und Grundsätzen einzelner Männer und Frauen."

Das alles ist meine prsönliche Meinung. Ich greife keine andere meinung direkt an!

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Meiner Meinung nach sind Abtreibungen in den meisten Fällen zu vertreten.

Das befruchtete Ei ist für mich noch kein "Leben". Klar, daraus würde ohne Eingriff ein Lebewesen entstehen, aber konsequent gedacht, wäre das benutzen eines Kondoms genauso ein Eingriff.

Zu dieser Diskussion um "niedere Beweggründe", vor allem den Grund "weil es nicht in die Lebenssituation passt" habe ich auch eine etwas abweichende Meinung.

Eine gute Freundin hat vor etwa 2Jahren eine Abtreibung durchführen lassen, eben mit jenem Grund. Um es mal grob auszudrücken, wäre die Folge es nicht getan zu haben: Leben im A**** (Eben aus ihrer Sicht der Dinge).

1 Jahr vorm Abi. Klar kann man abbrechen und nachholen wird jetzt jeder sagen. Aber macht das erstmal mit nem kleinkind. Weitere Karriere, Studium? Klar in idealen Verhältnissen, wenn der Vater da ist, die Eltern noch helfen, könnte das klappen, wird es aber meistens nicht.

Weggeben? Darüber habe ich auch mit ihr gesprochen, aber ich kann da voll und ganz verstehen, dass das für sie und viele andere nicht in Frage kommt. Und auch wenn jetzt einige sagen, lieber das Kind wem anders geben als es töten:

-Es ist bisher nur ein Zellhaufen. Trägt die Frau es aber 9 Monate lang aus, spürt wie sich Leben entwickelt, baut auch die Mutter denke ich mal eine starke Bindung zu dem Kind auf. Es dann wegzugeben ist sicher nicht sehr angenehm um es mal untertrieben auszudrücken.

Ausgehend von was ich bisher gelesen habe, weichen meine ethischen Vorstellungen in dieser Hinsicht stark von den meisten ab. Allerdings sehen es viele in meinem Bekanntenkreis ähnlich (über das Thema habe ich letzten erst mit nem Kumpel diskutiert und mit meiner Freundin habe ich natürlich auch darüber gesprochen). Es gibt die Möglichkeit zur Abtreibung, so lange noch gar kein wirkliches Leben (in meinen Augen) besteht. Warum soll man jemanden zwingen, aus einem "Unfall" heraus ein Kind aufziehen zu müssen, dem man womöglich gar nichts bieten kann? Ich kann auch erst mein Leben ordnen und dann noch ein Kind kriegen.

Auch hier gilt, alles persönliche Meinung, die nicht geteilt werden muss:)

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Ist das Kind geistig behindert ist das immer noch kein zwingender Grund ein Kind abzutreiben. Jemand geistig behindertes kann das Leben sehr wohl wahrnemen. Jedoch würde ich bei geistigen Behinderungen eine Grenze setzen, die besagt, bis wann man das Leben noch in irgendeiner Form warnehmen kann.

Sorry, aber ich nehme mal an, dass du noch keinen Menschen mit geistiger Behinderung kennengelernt hast. Diese Grenze existiert nicht! Menschen mit schwerstmehrfachbehinderung nehmen das Leben auch wahr. (Vgl. hierzu Versuche von Andreas Fröhlich, die dies wissenschaftlich eindeutig belegen!)

Soll heißen wenn das Kind jetzt so schwer geistig behindert ist, dass es nichtmal laufen lernen kann, dann halte ich eine Abtreibung für legitim.

Aha, dir ist aber schon klar, dass ein geistig-behindertes Kind nunmal geistig-behindert ist und nicht körper-behindert, d.h. jedes Kind, dessen Behinderung nur im kognitiven Bereich liegt, kann sehr wohl laufen.

Der Haken daran ist ja ganz klar, wer sollte diese Grenze festlegen und wie beweise ich auch, das diese Grenze dann auch richtig gesetzt wurde.

Diesen Beweis und auch die Grenze gibt es nicht, wie schon oben aufgeführt. Die Tatsache, dass man die "erlaubte" Zeit einer Abtreibung von Kindern mit Behinderung weiter fasst, als die "allgemeine" Abtreibung, weißt diesen Kindern ein "lebensunwertes" Leben zu. Das ist einfach falsch.

Ganz ehrlich: Ich finde es schrecklich, dass Menschen so starke Aussagen treffen, ohne sich vorher auch nur ein wenig mit dem Thema auseinanderzusetzen!

