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Bismarck

[Tutorial] Gesichter und Augen

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Gesichter und Augen bemalen

Anlass für dieses kleine Tutorial waren die Fotos, die meine alte Freundin Pandora von ihren hübschen Hochelfen gemacht hat. Sehr schön bemalte Dinger, aber wie sie selbst schreibt:

Ich hab generell Probleme mit Gesichtern. Obwohl ich mit sehr feinen Pinseln und mehreren hautfarbenen Schattierungen arbeite, kriege ich einfach keinen schönen Ausdruck hin. :heul2: Übrigens nicht mal bei Totenschädeln - die sehen bei mir immer wie Teddybären aus. :notok:

Ich hab ihr so ausführlich geantwortet, dass mit minimaler Erweiterung ein Tutorial daraus geworden ist. ;D

Ich werde hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Augen liefern, und dann ein paar Worte übers Schattieren von Gesichtern, über Lippen, Brauen und co. verlieren, allerdings eher theoretischer Natur...

Augen bemalen

Die Augen kriegen viele Leute überhaupt nicht hin, dabei sind die recht einfach. Man muss nur wissen, wie man zu große Augen und einen starrenden Blick vermeidet, das geht auch ohne wahnsinng viel Talent, sehr ruhige Hände oder perfektes Equipment.

Der Trick ist, genau zu wissen, welcher Schritt nach welchem kommt.

Wer zuerst das Gesicht fertig bemalt und dann Augen malen will, macht es sich unnötig schwer. Er muss dann auf fitzeligste Art und Weise Auge und Pupille malen, und das kriegt eben wirklich nicht jeder hin. Besser ist es genau andersrum.

Und hierzu folgt nun eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

0. Weiß grundieren, aber nur sehr dünn, es ist besser, wenn Metall durchscheint, als wenn alles verklumpt. Gerade Gesichter sind meist sehr filigran modelliert, und ein dicker Farbklumpen kann da einiges ruinieren.

1. Bemal das Gesicht in seinem Grundton, üblicherweise hautfarben (zB Bronzed Flesh). Bemüh Dich, die Farbe halbwegs flüssig zu halten, so bekommst Du schon eine Art Gratis-Akzent (wenn das weiß an einigen Stellen sanft durchscheint). Lass das nun sauber austrocknen.

2. Tusch es mit dem abgedunkelten Grundton (zB Bronzed Flesh + ein bisschen Scorched Brown), aber nicht zu dunkel, grad so, dass man einen Unterschied feststellen kann. Dieser Schritt ist nicht obligatorisch, aber ich mach ihn immer genau hier. Geht auch später, aber ich habe Angst, dann in die Augen zu malen. "Tuschen" heißt hier, die Farbe zu verdünnen, bis sie auf der Palette durchsichtig ist. Mit echten Tuschen arbeiten wir in diesem Tutorial nicht, die lehne ich ab.

3. Mit weiß (natürlich leicht verdünnt, aber immer noch deckend) wird nun dahin gemalt, wo ungefähr die Augen sind. Du musst nicht so zielgenau arbeiten, die Hauptsache ist, dass die komplette Augenfläche nun weiß ist.

4. Rühr verdünntes schwarz an, fast wie eine Tusche.

Mal das auf die Augen. Aber nur auf die Augen, es soll nicht die Nase entlang laufen oder über die Stirn kleckern.

Hier ist wirklich Sorgfalt vonnöten.

5. Leck sofort Deinen Pinsel ab, wasch ihn aus und streife ihn sorgfältigst ab oder nimm einen anderen, unbenutzten und sehr feinen Pinsel in die Hand (es ist egal wie, Du das machst, aber Du solltest nun einen trockenen Pinsel in der Hand halten). ;)

6. Nimm mit der trockenen Pinselspitze das schwarze Ink von den Augen runter, so dass es nur noch in der Vertiefung rings um die Augen bleibt, die Augenfläche selbst aber wieder weiß ist. Ein bisschen fitzelig, aber eigentlich nicht schwer. Ist schwerer zu erklären als anzuwenden.

Das Ziel der Übung: die Augen sind nun wieder weiß, rings um die Augen ist eine sehr feine schwarze Linie.