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Ich denke schon auch, daß es eine Grenze gibt, über die hinaus das Leben einfach nicht mehr als Leben zu sehen ist. Allerdings ist es uns nicht möglich, diese festzusetzen. Oder sollte es nicht sein. Ich sehe das als moralisch-ethisches Dilemma, in welches uns unsere medizinische Technik hineinmanövriert hat.

Trotzdem möchte ich an einem Beispiel aufzuzeigen versuchen, wie ich das meine. Nehmen wir eine Person an, die nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt ist, im Koma liegt und aller Wahrscheinlichkeit nach eine schwere Gehirnschädigung davon getragen hat (etliche Minuten unter Wasser, keine Sauerstoff, etc.). Sagen wir zudem noch, daß sie schon vorher aufgrund eines Geburtsfehlers etliche geschädigte innere Organe ("genetisch") hat (eiserne Lungem Dialyse, etc). Für alle diese Befunde gäbe es zudem aktuell keine bekannte "Heilung"schance (nur Behandlungsmethoden) und auch keine "in der Forschung befindliche" Arbeit, die vielleicht mal irgendwann einen Heilungsweg auch nur aufzeigen könnte.

Warum sollte man diese Person nicht "sterben lassen"?

Das ist mMn eine naheliegende (und berechtigte?) Frage. Allerdings maße ich mir selbst im von mir beschriebenen Fall nicht an, zu glauben, daß es hier eine "Universallösung" gibt und da liegt eben das Dilemma. Wir sind heute in der Lage darüber zu entscheiden. Können die Person am Leben lassen oder die Geräte abschalten. Beides wären bewußte Aktionen und damit entsteht eben das Dilemma, weil wir eine Entscheidung treffen können, die ggf. vor etlichen Jahrzehten einfach nicht möglich war.

Ich rede jetzt NICHT davon, daß es Medikamente (etwa das inzwischen wieder allseits beliebte Contergan (sehr zynisch)) oder andere Faktoren* gibt, die das Leben im Mutterleib beeinflussen können, sondern von normalen Katastrophen. Mutationen, Schädigungen, unpassende Samen und Eizellen, der ganze Scheiß. Wir KÖNNEN dies eheutezutage festellen und stehen damit sofort vor der Frage, was wir denn mit der Information machen.

Wir haben Ultraschall "erfunden", um ungeborenes Leben besser beobachten zu können. Wir können frühzeitig Mißbildungen diagnostizieren ... schön, wenn alles gut ist. Was wenn nicht?

Es ist nicht die Frage, OB wir eine solche Entscheiung treffen können (diese Frage ist schon längst beantwortet worden), sondern ob wir es DÜRFEN! Ich bin nicht dieser Meinung, und ganz sicher nicht PAUSCHAL.

Es GIBT Gründe für eine Abtreibung, sogar "einfach nur" psychologische und moralische. Aber sie sind immer spezifisch, besonders und "für den Einzelfall".

Um es mit der Bibel-Metapher zu beschreiben:

Wir haben ein Stück von diesem "Apfel" abgebissen und meinen nun, wir könnten gut von böse, richtig von falsch unterscheiden und schwarz von weiß. Wir hätten ihn ganz essen sollen!

Ich stelle mir vor, man würde mich ans Bett eines schwerkranken Menschen holen, den ich nicht kenne und ich sollte entscheiden, ob er leben oder sterben darf ... irre.

Grüße

Drachenklinge

* ich will hier nicht mit Radioaktivität kommen, weil diese ja auch in der Natur vorkommt, aber ihr wißt hoffentlich, was ich meine

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Drachenklinge, ich stimme dir in allen Punkte zu. Bei deinem lezten satz musste ich an eine bestimmte Situation denken. Angenommen eine Person die einem sehr nahe steht, liegt nach einem schweren Unfall im Koma. Am leben gehalten nur durch Maschinen, medizinisch Hirntot. Auch wenn es sehr hart ist, aber warum den Körper am Leben halten (von eventuellen Organspenden mal abgesehn).

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Off-Topic:
Angenommen eine Person die einem sehr nahe steht, liegt nach einem schweren Unfall im Koma. Am leben gehalten nur durch Maschinen, medizinisch Hirntot.
Der Ausdruck "klinisch tot" bezeichnet lediglich das Versagen des kompletten Kreislaufsystems, und das der Großhirnrinde. Reanimationen können hier noch folgen. Beim Hirntod hingegen wars das. Hirntod ist der Tod an sich.
Ein Komapatient ist somit schlichtweg nicht hirntot. Das Koma an sich ist auch keine Krankheit, sondern ein diagnostisches Symptom, da es kein Versagen der Großhirnrinde ist, sondern "nur" eine schwere Störung der Großhirnrinde. (Ausnahme, Wachkoma, hier ist die komplette Funktion des Großhirns nicht mehr vorhanden.

Das BGB ist das Bürgerliche Gesetzbuch. Kurz BGB. Das steht so quasi alles drin, was man so als Bürger nicht tun darf und wie man Dich dafür verknacken kann. Aber eine schönere Definition habe ich nicht dafür.
Wenn du wenigstens eine Richtige hättest, wäre vielen schon geholfen. ;)
Das BGB regelt die wichtigsten Verhältnisse zwischen Privatpersonen (was bin ich, wenn ich etwas kaufe, wann darf ich etwas kaufen, was kann passieren, wenn ich nicht meine Pflicht erfülle, was passiert mir, wenn mein Neffe, dem ich etwas aufgetragen habe, einen Fehler macht, etc.).
Das, was du erklärt hast, ist das Strafgesetzbuch, StGB. Hier steht drinnen, was ich wann machen darf, und in welchem einzelnen Fall auch die Vorbereitung einer Straftat strafbar ist (Geldwäsche), aber natürlich auch, was strafbar an sich ist.
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Off-Topic:

... pfff ... wer wird denn so kleinlich sein ^^
irgendwer wird für irgendwas verknackt ... gibts da Unterschiede?

Aber klar - dann habe ich das aus Unwissenheit durcheinander gebracht. Immerhin bin ICH lernfähig *zu manchen Usern schiel*

Danke für die Richtigstellung und Gruß
Drachenklinge
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Liktor, danke für die Richtigstellung der fachlichen Begriffe, welche ich im unwissen falsch interpretierte. Ich wollte auf die Patienten eingehen, bei denen keinerlei Hirnfunktion mehr feststellbar ist und der Körper durch Maschinen am leben gehalten wird. Ich hoffe ich habe mich richtig ausgedrückt. - Jedenfalls meine ich, wenn der Patient keine Chance auf heilung hat und praktisch im "koma" liegt. Aber das driftet vom Thema der Abtreibung ab.

Drachenklinge, stell die mal vor, die Gerichte wäre nicht so "kleinlich" ;) ...

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Dann liegt er nicht im Koma, sondern ist tot.

Wenn jemand im Koma liegt, ist der Truncus encephali (Hirnstamm) nicht irreversibel beschädigt, das heißt, dass Atmung und Kreislauf immernoch aufrechterhalten werden. Das Problem bei einem Komapatienten ist, dass er sich nicht ernähren kann.

Und ob noch Chancen auf Heilung bestehen, kann niemand vorhersagen.

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Drachenklinge, stell die mal vor, die Gerichte wäre nicht so "kleinlich" ...

äh ... verstehe den Bezug nicht. Kannst Du bitte nochmal erklären, warum Du das zitierst? Ehrlich gesagt finde ich das "Zitat" auch nicht. Ich bitet um Aufklärung ;) (per EDIT - hat sich erledigt)

Und ob noch Chancen auf Heilung bestehen, kann niemand vorhersagen.

Das ist eines der Dilemma, die ich hier sehe. Natürlich machgt die Medizin enorme Fortschritte, die uns in fast allen Fällen auch zugute kommen. Aber gerade das Argument "Es könnte irgendwann eine Heilungschance geben" wird mMn überstrapaziert.

Nichts destotrotz führt das aber auch vom Thema weg.

Die Frage nach der "Erlaubnis" zu einer Abtreibung führt uns zu mehreren Grundfragen:

- wer darf entscheiden, ob abgetrieben wird?

aber genauso wichtig

- wer darf entscheiden, daß NICHT abgetrieben wird?

- was ist Leben und ab wann* ist es schützenswert

- wie ist die Konsequenz für die Betroffenen zueinander abzuwägen? Im Speziellen z.B. das "Ungeborene" oder die "Schwangere"

Grüße

Drachenklinge

* ein Teil der obigen Diskussion führt auch ni Richtung "bis wann"

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Off-Topic:

Drachenklinge: Das Zitat gibts nirgendwo, ich weis nur nicht, wie ich das so toll in soeine Ecke setzen kann wie du :D

Off-Topic:

habe es per PN erklärt, bitte NICHT im Thread darauf eingehen - Danke :ok:


Topic: Irgendwann kann man bestimmt alles heilen. Das sollte abernicht als ausrede gelten, wie Drachenklige schon sagt.
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Im Grunde geht es bei um Abtreibung um zwei Fragen:

1) "wann beginnt menschliches Leben".