7. Wenn das trocken ist, kommt die Pupille: zieh eine senkrechte schwarze Linie durch die Augen, keinen Punkt, eine Linie. Das ist sehr wichtig, weil sonst die Figur aussieht, als würde sie starren. Wenn man ein Auge mit einem schwarzen Punkt statt dieser Linie malt, dann sieht sie fast immer dämlich aus, sie starrt, schielt oder was auch immer.

Sie soll aber üblicherweise grimmig dreinblicken. Wir spielen hier ein Kriegsspiel. Das sind allesamt böse Jungs und keine Sissis. ;D

Und grimmig heißt: leicht zusammengekniffene Augen. Das bedeutet, dass die Pupille und Iris oben und unten an den Augenlidern "anecken".

Deshalb die Linie und nicht der Punkt.

Achte aus offensichtlichen Gründen darauf, dass die beiden Pupillen zueinander passen, also etwa gleich dick sind und beide ungefähr zentriert im Auge liegen.

Wer mag, kann einen weißen Glanzpunkt in die Pupille setzen, halte ich aber eigentlich für überflüssig. Augen sind klein genug und brauchen keine Zusatzdetails.

Wer mag, kann auch vor der schwarzen Linie erstmal eine andersfarbige, breitere Linie (zB blau oder grün) als "Iris" malen, und dann die schwarze Linie darüber, so dass die Iris nur noch zwei sehr schmale Streifen links und rechts davon bildet. Dieser Effekt geht aber auch meistens unter, das fällt fast niemandem auf (hat mein Weibchen unten zB auch, aber das sieht man nicht wirklich. Ihr könnt ja ihre Augenfarbe erraten...). Das liegt daran, dass die Augen der Figur meist so klein sind, dass das menschliche Auge zwar die weiße Fläche der Augen und den schwarzen Fleck der Pupille wahrnimmt, die Zone dazwischen (die Du als Iris bemalt hast) aber als "Unschärfe" abstempelt und ignoriert.

7a. Wenn die Augen Dir nun zu groß sind, dann mal zwei waagrechte Linien über und unter die Augen, mit leicht verdünntem schwarz. So kannst du sie beliebig schmal machen. Diesen Schritt kannst Du auch anstatt Schritt 4-6 machen. Ist Geschmackssache, ich finde, es sieht andersrum deutlich besser aus, aber gerade bei Frauengesichtern bietet sich es sich an, das Schwarz dick um die Augen herum aufzutragen, um feminine Wimpern vorzugaukeln.

Nun spätestens muss das Auge für Dich absolut zufriedenstellend sein, denn von nun an wird es äußerst schwer, da nochmal nachzukorrigieren (du wirst andauernd unbeabsichtigt ins Gesicht reinmalen).

8. Korrigier mit der Hautfarbe nach, so dass die schwarze Linie, die die Pupille darstellt, nicht mehr über die Augen hinausreicht, sondern nur noch in ihnen drin liegt (siehe Bild unten, das letzte der vier hässlichen Paintgesichter). Du kannst Dich mit der Hautfarbe so nahe an die Augen herantasten, wie Du willst, achte aber darauf, dass eine dünne schwarze Linie zwischen Auge und Hautfarbe bleibt. Bei Frauen eben eine dickere Linie.

9. Akzentuier das Gesicht fertig, siehe unten.

Beispielaugen - und bitte nur auf die Augen achten: ;D

attachment.php?attachmentid=61875&d=1224320560

Verzeiht mir, dass die Augen nicht auf gleicher Höhe liegen, das war so fitzelig, und ich hatte irgendwann keine Lust mehr... ;D

Die Grundidee sollte man aber erkennen.

Graphische Veranschaulichung:

attachment.php?attachmentid=56150&d=1214984425

Gesicht mit Hautfarbe grundiert, dann weiß an die Augen, schwarze senkrechte Linie für Pupille, zwei waagrechte zum Auge begrenzen, hautfarben korrigieren.

Ist mit die einfachste Methode, die ich für gute Augen kenne, und sie erfordert wirklich nicht viel Talent.

Lässt sich auf jedem Maßstab und bei jedem Gesicht anwenden. Einzig bei Gesichtern, die fast vollständig von Helmen verdeckt sind, wird es sehr sehr schwer. Aber das ist eine völlig andere Geschichte, da gibt es dann wirklich keinen "einfachen Weg" mehr. Willkommen in der Welt der "Fitzelmaler".

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Das Gesicht

Beim restlichen Gesicht würde ich so gut wie gar nicht mit Akzenten arbeiten.

Hier gilt: Weniger ist mehr.

Ganz wichtiger Grundsatz, unbedingt einprägen.

Gerade Frauengesichter werden durch starke Akzente und Kontraste nur verunstaltet.

Das höchste der Gefühle ist hier, den Zwischenraum zwischen Nase und Wange in einer dunkleren Farbe zu bemalen (bzw die dunklere Schicht darunter sichtbar zu lassen), oder ganz sanft den Wangenknochen mit einer helleren Farbe hervorzuheben.

Jeder harte Akzent ruiniert sofort das Gesicht.

Anhand der Grafik weiter unten beschreibe ich das genauer.

Bei Männergesichtern kannst Du etwas gröber arbeiten, weil die kantiger wirken dürfen, aber auch hier würde ich mich sehr zurückhalten.

Nur bei wirklich hässlichen oder alt aussehenden Figuren (Orks, Oger, runzlige Hexen und Magier oder andere) kann man sich richtig austoben...

Bei normal aussehenden menschlichen oder elfischen Figuren ist das Gesicht im Prinzip fertig, wenn es Grundfarben hat. Alle Schattierungen und Highlights sind mehr dafür da, es sich ein bisschen schwerer zu machen, "sein Können zu zeigen" oder das natürliche Licht in seinem Effekt zu verstärken.

Kann man machen, muss man aber nicht, und so lange man es nicht kann, sollte man es lieber lassen, sieht eher besser aus als schlechter. ;)

Veranschaulichung per Paint-Skizze:

attachment.php?attachmentid=61885&stc=1&d=1224327535

1. Bild:

Weibliches Gesicht nur in Grundfarbe mit bemalten Augen. Reicht üblicherweise völlig aus. Der natürliche Lichteinfall sorgt schon für alle nötigen Schatten.

2. Bild:

"Erlaubte" Schattierungen für das Frauengesicht hinzugefügt. Sollte natürlich nicht rot sein, sondern ein (nicht sehr viel) dunklerer Hautton, hab nur zum besseren Erkennen eine krasse Kontrastfarbe gewählt. Der Bereich zwischen Augen und Augenbrauen sowie eine Umrandung der Nase, das reicht.

3. Bild:

"Erlaubte" Akzente. Sollten ebenfalls dezenter sein als auf der Paintskizze. Die Nase, die Unterkante der Stirn, die Fläche bei den Wangenknochen und die Fläche um die Kinnspizze. Das wars. Alles andere ist verboten. ;)

4. Bild:

Verbotene Schattierungen (dunkelrot).

Fast jeder Mensch (insbesondere auch jede Frau) wird bei einem Foto von sich selbst die Linien erkennen, die von der Außenseite der Nase zu den Mundwinkeln verlaufen. Auch eine Kante unter dem Wangenknochen oder eine sichtbare Umrandung des Kinns ist nicht selten.

Die Linien sind da, ohne Zweifel. Und sie sind auch meistens in irgendeiner Form an die Figuren dranmodelliert.

Aber anmalen/hervorheben darfst Du sie nicht. Unter keinen Umständen. Sie lassen das Gesicht hager, alt und hässlich und bösartig wirken.

Lass sie einfach weg.

Jeder, der mal versucht hat, comichaft zu zeichnen, wird festgestellt haben, dass es unmöglich ist, eine hübsche Frau zu malen, die diese Linien hat. Man kann sie mit feinsten Schattierungen andeuten, aber die sind so fein zu wählen, dass es zigmal einfacher geht, sie einfach wegzulassen (bei fast gleichbleibendem Effekt).

Es ist kein Zufall, dass diese Linien in keinem Comic auftauchen.

Siehe zB hier: http://www.spiegel.de/img/0,1020,705116,00.jpg

Zum Vergleich dazu ein reales hübsches Gesicht:

http://fashionista.com/images/gellar-sarah-michelle-photo-sarah-michelle-gellar-6200472.jpg

Hier kann man jede einzelne Linie, die zu malen ich euch verboten habe, nachvollziehen:

Sieht trotzdem hübsch aus, die Kleine, aber auf eine Mini kann man das nur schwer übertragen.