Man beachte bitte das "menschlich" darin, denn (niederes) Leben an sich ist nicht besonders schützenswert. Wer jetzt empört aufschreit kann es auch durch "höheres" Leben ersetzten, mir geht es an dem Punkt nur darum festzuhalten das Bakterien und Einzeller eben keine Persönlichkeitsrecht o.ä besitzen.

Das Dilemma ist, das man einfach keinen wissenschaftlich haltbaren "Fixpunkt" nennen kann. Je nach Auffassung und Meinung kann das menschliche Leben wirklich zum Zeitpunkt der Zeugung beginnen (Präkonzeption, kirchlicher Standpunkt, dem zufolge schon Kondome "abtreibung" sind) oder auch erst gegen Ende des ersten Lebensjahr des Kindes (erst da lassen sich lernpsycholgisch verhaltensweisen nachweisen die über reine Instinkthandlungen, sprich tierisches verhalten hinausgehen), um nur mal die extremsten Eckpunkte zu nennen.

Das einizge was man mittlerweile relativ sicher sagen kann ist das leben und sterben eben keine sofortigen Statuswechsel sind sondern eher "fließende" Übergänge die sich über einen längeren Zeitraum vollziehen.

2) Was wiegt schwerer das Persönlichkeitsrecht eines exisiterenden Menschen oder das einer hypothetischen Persönlichkeit.

Die schwerigere Frage, weil man hier eben komplett ohne Fakten auskommen muss und sich rein auf seine Moral verlassen muss, was immer eine miese Situation ist.

Persönlich kann ich nur sagen das mir Abtreibungsgegner zuwider sind die sich zum "Anwalt der Ungeborenen" erheben, welche sich ja nicht äußern können. Da kann ich nur sagen das es dem normalen vaginalen Zellkomglomerat vermutlich relativ egal ist ob es sich zu einem vollwertigen Organismus entwickelt oder im Klo runtergespült wird.

Die "Vermenschlichung" von menschlichen Föten die meistens zur Schau gestellt wird (siehe auch Stammzelldiskusion) ist mir schlicht ein Rätsel, welches ich nicht anchvollziehen kann

Zudem sollte man mal bedenken das solche Äußerungen meist nur von Männern gemacht werden, die also niemals in so eine Situation kommen können und daher leicht große Töne spucken können. (Ist so ein bisschen wie mit dem Reichen der jede Form von Diebstahl verurteilt...)

-> ich finde die Regelung in Deutschland gut, da praktikabel, auch wenn der dritte Monat keine wissenschaftliche Relevanz hat sonder auf Gewohnheitsrecht beruht. Denn es wäre reichlich sinnlos Frauen für etwas zu kriminalisieren, das einfach passieren kann und nicht einmal auf eigenem verschulden beruhen muss. Denn schließlich gehören zu einem Kind immer noch zwei, und ebenso ist Verhütung Aufgabe beider Partner. Warum dann im Zweifel die Frau allein die Schuld tragen soll ist für mich nicht nachvollziehbar.

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Die "Vermenschlichung" von menschlichen Föten die meistens zur Schau gestellt wird (siehe auch Stammzelldiskusion) ist mir schlicht ein Rätsel, welches ich nicht anchvollziehen kann.

Das Unterschreibe ich so völlig.

Da treffen wir dann auf den Punkt der Aufrechnung von Leben, zumindest beim Thema Stammzellen. Ist es gerechtfertigt, einen Organismus, einen Mensch, der aber noch keiner ist, zu opfern, um mehr Menschen das Leben zu retten?

Oder ein anderes Beispiel, dass genau das Selbe sagt:

Nehmen wir an, ein Flugzeug wird entführt, Szenario 9/11. Ist der Staat jetzt in der Berechtigung das Flugzeug abzuschiessen, um zu verhindern, dass die Menschen in dem Hochhaus ZUSÄTZLICH getötet werden?

Ich denke schon, und ich denke auch, dass der BEschluss des Verfassungsgerichtes falsch ist, aber das soll hier ja nicht diskutiert werden. Ich wollet nur verdeutlichen, dass ich nicht nachvollziehen kann, warum man Stammzellenforschung so ablehnt.

Meine Meinung zur Abtreibung ist relativ simpel:

Sollte das Kind in lebenswerten Verhältnissen aufwachsen, ist eine Abtreibung falsch. Ansonsten sehe ich keinen Grund, es nicht der Frau freizustellen. Ich sehe ebenso nicht ein, wieso sich der Staat in so persönliche Dinge einmischt, warum darf die Frau nicht komplett alleine über ihren ungeborenen Fötus entscheiden? Warum darf der Mensch sich nicht immer aussuchen, ob er stirbt oder künstlich am Leben gehalten wird?

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Da treffen wir dann auf den Punkt der Aufrechnung von Leben, zumindest beim Thema Stammzellen. Ist es gerechtfertigt, einen Organismus, einen Mensch, der aber noch keiner ist, zu opfern, um mehr Menschen das Leben zu retten?

Die Frage stellt sich (für mich) nicht, ich betrachte einen Fötus (in dem Stadium in dem er für die Forschung relevant ist) als organisches Zellgewebe und nicht als Menschen.

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Die Frage stellt sich (für mich) nicht, ich betrachte einen Fötus (in dem Stadium in dem er für die Forschung relevant ist) als organisches Zellgewebe und nicht als Menschen.

Genau so sehe ich das auch. Nur müsste (vieleicht ist es das ja auch schon) festgelegt werden, bis wann ein "Kind" ein Fötus ist.

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Off-Topic:
Ach, Gott, bewahre...
Die Frage stellt sich (für mich) nicht, ich betrachte einen Fötus (in dem Stadium in dem er für die Forschung relevant ist) als organisches Zellgewebe und nicht als Menschen.
Embryo... du meinst mit Sicherheit einen Embryo...
Warum darf die Frau nicht komplett alleine über ihren ungeborenen Fötus entscheiden? Warum darf der Mensch sich nicht immer aussuchen, ob er stirbt oder künstlich am Leben gehalten wird?
Ganz einfach aus dem Grund, weil bei einem fetalen Schwangerschaftsabbruch die Gefahr besteht, dass das Kind ganz normal als Frühgeburt auf die Welt kommt, und dann überlebt? Und so eine Frühgeburt umzubringen wäre dann tatsächlich Mord! Vielleicht aber auch deswegen, weil der Mensch schlicht und ergreifend seltener als selten weiß, was gut für ihn ist - deswegen auch das Beratungsgespräch vor dem Schwangerschaftsabbruch.
Genau so sehe ich das auch. Nur müsste (vieleicht ist es das ja auch schon) festgelegt werden, bis wann ein "Kind" ein Fötus ist.
Ein Ungeborenes gilt als Fötus ab dem 4. Monat bis zur Geburt. Das ist bereits so festgelegt.
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Meine Meinung zur Abtreibung ist relativ simpel:

Sollte das Kind in lebenswerten Verhältnissen aufwachsen, ist eine Abtreibung falsch.

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen oder Dich persönlich anzugreifen, sehe ich an dieser Aussage wieder, wie schwierig es ist, hier allgemeingültige Aussagen zu treffen. Mir ist auch klar, daß ich hier nur einen Satz herausgegriffen habe, aber es war mir für das folgende Beispiel wichtig.

Nehmen wir eine Frau, die vergewaltigt wurde, aber finanziell und sozial/gesellschaftlich "ansonsten" (haha) keine Probleme hat und das Kind nun NICHT will. Austragen? SEHR schwierig!

Ein Ungeborenes gilt als Fötus ab dem 4. Monat bis zur Geburt. Das ist bereits so festgelegt.

Ja? Sowas hatte ich auch noch "in etwa" im Hinterkopf, war aber nicht mehr sicher. Basierend darauf meine ich halt auch, daß da WIRKLICH ausreichend Zeit ist, um sich über verschiedene Dinge klar zu werden!

Mit wenigen Ausnahmen sollte man nach 1-2 Monaten merken, daß man schwanger ist (und ich rede jetzt mal nicht von pubertierenden und mit Sex experimentierenden jugendlichen Mädchen, die (noch) nicht merken, daß ihre ggf. unregelmäßige Periode ausfällt) und DANACH sollte also auch noch ausreichend Zeit sein, um über die Konsequenzen beider Alternativen nachdenken können.

An diesen "Fristen" muß mMn absolut nichts geändert werden.

Gruß

Drachenklinge

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