Wer das immer noch nicht glaubt, den lade ich zu einem einfachen Experiment ein:

Nimm Dir eine Zeitschrift und einen schwarzen Kugelschreiber, und schlage eine Seite mit einem hübschen Frauengesicht aus der Werbung auf. Jetzt malst Du erst sorgfältig die Linien zwischen Nase und Mundwinkel nach, und - schwupps! - mit zwei simplen Strichen hast Du das Gesicht zu einer Grimasse gemacht.

---

Was es noch so gibt in handelsüblichen Gesichtern:

Lippen

Jeder Mann hat rosa oder rote Lippen. Und fast jede GW-Figur hat eine modellierte Unterlippe. Bitte malt die trotzdem nicht so an. Lasst sie hautfarben, sonst sieht es schnell tuntig aus.

Bei einer Frau bietet sich ein blasser Rotton (zB Rot vermischt mit der Hautfarbe) an, aber ebenfalls nur für die Unterlippe. Die Oberlippe solltet ihr nur einfärben, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr das so fein hinbekommt. Auf meinem Beispielbild habe ich das imho hinbekommen, war aber eine Scheißarbeit. Sobald die Linie zu dick wird, nimmt sie fast die gesamte Fläche zwischen Nase und Mund ein, und das ist natürlich falsch, wenn man nicht gerade ein Botox-süchtiges Weibchen anmalt.

Bartschatten/Dreitagebart

Dazu tuschst Du den betreffenden Bereich (Wangen, Kinn, unter der Nase) mit sehr stark verdünntem Dunkelbraun, danach mit sehr stark verdünntem schwarz (Minimum 1:5 Farbe:Wasser, eher noch flüssiger). Diesen Schritt beliebig oft wiederholen, bis das Ergebnis Dir gefällt.

Einen trockenen Pinsel griffbereit zu halten, um ggf in unpassende Bereiche schwappende Tusche wieder abzusaugen, kann nicht schaden.

Augenbrauen

Mein Tipp: Weglassen.

Bei Frauen auf jeden Fall, bei Männern auch eher. Wenn man sie malt, dann am besten nicht schwarz, sondern mit sehr sehr flüssigem braun. Das macht sie optisch "dünner". Alternativ kann man - wie ich bei meinem Weibchen auf dem Bild oben, einfach den Schatten über den Augen immer dunkler werden lassen, bis er auf den hellen Akzent an der Unterkante der Stirn trifft. Dieser scharfe Kontrast zwischen Schatten und Helligkeit erzeugt automatisch die Illusion einer aufgemalten Augenbraue.

Zähne

Am besten malst Du den Mund dazu weiß an, tuschst ihn dann schwarz, und malst dann wieder mit Hautfarbe drumrum, wobei wieder - wie bei den Augen - eine kleine schwarze Linie zwischen Lippen und Zähnen bleibt. Es empfiehlt sich, das Unterscheiden und Bemalen von Zahnfleisch und einzelnen Zähnen auf große Monster wie Drachen zu beschränken.

Wenn es unbedingt sein muss, dass man einzelne Zähne sieht, dann mal die Zahnreihe hellgrau an und setz dann einzelne weiße senkrechte Linien drüber, die Du danach wieder mit schwarz (wie bei der Augenumrandung) auf Zahnlänge verkürzt. Schwarze Zahnzwischenräume nur bei Totenköpfen, Fratzen, Dämonen und anderem ekligen Zeug.

Pickel

Igitt!

Ganz simpel: einen kleinen roten Punkt aufmalen, und einen winzigen weißen mitten rein.

Leberflecken

Auch simpel, einen kleinen Klecks verdünnten Braun hinsetzen. Wird er zu groß, mit Hautfarbe nachkorrigieren.

Narben

Hier ziehe ich meist rote Linien, und akzentuiere sie dann grob mit rosa. Es bietet sich an, die Narben nicht aufzumalen, sondern sie - sofern sie nicht schon eh modelliert sind - mit einem scharfen Messer vor dem Bemalen einzuritzen.

---

Zuguterletzt noch ein Beispiel für einen "hässlichen" Kopf. Hier habe ich alle Register gezogen, um einen richtig ranzigen Kollegen hinzukriegen:

attachment.php?attachmentid=61892&stc=1&d=1224335131

* Ich habe ihm Falten auf die Stirn gemalt (braun grundiert und dann zu einer hellen Hautfarbe hinakzentuiert, wobei ich waagrechte braune Linien freigelassen habe.

* Das Auge wurde wie oben beschrieben bemalt.

* Die Narbe wurde mit dunkelrot getuscht, die Kanten rosa akzentuiert, und zuguterletzt kam noch verdünntes Schwarz in das tote Auge und die dicke Narbe, um das tote Fleisch stärker hervorzuheben.

* Der Bartschatten ist so entstanden wie oben beschrieben.

* Die Lippe habe ich rosa gemalt, weil ich wegen dem Bartschatten und dem restlichen Gesicht keine Angst hatte, dass es in irgendeiner Form feminin wirken könnte. Sie sieht so schön geschwollen aus, das wollte ich hervorheben, weil ich es recht passend fand.

* Die Nase und die Augenhöhlen wurden rosa bemalt, um den Alkoholiker zu verdeutlichen. Man sagt zwar "rote Nase" in der Umgangssprache, aber wenn man sich das genauer anschaut, ist das selten so knallrot wie im Comic.

Das betreffende Rosa mischt man am besten mit rot und der Hautfarbe an, so sieht es realistischer aus als mit rot/weiß (das ergibt eher ein Pink).

* Die Wangenknochen sind durch einen sehr hellen Akzent und den Bartschatten darunter so stark hervorgehoben, dass es fast nach einem Totenschädel aussieht.

* Die Zähne sind nicht komplett bemalt, sondern nur vereinzelte Stumpen (einfach weiße Punkte reingesetzt)

Insgesamt habe ich hier sehr hart akzentuiert, mit starken Kontrasten, die das Gesicht eingefallener und runzliger machen sollten. Bis auf Pickel enthält das Gesicht alle Arten von entstellendem Zubehör (fehlende Zähne, Narben, unrasiert, eingefallene Augen, rote Nase, sogar eine Hasenscharte hab ich ihm aufgemalt...).

So habe ich (hoffentlich) die Illusion eines abgewirtschafteten, ekligen, kampfgezeichneten Alkoholikers erzeugt.

Der Kontrast zum weiblichen Gesicht oben (wo nur in winzigen Nuancen akzentuiert wurde) sollte unübersehbar sein.

Allgemein kann man sagen:

Je fieser, männlicher, entschlossener und brutaler ein Gesicht wirken soll, desto härtere Akzente kann man setzen. Man kann dann die Schatten sehr dunkel und die Kanten sehr hell malen und muss sich keine großen Sorgen machen, dass es nicht gut aussieht.

Dagegen gilt:

Je weiblicher, elfischer, zerbrechlicher, sanfter, friedfertiger ein Gesicht werden soll, desto sanfter sollten auch die Übergänge sein und desto weniger sollte man aus dem vollen Farbspektrum schöpfen. Die Grundfarbe nur minimal variieren (ein winziges bisschen weiß für den hellen Akzent dazu, ein ganz kleines bisschen braun für den Schatten dazu) und für fließende Übergänge sorgen, am besten wieder mit sehr flüssigen Farben arbeiten.

Ist irgendwie eine Binsenweisheit: "Je härter, desto härter, je weicher, desto weicher." ;D

Aber viele achten da einfach nicht drauf, daher wollt ichs noch mal verdeutlichen.

---

So, Abhandlung fertig. :)

Mfg, Bismarck

PS: Da ich sehr dogmatisch geschrieben habe und man an meinen Figuren sehen kann, dass ich mich selbst nicht immer dran halte (zB verbotene Akzente setze, rosa Lippe beim Chaoskrieger), ein Zitat aus Troja:

Achilles hat grad seinen Schüler Patrokolos übelst fertiggemacht, indem er sein Schwert von der rechten in die linke Hand gewechselt und es ihm an die Kehle gehalten hat...

Patroklos: "Hast Du mir nicht beigebracht, wechsle nie die Schwerthand?"

Achilles: "Ja, aber wenn Du es wirklich kannst, wirst Du Dich nicht mehr an meine Ratschläge halten."

;)

PPS: Hab grad gesehen, Jarhead hat schon ein Gesichter-Tutorial gemacht. Aber meins ist besser. ;D

PPPS: Noch ein letzter Tipp. Mein Opa hat immer gesagt: "Wer sehen kann, kann auch malen." Was will er damit sagen? Holt euch Anregungen, in Zeitschriften, im Netz, simple Fotos von Gesichtern, die dem, was ihr anmalen wollt, ähnlich sehen. Sind die Schatten leicht rötlich? Misch etwas rot in die Hautfarbe. Ist der Bereich um die Augen etwas bläulich? Misch ein wenig blau hinein... Ihr habt es alles vor den Augen, die Kunst ist nur, das, was ihr seht, auf euer Kunstwerk zu übertragen.

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Mir würd aber noch ein Thema zu den angesprochenen, behelmten Gesichtern gefallen.

Das ist einfach nur ungleich fitzeliger, wirkliche Tricks kenne ich da nicht. Bei den paar Modellen, bei denen ich Probleme hatte, habe ich einfach die Augen nicht bemalt (dann haben sie halt zusammengekniffene Augen, weil ihnen der Staub des Schlachtfeldes ins Gesicht geblasen wird).

Meistens geht es aber nach 2-3 Anläufen, trotz blödem Helm Augen und Gesicht zu bemalen.

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Habe übrigens gerade ein Gesichter-Tutorial in einem alten White Dwarf gefunden und kann den Tipps dort wenig abgewinnen.

Der Maler (wenngleich zigfacher Slayersword-Gewinner) geht an Gesichter genauso heran wie an Rüstungen oder Ledergurte, was bei herben männlichen SpaceMarine-Fressen bestimmt zielführend ist, aber kaum beim Anmalen normaler Gesichter, die nicht comichaft wirken sollen, helfen kann...

Insbesondere malt er den Jungs dort einzelne Zähne, und das sieht nur Scheiße aus... ;D

@Zahariel

Hau rein! Ergebnisse zeigen! Will ja auch sehen, ob meine Tipps irgendwie helfen... :)

@Morswind

Keine Ursache. :)

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Im White Dwarf 133, ist ein Bericht von Neil green über das mechanische Pferd. Da ist auch ein kleiner Artikel über AUgen dabei... Fand den aber lange nicht so gut und ausführlich wie den von Bismark

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Super Tutorial... ergänzt die schon vorhandenen Tutorials zu der Themathik richtig anschaulich - danke dafür! :ok:

Link ist eingepflegt in die Linksammlung aller Tutorials...

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Hui, der Tipp mit den Augen ist echt praktisch, da hab ich mir das bisher immer zu umständlich gemacht.

Hier wird ja immer nach den behelmten Augen gefragt, das ist eigentlich auch nicht so schwer. Zuerst umrandet man mit Hautfarbe die Augen (nach der Grundierung hab ich nämlich immer das Problem, dass ich die nicht mehr wiederfinde und mich durch die Haut an das Auge taste.) Da alles im Schatten liegt, muss man auch nicht hihglighten oder schattieren.

Jetzt das Auge wie im Tut beschrieben mit Weiss und Schwarz tuschen, es empfiehtl sich, die Figur um 90° zu drehen, so dass man die schräg von der Seite anguckt und man mit dem Pinsel seitlich in den Helmschlitz kommt. Ansonten eben schwarz grundieren, einen weissen Strich fürs Auge ziehen (immer seitlich) und die Iris mit nem Punkt darstellen (von vorne, damit der Punkt klein bleibt).

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Ich muss ja sagen, ich hab erst mal nicht gedacht dass ich das hinbekomme und habs deshalb auch gelassen. GEstern dann doch mal gemacht und ich war begeistert. Beim zweiten Modell muss ich dann doch noch mal nacharbeiten aber das wird schon. Danke für diesen Tip!

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Wow, vielen Dank für dieses umfangreiche Tutorial. Das versuche ich direkt mal umzusetzen. Bin ja froh, dass ich nicht der einzige bin dem Gesichter und Augen bisher nicht leicht gefallen sind ;-)

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